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Ostanatolien Reise: Südostanatolien, Mesopotamien und das Hochland der Osttürkei

Illustration Region Ost- und Südostanatolien: Steinkopf vom Nemrut, T-Pfeiler von Göbekli Tepe und Minarett im Abendlicht

Kurz & bündig

Eine Ostanatolien Reise führt in zwei sehr verschiedene Landschaften: das heiße, flache Südostanatolien am Rand Mesopotamiens mit Göbekli Tepe, Şanlıurfa, Gaziantep, Mardin und dem Nemrut Dağı und das Hochland Ostanatoliens mit Vansee, Ararat, Kars und Ani auf 1.650 bis knapp 1.900 Metern. Die Region eignet sich für Reisende mit Interesse an Frühgeschichte, Religionsgeschichte und Küche, meist als zweite oder dritte Türkeireise, und braucht wegen der großen Entfernungen mindestens 10 bis 12 Tage für eine vollständige Runde. Ideal sind Mai bis Juni und September bis Mitte Oktober. Das Auswärtige Amt rät von nicht zwingend erforderlichen Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Syrien (genannt: Provinzen Şanlıurfa und Mardin) und Irak ab (Stand 19.10.2026).

Zuletzt aktualisiert:

Teilregionen
Südostanatolien (Obermesopotamien) und ostanatolisches Hochland, dazu Antakya (Hatay) als Brücke zum Mittelmeer
Welterbe
Nemrut Dağ (1987), Diyarbakır (2015), Ani (2016), Göbekli Tepe (2018)
Reisedauer
6–7 Tage für den Südosten, 10–12 Tage für Südosten und Hochland
Beste Reisezeit
Mai–Juni und September–Mitte Oktober; Hochland Juni–September
Anreise
Meist mit Umstieg in Istanbul oder Ankara; Flughäfen u. a. GZT, GNY, MQM, DIY, VAN, KSY, ERZ
Sicherheit
Auswärtiges Amt rät von nicht zwingend erforderlichen Reisen in die Grenzgebiete zu Syrien (Şanlıurfa, Mardin) und Irak ab – Stand 20.10.2026

Reiseziele in der Region

Reiseziele

Şanlıurfa und Göbekli Tepe

Göbekli Tepe und Karahan Tepe, das Archäologiemuseum, der Karpfenteich Balıklıgöl und Harran: Şanlıurfa führt an die Anfänge der Zivilisation.

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Nemrut Dağı

Steinerne Götterköpfe auf über 2.100 Metern, Sonnenaufgang über dem Euphrat-Tal: Der Nemrut Dağı ist das Grabheiligtum der Könige von Kommagene.

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Gaziantep

Römische Mosaiken aus Zeugma, Baklava mit Pistazien, Kupferschmiede und Euphrat-Landschaften: Gaziantep ist das kulinarische Tor zum Südosten – mit Stand nach dem Erdbeben.

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Mardin

Steinhäuser am Hang über der mesopotamischen Ebene, Klöster des Tur Abdin, Midyat und Dara: Mardin ist das kulturelle Herz des türkischen Südostens.

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Tur Abdin

Klöster aus der Spätantike, Dörfer mit Kirchtürmen und eine aramäische Sprache, die noch gesprochen wird: der Tur Abdin um Midyat mit Mor Gabriel, Hah und İwardo.

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Van See

Tiefblauer Sodasee auf 1.650 Metern, die Kirche von Akdamar, die Felsenfestung der Urartäer und das berühmte Frühstück von Van: Ostanatolien von seiner schönsten Seite.

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Kars und Ani

Basaltbauten aus der Zarenzeit, die Kirchenruinen von Ani an der armenischen Grenze, Schlittenfahrten auf dem Çıldır-See: Kars ist die Türkei des hohen Nordostens.

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Antakya (Antiochia am Orontes)

Antiochia am Orontes, wo die Jünger zuerst Christen genannt wurden: Petrusgrotte, Mosaiken und Künefe – und ein ehrlicher Blick auf die Stadt nach dem Erdbeben 2023.

Rundreisen und Ausflüge

Rundreisen

Osttürkei Rundreise

12 Tage durch Südost- und Ostanatolien: Göbekli Tepe, Nemrut Dağı, Mardin, Vansee und Ararat – privat geführt, Route abgestimmt auf die aktuelle Lage.

Ostanatolien Reise: Für wen eignet sich der Osten der Türkei?

Ost- und Südostanatolien sind die Regionen der Türkei zwischen Euphrat, Tigris und dem armenischen Hochland, und sie eignen sich für Reisende, die Frühgeschichte, Religionsgeschichte und eine eigenständige Küche suchen und dafür lange Fahrtage und einfachere Hotels in Kauf nehmen. Badeorte gibt es hier nicht. Dafür liegen in der Region Orte, die es nirgendwo sonst gibt: die über 11.000 Jahre alten Steinkreise von Göbekli Tepe, die Götterköpfe auf dem Nemrut Dağı, die Kirche von Akdamar im Vansee und die Ruinenstadt Ani an der armenischen Grenze.

Im Alltag wird alles östlich des Euphrat oft als „Osttürkei“ zusammengefasst. Für die Planung lohnt die Unterscheidung in zwei Teilregionen. Südostanatolien ist das flache, im Sommer extrem heiße Land am Nordrand Mesopotamiens, mit Gaziantep, Şanlıurfa, Mardin und Diyarbakır. Ostanatolien ist das Hochland weiter nördlich und östlich, mit Van, Doğubayazıt, Kars und Erzurum auf 1.650 bis knapp 1.900 Metern, wo der Winter lang und streng ist. Zwischen beiden liegen auf einer Rundreise oft 20 Grad Temperaturunterschied.

Für eine erste Türkeireise empfehlen wir die Region nur eingeschränkt. Wer Istanbul, Kappadokien und die Ägäis schon kennt, findet im Osten dagegen die konsequente Fortsetzung, denn viele Linien der anatolischen Geschichte, von der Jungsteinzeit über Urartu und Kommagene bis zu Byzanz, Armeniern, syrisch-orthodoxen Christen und Seldschuken, laufen hier zusammen. Einen Überblick über die antiken Stätten des ganzen Landes gibt unser Ratgeber Antike Stätten der Türkei.

