Lykischer Weg: Was ist das?
Der Lykische Weg ist ein markierter Fernwanderweg an der Südwestküste der Türkei, der bei Fethiye beginnt und bei Antalya endet. Er verbindet alte Maultierpfade, Hirtenwege und römische Straßen und führt an rund 25 antiken Stätten vorbei, darunter Xanthos, Patara, Myra und Olympos.
Angelegt und markiert wurde der Weg 1999 auf Initiative der britischen Autorin Kate Clow. Seitdem ist er zu einem der bekanntesten Fernwanderwege im Mittelmeerraum geworden. Die Markierungen sind rot-weiße Farbstreifen, an Kreuzungen ergänzt durch gelbe Wegweiser.
Wie lang ist der Lykische Weg?
Die ursprüngliche Route ist rund 540 Kilometer lang. Durch Varianten, