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Hethiter und Anatolische Zivilisationen: Studienreise ab Ankara in 8 Tagen

Ankara – Gordion – Hattuscha – Alacahöyük – Kültepe – Kappadokien – Konya – Çatalhöyük

  • 8 Tage / 7 Nächte
  • Beste Zeit: Mai–Juni, September–Oktober
  • Preis auf Anfrage
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Route: Ankara – Gordion – Hattuscha – Alacahöyük – Kültepe – Kappadokien – Konya – Çatalhöyük Ankara Gordion Hattuscha Alacahöyük Kültepe Kappadokien Konya Çatalhöyük
Illustration Hethiter-Reise: Löwentor von Hattuscha und Straße durch das anatolische Hochland

Kurz & bündig

Die Reise „Hethiter und Anatolische Zivilisationen“ führt in 8 Tagen ab und bis Ankara durch rund 9.000 Jahre Geschichte Zentralanatoliens: vom Museum der Anatolischen Zivilisationen und dem Anıtkabir über die Phrygerhauptstadt Gordion mit dem Midas-Tumulus, die Hethiterhauptstadt Hattuscha mit Yazılıkaya und Alacahöyük, die assyrische Handelskolonie Kültepe-Kaneš bei Kayseri und Kappadokien bis nach Konya und zur jungsteinzeitlichen Siedlung Çatalhöyük. Vier der Stätten sind UNESCO-Welterbe: Hattuscha (1986), Çatalhöyük (2012), Gordion (2023) und Göreme in Kappadokien. Die Gesamtstrecke liegt bei rund 1.450 Kilometern, die meisten Etappen dauern zwei bis vier Stunden. Am besten reisen Sie von Mai bis Juni oder von September bis Oktober, weil die Winter auf dem Hochland mit Frost und Schnee hart sind.

Zuletzt aktualisiert:

Dauer
8 Tage / 7 Nächte, Varianten mit 6 oder 10 Tagen und Göbekli-Tepe-Verlängerung
Route
Ankara – Gordion – Hattuscha – Alacahöyük – Kültepe – Kappadokien – Konya – Çatalhöyük – Ankara
An- und Abreise
Flughafen Ankara Esenboğa (ESB) oder ab Istanbul mit dem Schnellzug YHT (ca. 4,5–5 Std.)
Strecke
rund 1.450 km im eigenen Fahrzeug, längster Tag ca. 340 km mit Kültepe
Beste Reisezeit
Mai bis Juni, September bis Oktober; Winter mit Frost und Schnee
Ideal für
Studienkreise, Volkshochschulen, Lehrkräfte, Altorientalistik- und Archäologie-Interessierte

Highlights dieser Reise

  • Museum der Anatolischen Zivilisationen in Ankara: von Çatalhöyük über die Hethiter bis Urartu in einem Rundgang
  • Gordion mit dem Midas-Tumulus und der ältesten erhaltenen Holzkammer der Welt, Welterbe seit 2023
  • Hattuscha mit Löwentor, Sphinxtor und Yerkapı-Tunnel, dazu das Felsheiligtum Yazılıkaya
  • Alacahöyük mit Sphinxtor und Fürstengräbern der Frühbronzezeit
  • Kültepe-Kaneš, die assyrische Handelskolonie mit rund 23.500 Keilschrifttafeln
  • Çatalhöyük bei Konya, eine der ältesten Siedlungen der Welt, Welterbe seit 2012

Reiseverlauf

  1. Tag 1

    Ankunft in Ankara – Anıtkabir

    Ankunft am Flughafen Esenboğa, rund 28 Kilometer vom Zentrum, oder mit dem Schnellzug aus Istanbul. Nachmittags Anıtkabir, das Mausoleum Atatürks, mit dem Museum zum Unabhängigkeitskrieg. Abends Einführung: Chronologie Anatoliens von der Jungsteinzeit bis zu den Phrygern.

    Übernachtung: Ankara

  2. Tag 2

    Museum der Anatolischen Zivilisationen und Gordion

    Vormittags zwei bis drei Stunden im Museum der Anatolischen Zivilisationen, danach Blick von der Zitadelle. Nachmittags rund 90 Kilometer, etwa 1,5 Stunden nach Gordion beim Dorf Yassıhöyük: Midas-Tumulus mit Grabkammer, Osttor der Zitadelle und Gordion-Museum. Rückfahrt nach Ankara.