Oberhalb dieses Textes sehen Sie die Detailseiten zu den einzelnen Orten. Diese Seite ordnet sie ein, zeigt, wie sie zusammenhängen, und hilft bei Route, Reisezeit und Anreise.

Die Orte in Ost- und Südostanatolien im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Ziele nach Charakter, Zielgruppe, Anreise und Reisezeit. Fahrzeiten und Entfernungen sind gerundet und gelten ohne Pausen.

Ort Charakter Ideal für Flughafen und Weg ins Zentrum Beste Reisezeit
Şanlıurfa und Göbekli Tepe Pilgerstadt, Jungsteinzeit-Fundorte Archäologie, Religionsgeschichte Şanlıurfa GAP (GNY), ca. 34 km April–Mai, Ende Sept.–Anfang Nov.
Nemrut Dağı Grabheiligtum von Kommagene auf über 2.100 m Sonnenaufgang, Antike Adıyaman (ADF) oder Malatya (MLX); ab Kahta ca. 1,5 Std. zum Gipfel Mai–Oktober (Straße etwa April–November)
Gaziantep Großstadt, Mosaiken, Küche Genießer, Museumsfreunde Gaziantep (GZT), ca. 20 km, 25–30 Min. April–Mai, Ende Sept.–Anfang Nov.
Mardin Steinstadt am Hang über der Ebene Architektur, Fotografie Mardin (MQM), ca. 20 km, 30 Min. April–Juni, Mitte Sept.–Anfang Nov.
Midyat und Tur Abdin Klöster und Dörfer syrisch-orthodoxer Christen Kirchengeschichte, Gemeindereisen über Mardin, dann 1–1,25 Std. wie Mardin
Hasankeyf versetzte Bauwerke am Ilısu-Stausee Geschichtsinteressierte Batman (BAL) Frühjahr, Herbst
Diyarbakır Basaltmauern über dem Tigris Stadtgeschichte Diyarbakır (DIY); ab Mardin 1,5–2 Std. Frühjahr, Herbst
Van und Vansee Sodasee auf 1.650 m, Urartu, Armenien Kirchen, Burgen, Frühstück Van Ferit Melen (VAN), ca. 15 km Mai–Mitte Oktober
Doğubayazıt und Ararat Palast vor dem höchsten Berg der Türkei Panorama, Fotografie Ağrı (AJI) oder Iğdır (IGD); ab Van ca. 3 Std. Juni–September
Kars und Ani Stadt aus der Zarenzeit, armenische Ruinen Ruinen, Winterzug Kars Harakani (KSY), ca. 6 km Juni–September; Januar–Februar für Schnee
Erzurum Seldschukische Medresen, Skigebiet Architektur, Wintersport Erzurum (ERZ); ab Kars ca. 3 Std. Juni–September; Skisaison Dezember–April
Antakya (Hatay) Antiochia, Stadt im Wiederaufbau frühes Christentum, Küche Hatay (HTY), ca. 25 km April–Mitte Juni, Ende Sept.–Anfang Nov.

IATA-Codes laut Flughafenliste der Türkei (Wikipedia), Entfernungen und Fahrzeiten aus unseren Detailseiten.

Ist eine Reise nach Ost- und Südostanatolien sicher?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, und wir geben keine Sicherheitsgarantie; maßgeblich sind allein die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Für Reisende aus Österreich gelten die Hinweise des BMEIA, aus der Schweiz die des EDA.

Im Stand vom 20. Oktober 2026 (unverändert gültig seit 20. Oktober 2026) schreibt das Auswärtige Amt:

  • Grenzgebiete: Im unmittelbaren Grenzgebiet der Türkei zu Syrien, genannt werden die Provinzen Şanlıurfa und Mardin, und zu Irak bestehen Gefahren durch die Konflikte in den Nachbarländern. Das Amt rät, alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Grenzgebiete zu vermeiden.
  • Minen und Fotografierverbot: Im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien besteht Minengefahr, und das Fotografieren ist dort streng verboten.
  • Verhalten: Das Amt empfiehlt, abgelegene Gegenden und wenig befahrene Landstraßen zu meiden, größere Menschenansammlungen sowie die Nähe zu Regierungs- und Militäreinrichtungen zu meiden und Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit möglichst zu vermeiden.
  • Terrorismus: Die PKK und ihre Splittergruppe verüben laut Amt seit 2015 vor allem im Südosten immer wieder Anschläge; die weitere Entwicklung des seit Ende 2024 laufenden Lösungsprozesses zur Kurdenfrage bleibe abzuwarten.
  • Nachbarländer: Für Syrien, Irak und Iran bestehen eigene Reisewarnungen. Eine Reisewarnung für die Türkei insgesamt gibt es nicht.

Zu Orten im ostanatolischen Hochland wie Van, Kars oder Erzurum enthalten die Hinweise keine regionale Einschränkung, es gelten die landesweiten Hinweise. Für Göbekli Tepe, die Stadt Şanlıurfa, Harran, Mardin, Midyat und Dara gilt dagegen die Empfehlung für die genannten Provinzen. Wie sich der Begriff „unmittelbares Grenzgebiet“ auf einzelne Orte auswirkt, lässt sich aus der Ferne nicht pauschal beurteilen.

Für Ihre Planung heißt das: Lesen Sie die aktuelle Fassung vor der Buchung, kurz vor der Abreise und unterwegs. Klären Sie mit Ihrer Reiseversicherung, ob in genannten Gebieten Einschränkungen gelten. Wir besprechen die Lage vor jeder Bestätigung mit Ihnen, schlagen bei Bedarf Varianten ohne die genannten Provinzen vor und streichen grenznahe Programmpunkte, wenn sich die Hinweise ändern. Die Einordnung für das ganze Land fasst unser Ratgeber Ist die Türkei sicher? zusammen.

Südostanatolien: Was macht Mesopotamien in der Türkei so besonders?

Südostanatolien ist der türkische Teil Obermesopotamiens, also des Landes zwischen Euphrat und Tigris, in dem Menschen nach heutigem Wissensstand zu den ersten gehörten, die sesshaft wurden, Getreide anbauten und Tiere hielten. Davon erzählen Fundorte wie Göbekli Tepe, und das Erbe der späteren Jahrtausende ist ebenso dicht: Assyrer, Aramäer, Römer, Byzantiner, Araber, Artukiden, Kurden und Osmanen haben Spuren hinterlassen.

Landschaftlich ist der Südosten eine weite, im Frühjahr grüne und im Sommer goldbraune Ebene, aus der sich Kalksteinrücken wie bei Mardin erheben. Durch die großen Stauseen des Südostanatolien-Projekts (GAP) am Euphrat und Tigris hat sich das Bild in den letzten Jahrzehnten verändert: Bewässerte Baumwoll- und Pistazienfelder liegen neben trockener Steppe, und einige historische Orte wie das römische Zeugma und das alte Hasankeyf sind teilweise oder ganz in Stauseen versunken.

Şanlıurfa, Göbekli Tepe, Karahan Tepe und Harran

Şanlıurfa, das antike Edessa, ist eine Pilgerstadt rund 50 Kilometer nördlich der syrischen Grenze und der Ausgangspunkt für Göbekli Tepe. Die Anlage mit ihren T-förmigen Steinpfeilern liegt etwa 15 bis 18 Kilometer nordöstlich der Stadt, ist rund 11.500 Jahre alt und seit 2018 UNESCO-Welterbe. Sie besichtigen die überdachte Grabung über Stege. Die Originalfunde, darunter die rund 11.000 Jahre alte Statue von Balıklıgöl („Urfa-Mann“), und einen begehbaren Nachbau einer Kreisanlage zeigt das Archäologiemuseum in der Stadt.

Göbekli Tepe gehört zu einer Gruppe von rund einem Dutzend ähnlicher Fundorte, die als Taş Tepeler („Steinhügel“) gemeinsam erforscht werden. Der bekannteste ist Karahan Tepe, etwa eine Autostunde östlich, seit 2019 in Grabung und teils direkt in den Fels gehauen. Nach einem im September 2026 aktualisierten Reisebericht war Karahan Tepe wegen Bauarbeiten vorübergehend nicht zugänglich; wir prüfen den Stand vor jeder Reise. In der Altstadt lohnen der Karpfenteich Balıklıgöl, nach der Überlieferung der Ort, an dem Abraham dem Feuer des Nimrod entkam, und der Basar. Südlich liegt Harran mit seinen Bienenkorbhäusern aus Lehm, nur rund 20 Kilometer von der Grenze entfernt. Eintritt, Öffnungsstand und Ablauf finden Sie auf der Seite Şanlıurfa und Göbekli Tepe.

Nemrut Dağı: die Götterköpfe von Kommagene

Der Nemrut Dağı ist ein über 2.100 Meter hoher Berg in der Provinz Adıyaman, auf dessen Gipfel König Antiochos I. von Kommagene (regierte 69 bis 34 v. Chr.) einen rund 50 Meter hohen Grabhügel aufschütten ließ. Davor stehen auf Ost- und Westterrasse die Kolossalstatuen von Göttern, Löwen, Adlern und dem König selbst; die abgestürzten Köpfe liegen heute vor den Sitzfiguren. Seit 1987 ist die Stätte UNESCO-Welterbe.

Die meisten Gäste kommen zum Sonnenaufgang auf die Ostterrasse und übernachten dafür im Bergdorf Karadut oder in Kahta. Die Gipfelstraße ist in der Regel etwa von April bis November befahrbar, im Winter wegen Schnee oft gesperrt, und auch im Sommer ist es oben vor Sonnenaufgang kalt. Auf dem Rückweg liegen Arsameia, die römische Cendere-Brücke und der Grabhügel Karakuş. Alternativ fahren Sie von Norden über Malatya an; beide Straßen treffen sich am Gipfel nicht. Details stehen auf der Seite Nemrut Dağı.

Gaziantep: Zeugma-Mosaikmuseum und eine der großen Küchen der Türkei

Gaziantep ist eine Großstadt rund 145 Kilometer westlich von Şanlıurfa und der klassische Startpunkt für Reisen in den Südosten. Hauptsehenswürdigkeit ist das Zeugma-Mosaikmuseum, das auf 2.248 Quadratmetern römische Bodenmosaiken aus der Stadt Zeugma am Euphrat zeigt, darunter das berühmte „Zigeunermädchen“. Teile von Zeugma sind heute vom Wasser des Birecik-Stausees bedeckt.

Mindestens ebenso wichtig ist die Küche. Gaziantep ist seit 2015 UNESCO-Stadt der Gastronomie, die Gaziantep-Baklava wurde 2013 als erstes türkisches Produkt in der EU als geschützte geografische Angabe eingetragen, und zum Frühstück gibt es Katmer mit Pistazien und Kaymak. Dazu kommen der Kupferbasar, die Zincirli Bedesten und die Steinhäuser des Bey-Viertels. Die Burg wurde beim Erdbeben vom 6. Februar 2023 schwer beschädigt; die Restaurierung wurde laut Presseberichten Ende 2025 abgeschlossen, das Kulturministerium führt sie aber weiterhin als geschlossen (Stand: Oktober 2026). Mehr dazu auf der Seite Gaziantep und im Ratgeber Türkische Küche.

Mardin: die Steinstadt über der Ebene

Mardin ist eine Stadt, deren honigfarbene Altstadt aus Kalkstein sich terrassenförmig einen Hang hinabzieht, mit Blick über die mesopotamische Ebene bis nach Syrien. Zu sehen sind die Zinciriye-Medrese von 1385, die Kasımiye-Medrese, die Ulu Cami mit ihrem kannelierten Minarett, das Mardin-Museum im ehemaligen syrisch-katholischen Patriarchat und die syrisch-orthodoxe Kirche der Vierzig Märtyrer. Rund sechs Kilometer östlich liegt das Kloster Deyrulzafaran, bis 1932 Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchen.

