Für wen eignet sich die Rundreise an der Westküste der Türkei?
Diese Reise richtet sich an Menschen, die sich für Antike interessieren und lieber an wenigen Orten gründlich schauen als möglichst viele Landschaften abzuhaken. Auf keiner anderen Route in der Türkei liegen so viele bedeutende Ausgrabungsstätten so dicht beieinander: Troja, Assos, Pergamon, Ephesus, Priene, Milet, Didyma und Hierapolis.
Besonders gut passt die Route für Reisende, die Kappadokien schon kennen oder bewusst aussparen möchten. Wer zum ersten Mal in die Türkei reist und alle großen Namen in einer Reise sehen will, ist mit der Türkei Rundreise in 14 Tagen besser bedient, die Troja und Ephesus mit Kappadokien verbindet.
Die Westküste ist auch für Reisende angenehm, die keine langen Fahrtage mögen. Die meisten Etappen dauern zwischen einer und drei Stunden. Nur der Tag von Istanbul an die Dardanellen und die Fahrt ins Landesinnere nach Pamukkale sind etwas länger.
Route im Überblick: Warum von Nord nach Süd?
Die Reise beginnt in Istanbul und folgt der Ägäisküste von Norden nach Süden, weil diese Richtung der Geschichte und der Geografie gleichermaßen folgt. Sie beginnen mit Troja, der ältesten Stätte der Route, und enden mit dem römischen Ephesus und dem Kurort Hierapolis.
Praktisch spricht ebenfalls viel für diese Richtung. Istanbul hat die meisten internationalen Verbindungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, und am Ende liegen mit Izmir und Denizli zwei Flughäfen mit guten Anschlüssen. So vermeiden Sie eine lange Rückfahrt.
| Etappe |
Entfernung (ca.) |
Reine Fahrzeit (ca.) |
| Istanbul – Çanakkale |
320 km |
4 Std. |
| Çanakkale – Troja – Assos |
100 km |
2 Std. |
| Assos – Ayvalık |
90 km |
1,5 Std. |
| Ayvalık – Pergamon – Izmir |
150 km |
2,5 Std. |
| Izmir – Selçuk (Ephesus) |
80 km |
1 Std. |
| Selçuk – Pamukkale |
190 km |
3 Std. |
Seit März 2022 verbindet die 1915-Çanakkale-Brücke mit einer Hauptspannweite von 2.023 Metern die europäische und die asiatische Seite der Dardanellen. Die frühere Wartezeit an der Fähre fällt damit weg, was den ersten Fahrtag deutlich entspannter macht.
Die Highlights der Westküste
Troja: Wie viel ist dort heute zu sehen?
In Troja sehen Sie keine große Stadt, sondern einen Ruinenhügel mit Mauerresten aus vielen Jahrhunderten übereinander. Genau das macht den Ort spannend, wenn man ihn mit Erklärung besucht: Die UNESCO beschreibt rund 4.000 Jahre Besiedlungsgeschichte, ausgegraben seit Heinrich Schliemann 1870.
Der Hügel bei Hisarlık steht seit 1998 auf der Welterbeliste. Das moderne Troja-Museum in unmittelbarer Nähe ordnet die Funde verständlich ein und ist der ideale Einstieg vor dem Rundgang. Planen Sie für beides zusammen etwa drei bis vier Stunden ein.
Assos und das Weindorf Şirince
Assos, das heutige Behramkale, liegt auf einem Vulkankegel direkt über der Ägäis. Vom dorischen Athena-Tempel blicken Sie bei klarer Sicht hinüber zur griechischen Insel Lesbos. Unterhalb liegt ein kleiner Hafen mit Steinhäusern, in denen heute Pensionen und Fischrestaurants untergebracht sind.
Einen ähnlich ruhigen Gegenpol bildet Şirince oberhalb von Selçuk. Das Dorf mit seinen weiß verputzten Häusern und Obstweinen ist ein guter Abschluss nach den Stunden in Ephesus, besonders am späten Nachmittag, wenn die Tagesbusse abgefahren sind.
Pergamon: Akropolis und Asklepieion
Pergamon war die Hauptstadt der Attaliden und ist seit 2014 Welterbe. Auf dem Burgberg über Bergama liegen das Trajaneum, die Reste der Bibliothek und das Theater, das sich extrem steil in den Hang schmiegt. Der berühmte Pergamonaltar befindet sich in Berlin, in Bergama ist nur sein Fundament erhalten.
Unten in der Ebene liegt das Asklepieion, ein Heilzentrum der Römerzeit, dessen heilige Quelle bis heute fließt. Für Akropolis und Asklepieion zusammen sollten Sie einen halben Tag rechnen. Die Akropolis erreichen Sie bequem mit der Seilbahn.
Ephesus: Lohnen sich die Hanghäuser?
Ja, die Hanghäuser lohnen sich fast immer, auch wenn sie extra kosten. Unter einem Schutzdach sehen Sie dort Wohnungen wohlhabender Ephesier mit Wandmalereien und Mosaiken, also den Alltag hinter den Prachtbauten. Wir planen sie in diese Reise fest ein.
Ephesus selbst ist seit 2015 Welterbe und die am besten erhaltene antike Stadt der Türkei. Die Celsus-Bibliothek, die Kuretenstraße und das große Theater sind die bekanntesten Stationen. Ausführlich zu Eintritt, Rundgang und Besuchszeiten informiert unsere Seite über Ephesus.