    Übernachtung: Ankara

  3. Tag 3

    Nach Boğazkale – Yazılıkaya

    Fahrt nach Boğazkale, rund 200 Kilometer und etwa 3,5 Stunden. Am Nachmittag das Museum Boğazkale mit den beiden originalen Sphingen und das Felsheiligtum Yazılıkaya mit den Götterprozessionen der Kammern A und B.

    Übernachtung: Boğazkale

  4. Tag 4

    Hattuscha und Alacahöyük

    Früher Start in Hattuscha: Großer Tempel, rekonstruierte Stadtmauer, Löwentor, Sphinxtor mit Yerkapı-Tunnel, Königstor und Büyükkale, etwa vier Stunden. Nachmittags Alacahöyük, rund 36 Kilometer nördlich, mit Sphinxtor, Fürstengräbern und Museum. Für Fachgruppen nach Absprache alternativ Şapinuva bei Ortaköy.

    Übernachtung: Boğazkale oder Çorum

  5. Tag 5

    Kültepe-Kaneš und Kayseri

    Rund 230 Kilometer, etwa vier Stunden nach Kayseri. Ausgrabung Kültepe-Kaneš, 20 Kilometer nordöstlich der Stadt, mit Oberstadt und Händlerviertel (kārum). Danach der Kültepe-Saal im Archäologiemuseum in der Burg von Kayseri. Weiter nach Kappadokien, rund 70 Kilometer. Der längste Fahrtag der Reise.

    Übernachtung: Kappadokien

  6. Tag 6

    Kappadokien

    Freilichtmuseum Göreme mit byzantinischen Felsenkirchen und eine unterirdische Stadt, etwa Derinkuyu oder Kaymaklı. Zeit für eine kurze Wanderung durch eines der Täler. Auf Wunsch frühmorgens Ballonfahrt.

    Übernachtung: Kappadokien

  7. Tag 7

    Über Sultanhanı nach Konya

    Fahrt nach Konya, rund 235 Kilometer und etwa drei Stunden, mit Halt an der seldschukischen Karawanserei Sultanhanı. Nachmittags Mevlana-Museum und Karatay-Medrese.

    Übernachtung: Konya

  8. Tag 8

    Çatalhöyük und Rückreise

    Morgens Çatalhöyük, rund 45 bis 50 Kilometer südöstlich von Konya, mit den Schutzbauten über den Grabungsflächen. Danach Rückfahrt nach Ankara, rund 260 Kilometer und etwa drei Stunden, oder mit dem Schnellzug von Konya nach Ankara oder Istanbul.

Der Ablauf ist ein Vorschlag. Als Privatreise passen wir Reihenfolge, Tempo, Hotels und Verlängerungen an Ihre Wünsche an.

Leistungen

Typischerweise enthalten

  • 7 Übernachtungen mit Frühstück in Mittelklasse- oder Boutiquehotels, in Boğazkale in einfachen, gepflegten Häusern
  • Alle Fahrten im privaten, klimatisierten Fahrzeug mit Fahrer, für Gruppen im Reisebus
  • Deutschsprachige, staatlich lizenzierte Reiseleitung mit archäologischem Schwerpunkt an Tag 1–8
  • Eintrittsgelder laut Programm
  • Transfers ab Flughafen Esenboğa oder Bahnhof Ankara

Nicht enthalten

  • Internationale Flüge und Schnellzugtickets ab Istanbul, sofern nicht vereinbart
  • Mittag- und Abendessen, sofern nicht als Halbpension vereinbart
  • Ballonfahrt in Kappadokien und Sema-Zeremonie in Konya
  • Trinkgelder und Reiseversicherungen

Für wen ist diese Hethiter-Reise gedacht?

Diese Hethiter-Reise richtet sich an Menschen, die Anatolien vor den Griechen und Römern kennenlernen möchten: die ersten Siedlungen der Jungsteinzeit, die Handelskolonien der Assyrer, das Großreich der Hethiter und das Königreich der Phryger. Im Mittelpunkt steht Hattuscha, die Hauptstadt der Hethiter, mit dem Felsheiligtum Yazılıkaya und der Stätte Alacahöyük. Wie sich diese Orte in die Gesamtgeschichte des Landes einfügen, zeigt unser Überblick über die antiken Stätten der Türkei.