Die Kulturlandschaft von Mardin steht auf der Vorschlagsliste der Türkei für das UNESCO-Welterbe. Planen Sie zwei bis drei Nächte ein, am besten in einem der restaurierten Steinhäuser der Altstadt; rechnen Sie dort aber mit vielen Treppen. Die Stadt liegt rund 20 Kilometer von der syrischen Grenze, die byzantinische Grenzfestung Dara noch näher daran. Mehr auf der Seite Mardin.

Midyat und Tur Abdin: Klöster der syrisch-orthodoxen Christen

Tur Abdin („Berg der Knechte Gottes“) ist ein Kalksteinplateau östlich von Mardin um die Stadt Midyat und das traditionelle Kerngebiet der syrisch-orthodoxen Christen, die sich selbst Suryoye nennen und Turoyo, eine neuaramäische Sprache, sprechen. Hier stehen Kirchen und Klöster aus dem 6. bis 8. Jahrhundert, darunter das Kloster Mor Gabriel, nach der Überlieferung 397 gegründet und Sitz des Metropoliten von Tur Abdin. Acht Stätten stehen seit 2021 auf der UNESCO-Vorschlagsliste.

Midyat liegt rund 60 Kilometer östlich von Mardin, etwa eine gute Stunde Fahrt. Die Altstadt Eski Midyat mit ihren Herrenhäusern, Glockentürmen und Werkstätten für Telkari-Silberfiligran ist ruhiger und weitläufiger als Mardin. Viele Familien aus dem Tur Abdin sind im 20. Jahrhundert nach Deutschland, in die Schweiz und nach Schweden ausgewandert, einige sind zurückgekehrt; Gäste aus dem deutschsprachigen Raum treffen hier oft auf Menschen, die Deutsch sprechen. Für Kirchengemeinden und Studienreisen ist Tur Abdin einer der eindrücklichsten Orte des Landes. Mehr auf der Seite Tur Abdin und im Ratgeber Christliche Stätten der Türkei.

Hasankeyf heute: Was nach dem Ilısu-Stausee bleibt

Hasankeyf am Tigris in der Provinz Batman war bis 2019 eine Felsenstadt mit Tausenden Höhlen, einer Burg und mittelalterlichen Moscheen, und ist heute weitgehend im Stausee des Ilısu-Damms versunken. Laut NASA Earth Observatory begann der Stausee im Juli 2019 zu füllen; die Siedlung gilt als rund 12.000 Jahre alt und beherbergte mehr als 20 Kulturen. Am 1. Januar 2020 verließen die letzten Bewohner ihre Häuser und zogen in 855 neue Wohnungen im neuen Ort Yeni Hasankeyf auf einem nahen Hügel.

Was Sie heute sehen, sind vor allem versetzte Bauwerke. Laut NTV wurden insgesamt sieben historische Monumente verlegt, darunter die Grabkuppel des Zeynel Bey, eines Sohnes des Akkoyunlu-Herrschers Uzun Hasan, der 1473 bei Otlukbeli fiel. Die rund 1.100 Tonnen schwere Türbe wurde am 12. Mai 2017 in einem Stück auf ein Archäopark-Gelände am Tigrisufer transportiert. Das 2019 eröffnete Hasankeyf-Museum zeigt laut TRT Haber 1.453 Funde aus Hasankeyf und den Nachbarprovinzen sowie Modelle der versetzten Bauten. Hasankeyf ist kein Ort für Ruinenromantik mehr, sondern ein nachdenklich stimmender Abstecher zwischen Midyat und Batman, für den ein bis zwei Stunden genügen.

Diyarbakır: Basaltmauern über dem Tigris

Diyarbakır liegt am Oberlauf des Tigris und ist bekannt für ihre Stadtmauer aus dunklem Basalt. Laut UNESCO ist die Mauer rund 5,8 Kilometer lang, hat zahlreiche Türme, Tore und Strebepfeiler sowie 63 Inschriften aus verschiedenen Epochen. Zusammen mit der Zitadelle İçkale auf dem Amida-Hügel, den Hevsel-Gärten zwischen Stadt und Fluss, der Anzele-Quelle und der Zehn-Bogen-Brücke über den Tigris ist sie seit 2015 Welterbe.

In der Altstadt lohnt außerdem die Große Moschee. Diyarbakır liegt 1,5 bis 2 Stunden von Mardin entfernt und ist auf Rundreisen meist Zwischenhalt auf dem Weg an den Vansee. Die Provinz gehört laut Auswärtigem Amt zu den vom Erdbeben 2023 besonders betroffenen Provinzen. Eine eigene Detailseite zu Diyarbakır haben wir noch nicht; die Stadt ist Bestandteil unserer Osttürkei-Rundreise.

Ostanatolien: Hochland, Vansee und Ararat

Ostanatolien ist das Hochland nördlich und östlich des Südostens, eine Landschaft aus weiten Hochebenen, Vulkanen und Bergen, in der die Städte auf 1.650 bis knapp 1.900 Metern liegen. Der Sommer ist kurz, warm und trocken, der Winter lang und schneereich. Kulturell prägen das Königreich Urartu, die armenischen und georgischen Kirchen des Mittelalters, Seldschuken, Osmanen und in Kars die russische Zeit die Region.

Van, Akdamar und der Vansee

Der Vansee ist mit rund 3.500 Quadratkilometern der größte See der Türkei; er liegt auf etwa 1.650 Metern Höhe und ist stark sodahaltig. Höhepunkt ist die Insel Akdamar mit der armenischen Heilig-Kreuz-Kirche aus dem 10. Jahrhundert, deren Außenwände Reliefs mit biblischen Szenen tragen. Das Boot vom Anleger bei Gevaş braucht etwa 20 Minuten.

Über der Stadt Van thront die Felsenfestung aus urartäischer Zeit, südöstlich liegen die urartäische Burg Çavuştepe und die kurdische Burg Hoşap, am Westufer der seldschukische Friedhof von Ahlat und der Kratersee des Vulkans Nemrut bei Tatvan, nicht zu verwechseln mit dem Nemrut Dağı in Kommagene. Planen Sie auch Zeit für das Van-Frühstück ein, für das Türken aus dem ganzen Land anreisen. Mehr auf der Seite Vansee.