Priene, Milet und Didyma
Diese drei Orte sind weniger bekannt, aber für viele Reisende der stille Höhepunkt der Westküste. Priene liegt auf Terrassen am Mykale-Gebirge und zeigt das Raster einer hellenistischen Stadt. Milet hat ein großes Theater, Didyma die gewaltigen Säulen eines Apollon-Tempels, der nie fertig wurde.
Alle drei liegen innerhalb von rund einer Stunde Fahrt voneinander entfernt. Da die Besucherzahlen deutlich geringer sind als in Ephesus, können Sie hier entspannt und oft fast allein durch die Ruinen gehen.
Pamukkale und Hierapolis
Pamukkale bildet den Abschluss im Landesinneren. Kalkhaltiges Quellwasser hat an einem fast 200 Meter hohen Hang die weißen Sinterterrassen geformt, darüber liegen die Ruinen der antiken Kurstadt Hierapolis. Seit 1988 sind beide gemeinsam Welterbe.
Wir planen Pamukkale für den Nachmittag und frühen Abend, weil das Licht dann weicher ist und viele Tagesgruppen bereits abreisen. Mehr zu Barfußweg, Antike-Pool und Eintritt lesen Sie auf unserer Seite über Pamukkale.
Beste Reisezeit für die Westküste
Die beste Reisezeit für eine Rundreise an der Westküste sind April bis Juni sowie September und Oktober. In diesen Monaten sind die Temperaturen für Besichtigungen angenehm, und das Meer ist ab Juni warm genug zum Baden.
Im Juli und August wird es in Ephesus, Milet und Pergamon sehr heiß, oft über 35 Grad, und die Stätten bieten kaum Schatten. Wer im Hochsommer reist, sollte Besichtigungen auf den frühen Morgen legen. Im Winter ist die Route machbar und angenehm leer, aber es regnet häufiger, und einige Küstenorte wirken ausgestorben. Die Unterschiede von Monat zu Monat zeigt unser Ratgeber zur besten Reisezeit für die Türkei.
| Monat |
Besichtigungen |
Baden in der Ägäis |
| April |
angenehm, grün |
noch kühl |
| Mai/Juni |
sehr angenehm |
ab Juni gut |
| Juli/August |
heiß, nur morgens |
sehr gut |
| September/Oktober |
sehr angenehm |
gut |
| November–März |
mild, regnerisch |
nicht geeignet |
Varianten und Verlängerungen
Die Grundroute lässt sich in mehrere Richtungen anpassen. Am häufigsten wünschen sich Gäste einige Badetage zum Schluss, etwa auf der Bodrum-Halbinsel oder bei Kuşadası. Wie sich Kultur und Strand am besten kombinieren lassen, zeigt unsere Rundreise mit Badeurlaub.
- Ohne Istanbul: Wer Istanbul schon kennt, fliegt direkt nach Çanakkale oder startet in Izmir und fährt die Route im Uhrzeigersinn.
- Mit Kappadokien: Von Izmir oder Denizli erreichen Sie Kappadokien per Inlandsflug, meist mit Umstieg in Istanbul.
- Mehr Zeit an der Küste: Ein zusätzlicher Tag in Ayvalık oder Assos macht die Reise ruhiger und eignet sich für ein Bad zwischendurch.
- Kürzer: In 7 Tagen lässt sich die Strecke Çanakkale bis Ephesus mit Ankunft und Abflug in Izmir machen, dann ohne Pamukkale.
Privat oder Kleingruppe?
Wir führen diese Reise in der Regel privat durch, also mit eigenem Fahrzeug, Fahrer und deutschsprachigem Reiseleiter nur für Sie. An der Westküste ist das ein spürbarer Vorteil, weil sich die Besichtigungszeiten frei legen lassen: Ephesus früh am Morgen, Pamukkale am Abend, Pergamon ohne Gedränge.
Eine Privatreise lohnt sich besonders für Paare, Familien und Freundeskreise ab zwei Personen. Was eine private Reise ausmacht und wie die Abstimmung mit unserem Team in der Türkei abläuft, erklärt die Seite Privatreisen in der Türkei. Den Preis bestimmen Saison, Hotelkategorie und Gruppengröße. Ein individuelles Angebot erhalten Sie über unser Anfrageformular für diese Reise.
Praktisches zur Reise
Anreise: Sie fliegen nach Istanbul und am Ende von Izmir oder Denizli zurück. Gabelflüge mit zwei verschiedenen Flughäfen sind bei den meisten Fluggesellschaften ohne großen Aufpreis buchbar. Deutschen und Schweizern genügt für die Einreise der Personalausweis, Österreicher benötigen einen Reisepass. Die Details klärt unser Ratgeber zur Einreise in die Türkei.
Gepäck: Da Sie mit eigenem Fahrzeug reisen, spielt die Koffergröße kaum eine Rolle. Ein kleiner Tagesrucksack für Wasser, Sonnencreme und Kamera reicht an den Besichtigungstagen.
Kleidung: Bequeme, feste Schuhe sind in Ephesus, Pergamon und Troja wichtiger als alles andere, denn Marmor und Pflaster sind uneben und glatt. Sonnenhut und leichte, lange Kleidung schützen vor Sonne. Für Moscheebesuche in Istanbul brauchen Frauen ein Kopftuch und alle bedeckte Schultern und Knie.
Geld: Eintritte laut Programm sind bei uns eingeschlossen. Für Mittagessen, Getränke und Trinkgelder rechnen Sie mit Bargeld in Lira oder Kartenzahlung, die in Städten fast überall funktioniert. Einen Überblick über typische Nebenkosten finden Sie im Ratgeber zu den Kosten einer Türkei Rundreise.
Alle Rundreisen im Vergleich finden Sie in der Übersicht Türkei Rundreisen.