Wir planen die Reise vor allem für vier Gruppen:

  • Studienkreise, Volkshochschulen und Vereine: feste Themen je Tag, Einführungen am Abend, auf Wunsch eine Fachbegleitung mit altorientalistischem Hintergrund.
  • Lehrkräfte für Geschichte, Latein oder Religion: Keilschrift, Staatsverträge und die Frage, wie aus Tontafeln Geschichte wird.
  • Paare und Einzelreisende mit Vorwissen: als Privatreise mit eigenem Fahrer und Reiseleitung, ohne festes Gruppenprogramm.
  • Reisende, die Kappadokien schon kennen: Die Route führt dorthin, aber Kappadokien ist hier eine Etappe, kein Schwerpunkt.

Ehrlich gesagt: Wer Marmorsäulen und Theater erwartet, wird an den hethitischen Stätten zunächst überrascht sein. Sie sehen Grundmauern aus Bruchstein, Torreliefs, Erdwälle und Felsbilder, dazu Lehmziegelmauern in Çatalhöyük. Ihren Reiz entfalten diese Orte mit guter Erklärung und nach dem Besuch im Museum in Ankara, deshalb steht es am Anfang.

Was unterscheidet diese Reise von der Archäologie-Studienreise?

Unsere archäologische Studienreise durch die Türkei führt in 14 Tagen von Istanbul über Troja, Pergamon und Ephesus bis Antalya und behandelt vor allem die griechisch-römische Antike Westkleinasiens. Diese Reise ergänzt sie zeitlich und räumlich: Sie bleibt in Zentralanatolien und umfasst die Zeit von etwa 7400 v. Chr. in Çatalhöyük bis zu den Phrygern im 6. Jahrhundert v. Chr.

Hethiter und Anatolische Zivilisationen Archäologie-Studienreise
Dauer 8 Tage (6–10) 14 Tage (10–18)
Region Zentralanatolien Ägäis, Pisidien, Pamphylien
Epochen Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit Bronzezeit bis Spätantike, Schwerpunkt griechisch-römisch
Start / Ende Ankara / Ankara oder Konya Istanbul / Antalya
Leitmotiv Schrift, Reiche, frühe Städte Stadtplanung, Heiligtümer, Bauforschung

Wer beide Reisen verbinden möchte, wählt die 18-tägige Variante der Studienreise mit Zentralanatolien oder hängt diese Reise an.

Die Route: Etappen, Entfernungen und Fahrzeiten

Die Reise beginnt und endet in Ankara und beschreibt eine Schleife von rund 1.450 Kilometern. Sie fahren zuerst nach Westen nach Gordion, dann nach Osten ins Kernland der Hethiter, nach Süden über Kayseri nach Kappadokien und zum Schluss nach Konya.

Etappe Entfernung (ca.) Fahrzeit (ca.)
Flughafen Esenboğa – Ankara Zentrum 28 km 40 Min.
Ankara – Gordion (Yassıhöyük) 90 km 1,5 Std.
Ankara – Boğazkale (Hattuscha) 200 km 3,5 Std.
Boğazkale – Alacahöyük 36 km 40 Min.
Boğazkale – Kayseri 230 km 4 Std.
Kayseri – Kültepe 20 km 25 Min.
Kayseri – Kappadokien (Ürgüp) 70 km 1 Std.
Ürgüp – Konya 235 km 3 Std.
Konya – Çatalhöyük 45–50 km 45 Min.
Konya – Ankara 260 km 3 Std. (YHT 1,5–2 Std.)

Die Zeiten gelten ohne Pausen. Der anstrengendste Tag ist Tag 5 mit rund 340 Kilometern von Boğazkale über Kültepe nach Kappadokien. Wer das vermeiden möchte, übernachtet in Kayseri und fährt erst am nächsten Morgen weiter; dann verkürzt sich der Aufenthalt in Kappadokien. Die Straßen sind durchgehend gut ausgebaut, auf dem Hochland zwischen Yozgat und Kayseri sind die Orte aber weit verstreut, Pausen planen wir deshalb fest ein.