Doğubayazıt, Ishak-Paşa-Palast und Ararat

Doğubayazıt liegt rund drei Fahrstunden nördlich von Van, kurz vor der Grenze zum Iran, und ist der Ort für den Ishak-Paşa-Palast vor dem Ararat. Die Palastanlage auf einem Felsvorsprung wurde ab 1685 von der lokalen Fürstenfamilie der Çıldıroğulları begonnen und erhielt 1784 ihre endgültige Gestalt; sie verbindet osmanische, persische und seldschukische Formen mit zwei Höfen, Harem, Moschee und einem reich verzierten Portal.

Der Ararat (Ağrı Dağı) ist mit gut 5.100 Metern der höchste Berg der Türkei und bei klarem Wetter am frühen Morgen am besten zu sehen. Eine Besteigung ist nur mit Genehmigung der türkischen Behörden über lizenzierte Agenturen möglich. Unterwegs von Van lohnt der rund 18 Meter hohe Wasserfall von Muradiye. Für das Nachbarland Iran besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts; der Palast und die Stadt selbst werden in den Türkei-Hinweisen nicht gesondert genannt. Die Hotels in Doğubayazıt sind einfacher als in Van.

Kars und Ani

Kars ist eine Provinzhauptstadt im Nordosten auf rund 1.750 Metern, deren Basaltbauten aus der russischen Zeit (1878 bis 1918) die Stadt anders wirken lassen als den Rest der Türkei. Dazu kommen die Burg und die Apostelkirche aus dem 10. Jahrhundert. Rund 42 Kilometer östlich liegt Ani, die mittelalterliche Hauptstadt des armenischen Bagratidenreichs, mit Kirchen und Mauern auf einem Plateau über der Schlucht des Arpaçay, der die Grenze zu Armenien bildet. Seit 2016 ist Ani UNESCO-Welterbe.

Im Sommer ist Kars das Ziel für Ani, im Winter für Schnee, den zugefrorenen Çıldır-See und die Fahrt mit dem Turistik Doğu Ekspresi ab Ankara, der in der Saison 2026/27 vom 21. Dezember 2026 bis 10. März 2027 verkehrt. Von Doğubayazıt sind es rund 3,5 Stunden, von Erzurum rund 3 Stunden. Mehr auf der Seite Kars und Ani.

Erzurum: seldschukische Medresen auf knapp 1.900 Metern

Erzurum ist die wichtigste Stadt im Norden des ostanatolischen Hochlands und liegt auf knapp 1.900 Metern Höhe. Laut dem Tourismusführer der Provinzdirektion des Kulturministeriums ließ Kaiser Theodosius 415 die Burg errichten, die später von den Saltukiden erweitert wurde; nach ihm hieß die Stadt in byzantinischer Zeit Theodosiopolis. Die Yakutiye-Medrese entstand 1310 im Auftrag des Ilchan-Herrschers Öljaitü und ist heute Museum, die Ulu Cami geht auf das Jahr 1179 zurück. Die Çifte Minareli Medrese mit ihren beiden Minaretten trägt keine Bauinschrift, ihr genaues Baudatum ist deshalb unbekannt; sie dient heute als Museum und Ausstellungshalle. Gleich daneben stehen die Üç Kümbetler, drei Grabbauten, deren größter dem Saltukiden-Emir Saltuk zugeschrieben wird.

In der Umgebung liegen der 48 Meter hohe Tortum-Wasserfall und die georgischen Kirchen von Öşk (Çamlıyamaç) und Haho (Bağbaşı) aus den Jahren 976 bis 1001. Im Winter ist der Palandöken, rund zehn Minuten vom Zentrum, eines der schneesichersten Skigebiete der Türkei; laut Provinzdirektion trug die Region 2025 den Titel Europäische Wintersporthauptstadt. Eine eigene Detailseite zu Erzurum ist in Arbeit; Hinweise zum Wintersport finden Sie im Ratgeber Skiurlaub in der Türkei.

Antakya (Hatay): die Brücke zum Mittelmeer

Antakya, das antike Antiochia am Orontes, gehört geografisch zur Mittelmeerregion, ist aber für viele Reisende die Brücke zwischen Südostanatolien und der Küste. Die Stadt war Hauptstadt des Seleukidenreichs und eine der großen Metropolen des Römischen Reiches; laut Apostelgeschichte wurden die Jünger hier „zuerst Christen genannt“ (Apg 11,26). Die Küche von Antakya mit Künefe und vielen Mezze ist eine der eigenständigsten des Landes.

Die Erdbeben vom 6. Februar 2023 haben die Stadt schwer zerstört, Antakya ist bis heute eine Baustelle. Geöffnet sind die Petrusgrotte (seit Januar 2024) und die wieder aufgebaute Habib-i-Neccar-Moschee, das Hatay-Archäologiemuseum mit seiner Mosaiksammlung ist dagegen geschlossen; eine Teilöffnung ist für Ende 2026 angekündigt (Stand: Oktober 2026). Ein Besuch ist heute am sinnvollsten als gut vorbereiteter Tagesausflug ab Adana oder als Etappe einer Paulus-Reise. Den aktuellen Stand beschreibt die Seite Antakya.

Erdbeben 2023: Was bedeutet das heute für Reisende?

Die Erdbeben von 2023 haben weite Teile Südostanatoliens und Hatay schwer getroffen, und manche Orte, allen voran Antakya, sind bis heute im Wiederaufbau. Laut Auswärtigem Amt ereigneten sich 2023 in Südostanatolien zwei schwere Beben mit zehntausenden Toten und Verletzten; als besonders betroffen nennt das Amt die Provinzen Adana, Adıyaman, Diyarbakır, Elazığ, Gaziantep, Hatay, Kahramanmaraş, Kilis, Malatya, Osmaniye und Şanlıurfa. Die Beben am 6. Februar 2023 hatten die Stärken 7,8 und 7,7; in der Türkei starben mehr als 53.000 Menschen, allein in der Provinz Hatay über 24.000.