Die Stationen im Einzelnen

Ankara: Museum der Anatolischen Zivilisationen und Anıtkabir

Das Museum der Anatolischen Zivilisationen ist der Schlüssel zur ganzen Reise. Es liegt am Hang des Burgbergs in zwei osmanischen Bauten und ist laut Kulturministerium chronologisch aufgebaut: Altsteinzeit, Kupfersteinzeit, frühe Bronzezeit, assyrische Handelskolonien, Altes Hethitisches Reich, Großreich, Phryger, späthethitische Fürstentümer und Urartu. Sie sehen dort das Originalrelief vom Königstor in Hattuscha, die Goldfunde aus den Fürstengräbern von Alacahöyük, Holzmöbel aus der Grabkammer von Gordion und Nachbildungen der T-Pfeiler von Göbekli Tepe. 1997 wurde es zum Europäischen Museum des Jahres gewählt.

Im Winterhalbjahr ist das Museum laut Kulturministerium bis 17:30 Uhr geöffnet, im Sommer bis in den Abend; die Kasse schließt 45 Minuten vorher. Der Anıtkabir, das Mausoleum Atatürks, ist kostenlos und täglich ab 9 Uhr geöffnet. Er gehört auf diese Reise, weil er zeigt, wie stark die junge Republik die Hethiter als Teil ihrer Geschichte verstand: Die Idee eines Hethiter-Museums ging auf Atatürk zurück. Mehr zu Zitadelle, Augustustempel und Unterkünften steht auf unserer Seite über Ankara. Wer weitere Häuser einplanen möchte, findet sie im Ratgeber Museen in der Türkei.

Gordion: die Hauptstadt der Phryger

Gordion liegt beim Dorf Yassıhöyük im Bezirk Polatlı, laut UNESCO rund 90 Kilometer südwestlich von Ankara, und ist seit 2023 Welterbe. Die Phryger machten den Ort in der Eisenzeit zu ihrem politischen Zentrum; die frühphrygische Zeit wird etwa auf 900 bis 800 v. Chr. datiert, die mittelphrygische auf 800 bis 540 v. Chr. Nach antiker Überlieferung durchschlug oder löste Alexander der Große hier 333 v. Chr. den Gordischen Knoten.

Hauptziel ist der Midas-Tumulus (Tumulus MM), rund 53 Meter hoch. Seine Grabkammer aus Holz entstand um 740 v. Chr. und gilt laut UNESCO als ältestes erhaltenes stehendes Holzgebäude der Welt. Ein Tunnel führt hinein. Das Team des Penn Museum unter Rodney S. Young entdeckte die Kammer 1957; darin lagen über 100 Bronzegefäße, über 180 Gewandnadeln und Möbel aus Holz. Der Name ist irreführend: Heute wird das Grab meist Gordias zugeschrieben, dem Vater des Midas. Rückstandsanalysen ergaben übrigens, was beim Leichenmahl gereicht wurde: ein würziger Eintopf mit Fleisch und Linsen und ein Mischgetränk aus Wein, Bier und Honig.

Auf dem Siedlungshügel steht das Osttor der Zitadelle aus der Zeit um 850 v. Chr., dessen Mauerwerk noch etwa zehn Meter hoch erhalten ist. In der Umgebung liegen über hundert Grabhügel. Das kleine Gordion-Museum von 1963 zeigt Keramik, Siegel und Funde aus einer Brandschicht; im Garten wurde ein Steingrab wieder aufgebaut. Für Winterzeiten und Ruhetage prüfen wir die Angaben vorab, weil die offizielle Seite hier lückenhaft ist.

Hattuscha, Yazılıkaya und Alacahöyük

Hattuscha war von etwa 1650 bis um 1180 v. Chr. die Hauptstadt der Hethiter und ist seit 1986 UNESCO-Welterbe. Sie liegt am Rand von Boğazkale, rund 200 Kilometer östlich von Ankara. Das hier gefundene Keilschriftarchiv mit fast 25.000 Tontafeln steht seit 2001 im Weltdokumentenerbe-Register; aus ihm stammt auch die hethitische Fassung des Friedensvertrags zwischen Hattušili III. und Ramses II. von etwa 1259 v. Chr.

Sie sehen den Großen Tempel aus dem 13. Jahrhundert v. Chr., einen vom Deutschen Archäologischen Institut rekonstruierten Mauerabschnitt, Löwentor, Königstor und Sphinxtor, den 71 Meter langen Tunnel unter dem Erdwall Yerkapı und die Königsburg Büyükkale. Das Gelände steigt von Nord nach Süd um rund 280 Meter an; die Stationen verbindet eine Rundstraße, die wir mit dem Fahrzeug abfahren.