Für Reisende bedeutet das dreierlei. Erstens sind einzelne Sehenswürdigkeiten weiter geschlossen, etwa die Burg von Gaziantep und das Archäologiemuseum in Antakya, während andere wie das Zeugma-Mosaikmuseum geöffnet sind. Zweitens ist die Hotelauswahl vor allem in Antakya deutlich kleiner als vor 2023. Drittens liegt die Region weiterhin in einer seismisch aktiven Zone; das Auswärtige Amt rechnet mit Erdrutschen, Verkehrsbeeinträchtigungen und langen Nachbeben. Wir prüfen vor jeder Reise, welche Museen, Stätten und Hotels geöffnet sind, und passen das Programm an. Verhaltensregeln bei Erdbeben stehen im Ratgeber Ist die Türkei sicher?.

Wir halten es für richtig, die betroffenen Städte weiter zu besuchen, wenn die Infrastruktur es erlaubt. Restaurants, Handwerker und kleine Hotels leben vom Tourismus, und viele Gastgeber freuen sich ausdrücklich über Gäste. Besuchen Sie die Orte aber mit Zurückhaltung: Fotografieren Sie Trümmerflächen und Notunterkünfte nicht ungefragt.

Anreise: Welche Flughäfen gibt es in der Osttürkei?

In Ost- und Südostanatolien gibt es ein dichtes Netz an Flughäfen, die Sie aus dem deutschsprachigen Raum aber fast immer mit Umstieg in Istanbul oder Ankara erreichen. Ab Frankfurt gibt es Verbindungen nach Gaziantep, ab Österreich zeitweise saisonale Flüge nach Diyarbakır; Details zu Flugzeiten und Gabelflügen stehen im Ratgeber Türkei-Reise ab Deutschland. Wegen der volatilen Lage am Persischen Golf weist das Auswärtige Amt (Stand 20.10.2026) auf mögliche Flugausfälle und Luftraumsperrungen hin; prüfen Sie den Flugstatus vor Abflug. Für eine Rundreise ist ein Gabelflug ideal: hin nach Gaziantep, zurück ab Kars oder Van, damit Sie keine Strecke doppelt fahren.

Flughafen IATA Für Entfernung ins Zentrum
Gaziantep GZT Gaziantep, Zeugma, Halfeti ca. 20 km
Şanlıurfa GAP GNY Şanlıurfa, Göbekli Tepe, Harran ca. 34 km
Adıyaman ADF Nemrut Dağı (Südseite) –
Malatya MLX Nemrut Dağı (Nordseite) –
Mardin MQM Mardin, Midyat, Tur Abdin ca. 20 km
Batman BAL Hasankeyf –
Diyarbakır DIY Diyarbakır, Mardin –
Van Ferit Melen VAN Vansee, Akdamar ca. 15 km
Ağrı Ahmed-i Hani AJI Doğubayazıt, Ararat –
Iğdır IGD Doğubayazıt, Ararat –
Kars Harakani KSY Kars, Ani ca. 6 km
Erzurum ERZ Erzurum, Palandöken –
Hatay HTY Antakya ca. 25 km

IATA-Codes laut Wikipedia-Liste der Flughäfen der Türkei, Entfernung Şanlıurfa laut Wikipedia (33,9 km), übrige Entfernungen aus unseren Detailseiten; „–“ bedeutet, dass wir keine belastbare Angabe haben. Der frühere Stadtflughafen Şanlıurfa (SFQ) ist außer Betrieb, ein Flughafen in Tatvan ist erst geplant.

Am Flughafen holt Sie bei uns ein privater Fahrer ab; wie Fahrzeugklassen und Fahrerservice funktionieren, beschreibt der Ratgeber Privatfahrer in der Türkei. Selbst zu fahren ist möglich, aber im Osten wegen der langen Strecken, der Empfehlung des Auswärtigen Amts zu Nachtfahrten und der Sprachbarriere anspruchsvoll; Hinweise dazu gibt der Ratgeber Mietwagen-Rundreise. Im Winter fallen Flüge nach Kars, Erzurum oder Van gelegentlich wegen Schnee oder Nebel aus, planen Sie dann einen Puffertag ein. Die Einreiseregeln sind dieselben wie für die ganze Türkei, siehe Einreise in die Türkei.

Beste Reisezeit für eine Ostanatolien-Reise

Die beste Reisezeit für eine Rundreise durch Ost- und Südostanatolien sind Mai bis Juni und September bis Mitte Oktober, weil es dann im Tiefland noch nicht zu heiß und im Hochland schon oder noch warm genug ist. Wer nur das Hochland um Van, Kars und den Ararat bereist, wählt Juni bis September; wer nur den Südosten besucht, kommt im April, Mai sowie Ende September bis Anfang November am angenehmsten zurecht.

Die Unterschiede innerhalb der Region zeigen die langjährigen Mittelwerte des türkischen Wetterdienstes MGM für zwei Stationen, die wir auch im Ratgeber zur besten Reisezeit für die Türkei verwenden:

Monat Van: Tag / Nacht (°C) Van: Regentage Şanlıurfa: Tag / Nacht (°C) Şanlıurfa: Regentage
Januar 2,1 / −7,4 10 10,0 / 2,2 12
März 6,7 / −2,7 12 16,5 / 5,9 10
April 13,0 / 2,7 12 22,4 / 10,4 9
Mai 18,6 / 7,1 11 28,8 / 15,4 6
Juni 24,1 / 11,0 5 34,8 / 20,7 1
Juli 28,3 / 14,8 2 38,8 / 24,4 0
August 28,6 / 14,8 1 38,4 / 24,1 0
September 24,4 / 10,9 2 34,0 / 20,1 1
Oktober 17,5 / 5,8 8 27,1 / 14,7 5
November 10,4 / 0,5 9 18,8 / 8,6 7

Quelle: Türkischer Wetterdienst MGM, langjährige Mittelwerte, wie im Ratgeber zur besten Reisezeit.

Noch extremer sind die Ränder der Region. In Diyarbakır liegt der Juli-Mittelwert laut MGM bei 38,5 °C, die Januarnächte fallen im Mittel auf −2,2 °C. In Erzurum erreichen Juli und August im Mittel 26 bis 27 °C, die Januarnächte liegen bei −13,9 °C. Hinzu kommt die Höhe: Auf dem Nemrut-Gipfel ist es vor Sonnenaufgang auch im Hochsommer nur wenige Grad über null. Packen Sie deshalb im Zwiebelprinzip. Mehr Werte für weitere Städte enthält der Ratgeber Türkei-Wetter.

Der Winter hat im Hochland eigene Reize, etwa Kars im Schnee, der zugefrorene Çıldır-See und Skifahren am Palandöken. Der Nemrut-Gipfel ist dann aber nicht erreichbar, Pässe können gesperrt sein, und eine große Runde durch beide Teilregionen ist kaum sinnvoll. Ideen für diese Jahreszeit finden Sie im Ratgeber Türkei im Winter.

Rundreisen und Routen in der Region

Die meisten Reisen in die Osttürkei sind Rundreisen mit eigenem Fahrzeug, denn öffentliche Verbindungen zwischen den Stätten sind dünn und viele Ziele liegen außerhalb der Städte. Unsere Osttürkei-Rundreise führt in 12 Tagen von Gaziantep über Şanlıurfa, den Nemrut Dağı, Mardin und Diyarbakır an den Vansee und über Doğubayazıt bis Kars. In Şanlıurfa, Mardin und Van übernachten Sie jeweils zweimal, damit auf lange Fahrtage ruhigere Tage folgen.

Typische Fahrzeiten zwischen den Etappen, aus unseren Detailseiten und der Rundreise:

Etappe Reine Fahrzeit (ca.)
Gaziantep – Şanlıurfa 2–2,5 Std.
Şanlıurfa – Harran – Kahta 3,5 Std.
Nemrut Dağı – Mardin 4 Std.
Mardin – Midyat 1–1,25 Std.
Mardin – Diyarbakır – Tatvan 5 Std.
Tatvan – Ahlat – Van 3 Std.
Van – Doğubayazıt 3 Std.
Doğubayazıt – Kars 3,5 Std.
Kars – Erzurum 3 Std.

Je nach Interesse und Lage lassen sich daraus andere Routen bauen:

  • Südosten kompakt (6–7 Tage): Gaziantep, Göbekli Tepe, Nemrut Dağı und Mardin, Rückflug ab Mardin oder Diyarbakır.
  • Ohne die in den Hinweisen genannten Grenzprovinzen: Kappadokien, Malatya, Nemrut Dağı von Norden, dann per Inlandsflug nach Van oder Kars. Diese Variante lässt Göbekli Tepe und Mardin aus, solange das Auswärtige Amt die Provinzen Şanlıurfa und Mardin nennt.
  • Christliche Stätten: Antakya, Tur Abdin mit Mor Gabriel und Deyrulzafaran, Akdamar und Ani, ideal für Gemeinde- und Studienreisen.
  • Nordosten und Winter: Erzurum, Kars, Ani und Çıldır-See, im Winter mit dem Turistik Doğu Ekspresi ab Ankara.

Für Archäologie-Interessierte lässt sich der Südosten mit unserer Archäologie-Studienreise verbinden, für Gruppen und Gemeinden gibt es die Formate Gruppenreise und Gemeindereise.

Wie lässt sich die Osttürkei mit anderen Regionen kombinieren?

Am besten lässt sich die Osttürkei mit Kappadokien kombinieren, weil die Strecke über Malatya zur Nordseite des Nemrut Dağı führt und Sie so Zentral- und Südostanatolien in einem Zug erleben. Kappadokien erreichen Sie über den Flughafen Kayseri, Hinweise dazu stehen im Ratgeber Flughafen Kayseri und Nevşehir. Auf dem Weg liegen auch die Karawansereien der alten Handelsstraßen, die der Ratgeber Karawansereien und Seidenstraße beschreibt.

Weitere sinnvolle Kombinationen:

  • Schwarzmeerküste: Von Kars oder Erzurum führt die Straße nach Trabzon, die Fahrt dauert rund sieben bis acht Stunden, meist mit einer Übernachtung in Erzurum.
  • Hethiter und Zentralanatolien: Mit Hattuscha und Ankara verbinden Sie die Bronzezeit Anatoliens mit der Jungsteinzeit von Göbekli Tepe, etwa auf Basis unserer Hethiter-Reise.
  • Istanbul: Fast jeder Flug in den Osten führt über Istanbul, ein bis zwei Nächte dort am Anfang oder Ende sind naheliegend.
  • Badeverlängerung: Wer zum Abschluss ans Meer möchte, fliegt von Gaziantep oder Diyarbakır über Istanbul an die Türkische Riviera.

Wer die Türkei noch nicht kennt, beginnt besser mit einer klassischen Route wie der Türkei-Rundreise in 14 Tagen und hebt sich den Osten für die nächste Reise auf.

Osttürkei-Reise privat planen

Eine privat geplante Reise ist im Osten der Türkei mehr als eine Frage des Komforts, weil Fahrer und deutschsprachige Reiseleitung die Region kennen, übersetzen, wo kaum jemand Deutsch oder Englisch spricht, und das Programm kurzfristig an Wetter, Öffnungsstand und die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts anpassen können. Bei uns reisen Sie mit eigenem Fahrzeug, lizenziertem Fahrer und staatlich lizenzierter, deutschsprachiger Reiseleitung; wie das funktioniert, beschreibt die Seite Privatreisen in der Türkei. TürkeiReisen ist ein TÜRSAB-lizenziertes Reisebüro (Lizenz Nr. 14817).

Für Kirchengemeinden, Studienkreise, Volkshochschulen und Vereine organisieren wir Reisen mit eigenem Bus und fachkundiger Reiseleitung, auf Wunsch mit Besuchen in syrisch-orthodoxen Klöstern, Andachtsmöglichkeiten nach Absprache mit den Gemeinden vor Ort oder Fachführungen in Göbekli Tepe und Ani. Termine sind flexibel. Den Preis bestimmen Saison, Hotelauswahl, Inlandsflüge und Gruppengröße; einen Überblick über typische Kosten gibt der Ratgeber Kosten einer Türkei-Rundreise.