Yazılıkaya liegt laut UNESCO rund zwei Kilometer nordöstlich der Stadt. In zwei Felskammern schreiten Götterprozessionen aufeinander zu; in Kammer B umarmt der Gott Šarruma den Großkönig Tudḫaliya IV. Alacahöyük, 36 Kilometer nördlich, zeigt ein hethitisches Sphinxtor mit Reliefs und die Fürstengräber aus der Zeit um 2500 v. Chr., Jahrhunderte vor den Hethitern. Alle Details zu Toren, Grabungsgeschichte und Zeitbedarf stehen auf unserer Seite über Hattuscha.

Şapinuva: nur nach Absprache

Şapinuva beim Ort Ortaköy, rund 70 Kilometer östlich von Hattuscha, war zeitweise Residenz hethitischer Könige. Seit 1990 gräbt hier die Universität Ankara unter Aygül und Mustafa Süel; in Gebäude A kamen rund 5.000 Tafeln und Fragmente zutage, die meisten auf Hethitisch, einige auf Hurritisch. Sie stammen aus der Zeit Tudḫaliyas II. im 14. Jahrhundert v. Chr. Der Ort ist touristisch kaum erschlossen. Für Fachgruppen fragen wir an, ob ein Besuch möglich ist, und tauschen dafür Alacahöyük oder planen einen zusätzlichen Tag mit Übernachtung in Çorum.

Kültepe-Kaneš: die assyrische Handelskolonie

Kültepe liegt rund 20 Kilometer nordöstlich von Kayseri an der Straße nach Sivas und ist seit 2014 auf der UNESCO-Vorschlagsliste. Der Ort hieß in assyrischen Quellen Kaneš, in hethitischen Neša. Im Händlerviertel am Fuß des Hügels, dem kārum, lebten im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. assyrische Kaufleute aus Assur neben einheimischen Händlern. Sie handelten mit Zinn und Textilien gegen Silber und Gold; Kaneš war das Verwaltungszentrum des ganzen assyrischen Handelsnetzes in Anatolien.

Seit 1948 wird hier systematisch gegraben, zuerst unter Tahsin Özgüç, seit 2005 unter Fikri Kulakoğlu. Gefunden wurden laut UNESCO rund 23.500 Tontafeln und Umschläge aus privaten Archiven der Händler, die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Geschichte Anatoliens. Bekannt wurden solche Tafeln schon ab 1871 als „kappadokische Tafeln“. Für die Hethiter ist der Ort zentral, weil König Anitta Neša zu seiner Hauptstadt machte und die Hethiter ihre Sprache später nešili nannten, „die Sprache von Neša“.

Vor Ort sehen Sie den rund 21 Meter hohen Hauptsiedlungshügel mit Palastresten und im Händlerviertel gepflasterte Gassen und Grundmauern von Lehmziegelhäusern. Laut Kulturministerium ist die Stätte derzeit ohne Eintritt zugänglich, von 8:30 bis 17:30 Uhr. Die Tafeln selbst sehen Sie im ersten Saal des Archäologiemuseums Kayseri, das seit Oktober 2019 in einem Neubau in der Burg der Stadt untergebracht ist.

Kappadokien

Kappadokien ist auf dieser Reise eine Ruhe-Etappe mit einem anderen Kapitel der Geschichte. Sie besuchen das Freilichtmuseum Göreme mit Felsenkirchen aus byzantinischer Zeit und eine unterirdische Stadt wie Derinkuyu. Der Name Kappadokien ist für Altorientalisten übrigens kein Zufall: Kültepe liegt in derselben historischen Landschaft. Alles zu Tälern, Höhlenhotels und Ballonfahrten finden Sie auf unserer Seite über Kappadokien.

Konya und Çatalhöyük

Auf dem Weg nach Konya halten Sie an der Karawanserei Sultanhanı aus dem 13. Jahrhundert; mehr zu diesen Bauten steht im Ratgeber Karawansereien an der Seidenstraße. In Konya besuchen Sie das Mevlana-Museum und die Karatay-Medrese.