Für ein Angebot brauchen wir:

  • Reisezeitraum und gewünschte Dauer
  • Anzahl der Reisenden, bei Kindern das Alter
  • Ihre Schwerpunkte, etwa Archäologie, christliche Stätten, Küche oder Fotografie
  • ob Sie bestimmte Orte sehen oder meiden möchten, etwa die Provinzen Şanlıurfa und Mardin
  • Hotelwunsch (Boutiquehotel in der Altstadt oder modernes Stadthotel) und Mobilität

Schreiben Sie uns über das Anfrageformular. Unser Team in der Türkei schlägt Ihnen eine Route vor, die zu Ihren Interessen und zur aktuellen Lage passt, und sagt Ihnen offen, wenn wir von einem Programmpunkt abraten.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für eine Reise durch Ostanatolien?

Für eine Runde durch Südost- und Ostanatolien sollten Sie 10 bis 12 Tage einplanen, weil die Fahrstrecken zwischen den Städten oft drei bis fünf Stunden dauern. Für Gaziantep, Göbekli Tepe, den Nemrut Dağı und Mardin allein reichen 6 bis 7 Tage. Vansee, Ararat, Kars und Ani füllen weitere 4 bis 5 Tage.

Ist eine Reise in die Osttürkei derzeit sicher?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, maßgeblich sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Im Stand vom 20. Oktober 2026 (unverändert gültig seit 20. Oktober 2026) rät das Amt von nicht zwingend erforderlichen Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Syrien, genannt werden die Provinzen Şanlıurfa und Mardin, und zu Irak ab. Eine Reisewarnung für die Türkei insgesamt besteht nicht; lesen Sie die aktuelle Fassung vor Buchung und Abreise.

Was ist der Unterschied zwischen Ostanatolien und Südostanatolien?

Südostanatolien ist das tiefer gelegene, sehr heiße Gebiet am Nordrand Mesopotamiens mit Gaziantep, Şanlıurfa, Mardin und Diyarbakır. Ostanatolien ist das Hochland weiter nördlich und östlich mit Van, Erzurum, Kars und dem Ararat, wo die Winter lang und sehr kalt sind. Auf Reisen wird beides oft unter „Osttürkei“ zusammengefasst.

Wann ist die beste Reisezeit für die Osttürkei?

Mai bis Juni und September bis Mitte Oktober sind für eine Rundreise durch beide Teilregionen am besten. Im Juli erreicht Şanlıurfa laut türkischem Wetterdienst im Mittel 38,8 °C am Tag, während Van im Januar nachts im Mittel auf −7,4 °C fällt. Wer nur das Hochland bereist, wählt Juni bis September.

Kann man direkt aus Deutschland in die Osttürkei fliegen?

Nur in Ausnahmefällen, die meisten Reisenden steigen in Istanbul oder Ankara um. Ab Frankfurt gibt es Verbindungen nach Gaziantep, ab Österreich zeitweise saisonale Flüge nach Diyarbakır. Für eine Rundreise ist ein Gabelflug sinnvoll, etwa hin nach Gaziantep und zurück ab Kars oder Van.

Was sollte man in der Osttürkei unbedingt sehen?

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Osttürkei sind Göbekli Tepe bei Şanlıurfa, die Götterköpfe auf dem Nemrut Dağı, die Altstadt von Mardin mit den Klöstern des Tur Abdin, das Zeugma-Mosaikmuseum in Gaziantep, die Kirche auf der Insel Akdamar im Vansee, der Ishak-Paşa-Palast vor dem Ararat und die Ruinenstadt Ani bei Kars. Vier davon sind UNESCO-Welterbe.

Was ist heute noch von Hasankeyf zu sehen?

Das alte Hasankeyf am Tigris ist seit 2020 weitgehend im Stausee des Ilısu-Damms versunken. Einzelne Bauwerke wie die Grabkuppel des Zeynel Bey wurden vorher an einen neuen Standort am Ufer versetzt, die Bewohner zogen in den neuen Ort Yeni Hasankeyf. Funde aus der Region zeigt das 2019 eröffnete Hasankeyf-Museum.

Ist die Osttürkei für eine erste Türkeireise geeignet?

Eher nicht, sie ist die ideale zweite oder dritte Reise. Die Entfernungen sind groß, die Hotels abseits der Städte einfacher, und für Teile der Region gelten besondere Hinweise des Auswärtigen Amts. Für den Einstieg eignet sich eine klassische Route mit Istanbul, Kappadokien und der Ägäis besser.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Auswärtiges Amt: Türkei – Reise- und Sicherheitshinweise (Stand 20.10.2026, unverändert gültig seit 20.10.2026) (auswaertiges-amt.de)
  2. UNESCO World Heritage Centre: Diyarbakır Fortress and Hevsel Gardens Cultural Landscape (whc.unesco.org)
  3. Kulturministerium, Provinzdirektion Erzurum: Turizm Rehberi (englisch, PDF) (erzurum.ktb.gov.tr)
  4. İstiklal: Erzurum mit seinen jahrhundertealten Bauten (istiklal.com.tr)
  5. NASA Earth Observatory: Slowly Flooding History (Hasankeyf und Ilısu-Stausee) (science.nasa.gov)
  6. Duvar English: Last residents move out of ancient Hasankeyf (02.01.2020) (duvarenglish.com)
  7. NTV: 552 Jahre alte Grabkuppel zieht Touristen an (Zeynel-Bey-Türbe, 12.11.2025) (ntv.com.tr)
  8. TRT Haber: Hasankeyf-Museum erwartet Besucher (23.10.2019) (trthaber.com)
  9. Wikipedia: List of airports in Turkey (IATA-Codes, Status) (en.wikipedia.org)
  10. Wikipedia: Şanlıurfa GAP Airport (Lage, Eröffnung, Strecken) (en.wikipedia.org)

Angaben zu Einreise, Preisen und Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte prüfen Sie vor Reiseantritt die offiziellen Stellen.

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