Çatalhöyük ist seit 2012 UNESCO-Welterbe und liegt etwa 45 bis 50 Kilometer südöstlich von Konya. Der Osthügel umfasst laut UNESCO 18 Siedlungsschichten aus der Zeit von 7400 bis 6200 v. Chr., der Westhügel reicht bis 5200 v. Chr. Die Häuser standen Wand an Wand ohne Gassen und wurden über das Dach betreten; berühmt sind Wandmalereien, Reliefs und Figuren. Heute sehen Sie zwei Siedlungshügel, die bis zu 20 Meter aus der Ebene ragen, und Schutzbauten über den Grabungsflächen. Ehrlich gesagt wirkt das für Laien zunächst unspektakulär. Mit der Vorbereitung im Museum in Ankara, wo Wandmalereien und Figuren aus Çatalhöyük ausgestellt sind, wird der Besuch zum Abschluss der Reise. Mehr zur Stadt steht auf unserer Seite über Konya.

Varianten: 6, 8 oder 10 Tage und Göbekli Tepe

Die acht Tage sind unsere Empfehlung, weil sie alle Epochen von der Jungsteinzeit bis zu den Phrygern abdecken, und nur ein Fahrtag mehr als vier Stunden reine Fahrzeit erfordert. Für knappe Urlaubstage gibt es eine kompakte Fassung, für Fachgruppen eine erweiterte.

6 Tage / 5 Nächte 8 Tage / 7 Nächte 10 Tage / 9 Nächte Verlängerung Göbekli Tepe
Ankara mit Museum und Anıtkabir ja ja ja –
Gordion nein ja ja –
Hattuscha, Yazılıkaya, Alacahöyük ja ja ja –
Şapinuva nein nach Absprache nach Absprache, eigener Halbtag –
Amasya, Pontische Königsgräber nein nein ja –
Kültepe und Kappadokien ja ja ja –
Konya, Çatalhöyük nein ja ja –
Ende Kayseri (Flughafen ASR) Ankara oder Konya Ankara oder Konya Şanlıurfa
Zusätzliche Tage – – – 2–3 Tage mit Inlandsflug

Amasya liegt rund 175 Kilometer oder knapp drei Stunden nordöstlich von Boğazkale. Die Stadt war ab 301 v. Chr. Hauptstadt des Königreichs Pontos. In den Kalkfelsen des Harşena-Bergs über der Stadt sind fünf Königsgräber von acht bis 15 Metern Höhe gemeißelt, das größte gehört Pharnakes I. Gräber und Burg stehen seit 2015 auf der UNESCO-Vorschlagsliste. Mit Amasya kommt eine hellenistische Epoche dazu, die zeitlich lange nach den Phrygern liegt.

Göbekli Tepe erreichen Sie mit einem Inlandsflug nach Şanlıurfa, je nach Abflugort und Saison direkt oder mit Umstieg in Istanbul. Die Anlage mit T-förmigen Steinpfeilern entstand laut UNESCO zwischen 9600 und 8200 v. Chr. und ist seit 2018 Welterbe. Damit schließt die Verlängerung den Bogen vom ältesten Monumentalbau bis zur ersten Stadt Çatalhöyük. Details stehen auf unserer Seite über Şanlıurfa und Göbekli Tepe.

Beste Reisezeit: Wann ist das Hochland angenehm?

Die beste Reisezeit für diese Reise sind Mai, Juni, September und Oktober. Die Route verläuft vollständig auf dem anatolischen Hochland; schon Çorum liegt auf rund 800 Metern, Boğazkale und Kayseri liegen höher. Dort sind die Sommer heiß und trocken, die Winter kalt mit Frost und Schnee.

Monat Ankara Tag / Nacht Regentage Ankara Çorum Tag / Nacht Für die Reise
Januar 4,4 / −3,1 °C 12 4,6 / −4,1 °C nur Museen, Schnee häufig
April 17,4 / 5,5 °C 11 17,9 / 3,4 °C gut, Nächte kalt
Mai 22,4 / 9,7 °C 12 22,9 / 7,4 °C sehr gut, Schauer möglich
Juni 26,7 / 13,0 °C 9 – sehr gut
Juli/August 30,4–30,6 / 16 °C 3–4 30,2 / 12,8 °C (Juli) heiß, Mittagspause
September 26,1 / 11,9 °C 4 – sehr gut
Oktober 20,0 / 7,2 °C 7 20,7 / 5,7 °C gut, Abende kühl

Quellen: MGM, Station Ankara, 1927–2025; Çorum: Klimatabelle 1991–2020 nach MGM, über Wikipedia.

Im Winter ist die Reise möglich, aber nicht unsere Empfehlung. In Çorum schneit es im Januar im Mittel an rund zehn Tagen, Boğazkale liegt noch höher, und die Wege in Hattuscha können vereist sein. Die Stätten schließen von Oktober bis März meist um 17 bis 17:30 Uhr, die Tage sind kurz. Wer trotzdem im Winter reisen möchte, findet Hinweise im Ratgeber Türkei im Winter. Im Juli und August liegen die Tageswerte um 30 °C, die Nächte sind aber deutlich kühler als an der Küste.

Reise für Studienkreise und Gruppen

Für Studienkreise, Volkshochschulen, Vereine und Schulen organisieren wir die Reise zu Ihrem Termin und mit Ihrem Schwerpunkt. Dazu gehören:

  • eigener Reisebus oder Kleinbus mit Fahrer für die ganze Strecke
  • deutschsprachige, staatlich lizenzierte Reiseleitung mit archäologischem Fachwissen, auf Wunsch zusätzlich eine Fachbegleitung für Altorientalistik
  • Themenschwerpunkte, etwa Keilschrift und Archive, hethitische Religion mit Yazılıkaya, Forschungsgeschichte des DAI oder der Übergang von Hethitern zu Phrygern
  • Anfragen für Şapinuva und, wenn möglich, Gespräche mit Grabungsteams
  • Vorträge am Abend und ein Reader mit Zeittafel, Karten und Textauszügen
  • flexible Termine, etwa in den Pfingstferien oder im Herbst

Wie eine individuell geplante Reise abläuft, erklärt die Seite Privatreisen in der Türkei.

Was kann inklusive sein?

Den Leistungsumfang stellen wir mit Ihnen zusammen. Üblich sind Übernachtungen mit Frühstück oder Halbpension, alle Fahrten im eigenen Fahrzeug, die Reiseleitung an allen Tagen, Eintrittsgelder laut Programm und die Transfers in Ankara. Optional kommen Schnellzugtickets ab Istanbul, eine Ballonfahrt in Kappadokien, die Sema-Zeremonie in Konya oder Inlandsflüge für die Verlängerung nach Göbekli Tepe hinzu. In Boğazkale sind die Hotels einfach; wer mehr Komfort möchte, übernachtet in Çorum und nimmt längere Fahrten in Kauf. Den Preis bestimmen Saison, Gruppengröße und Hotelkategorie.

Praktisches: Anreise, Kleidung, Einreise

Anreise: Sie fliegen nach Ankara Esenboğa, meist mit Umstieg in Istanbul, oder reisen per Schnellzug aus Istanbul an. Für die Rückreise ab Konya gibt es Schnellzüge nach Ankara, dort mit Anschluss nach Istanbul.

Kleidung: Feste Schuhe mit gutem Profil, Sonnenhut und Wasser für Hattuscha und Kültepe, wo es kaum Schatten gibt. Im Frühjahr und Herbst eine warme Jacke für die Abende. Für das Mevlana-Museum, Moscheen und den Anıtkabir Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt.

Einreise: Deutsche und Schweizer reisen mit Personalausweis oder Reisepass ein, Österreicher mit Reisepass.

Wenn Sie die Reise privat oder für Ihre Gruppe planen möchten, schicken Sie uns eine unverbindliche Anfrage für die Hethiter-Reise. Nennen Sie uns Gruppengröße, Wunschmonat und Schwerpunkt, dann erhalten Sie einen Vorschlag mit Etappen und Hotels.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für eine Hethiter-Reise?

Für Ankara mit dem Museum der Anatolischen Zivilisationen, Hattuscha, Yazılıkaya und Alacahöyük genügen vier bis fünf Tage. Wer Gordion, die assyrische Handelskolonie Kültepe, Kappadokien und Çatalhöyük dazunehmen möchte, braucht acht Tage. Mit Amasya und der hethitischen Residenz Şapinuva werden es zehn Tage.

Kann man die Reise in Istanbul beginnen?

Ja. Der Schnellzug YHT fährt je nach Verbindung in etwa 4,5 bis 5 Stunden von Istanbul nach Ankara und kommt im Zentrum an. Sie reisen morgens an und besuchen am Nachmittag den Anıtkabir. Für die Rückfahrt gibt es Schnellzüge von Konya nach Ankara, die rund 1,5 bis 2 Stunden brauchen, mit Anschluss nach Istanbul.

Was ist der Unterschied zwischen Hethitern und Phrygern?

Die Hethiter beherrschten Zentralanatolien in der späten Bronzezeit, etwa von 1650 bis um 1180 v. Chr., mit der Hauptstadt Hattuscha. Die Phryger kamen in der Eisenzeit, ihre Hauptstadt Gordion blühte etwa vom 9. bis 6. Jahrhundert v. Chr. Zwischen dem Ende Hattuschas und dem Aufstieg Gordions liegen rund zwei Jahrhunderte.

Kann man Hattuscha im Winter besuchen?

Ja, die Stätte ist laut Kulturministerium ganzjährig geöffnet, von Oktober bis März aber nur bis 17 Uhr. In Çorum liegen die Nachtwerte im Januar im Mittel bei −4 °C, und an rund zehn Tagen im Monat schneit es. Eine Studienreise mit langen Außenbesichtigungen empfehlen wir deshalb von Mai bis Oktober.

Ist Şapinuva für Besucher zugänglich?

Nur eingeschränkt. Şapinuva bei Ortaköy, rund 70 Kilometer von Hattuscha entfernt, ist eine laufende Grabung der Universität Ankara und touristisch kaum erschlossen. Für Fachgruppen fragen wir vorab an, ob ein Besuch möglich ist; zusagen können das nur die Ausgräber und die Behörden.

Wie anstrengend ist die Reise?

In Hattuscha gehen Sie auf einem hügeligen Gelände mit rund 280 Metern Höhenunterschied, fahren aber zwischen den Toren mit dem Fahrzeug. Die übrigen Stätten sind meist eben. Anstrengender sind die Fahrtage, vor allem Tag 5 mit rund 340 Kilometern. Wer gut zwei Stunden am Stück gehen kann, kommt gut zurecht.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. UNESCO World Heritage Centre: Hattusha – the Hittite Capital (whc.unesco.org)
  2. UNESCO World Heritage Centre: Gordion (whc.unesco.org)
  3. UNESCO World Heritage Centre: Neolithic Site of Çatalhöyük (whc.unesco.org)
  4. UNESCO World Heritage Centre: Göbekli Tepe (whc.unesco.org)
  5. UNESCO Tentative List: Archaeological Site of Kültepe-Kanesh (2014) (whc.unesco.org)
  6. UNESCO Tentative List: Mount Harşena and the Rock-tombs of the Pontic Kings (2015) (whc.unesco.org)
  7. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Ankara Anatolian Civilizations Museum (turkishmuseums.com)
  8. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Ankara Gordion Museum (turkishmuseums.com)
  9. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Çorum Boğazköy Hattuşa Archaeological Site (turkishmuseums.com)
  10. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Kayseri Kültepe Archaeological Site (turkishmuseums.com)
  11. Penn Museum Expedition: Of Outstanding Value to Humanity (Gordion, Tumulus MM) (penn.museum)
  12. Hürriyet Daily News: Kültepe – a key center of culture (hurriyetdailynews.com)
  13. Wikipedia: Kültepe (Kaneš/Neša, kārum, Grabungsgeschichte) (en.wikipedia.org)
  14. Wikipedia: Gordion (Chronologie, Tumuli, Ausgrabungen) (en.wikipedia.org)
  15. Wikipedia: Sapinuwa (en.wikipedia.org)
  16. Wikipedia: Kayseri Archaeology Museum (en.wikipedia.org)
  17. Meteoroloji Genel Müdürlüğü: Resmi İstatistikler Ankara (1927–2025) (mgm.gov.tr)
  18. Wikipedia: Çorum, Klimatabelle 1991–2020 (Quelle: Türkischer Wetterdienst MGM) (en.wikipedia.org)
  19. Turkey Travel Planner: Ankara – Distances & Travel Times (turkeytravelplanner.com)
  20. Turkey Travel Planner: Boğazkale (Hattusha) (turkeytravelplanner.com)
  21. Turkey Travel Planner: Konya – Distances (turkeytravelplanner.com)
  22. Turkey Travel Planner: Kayseri (turkeytravelplanner.com)

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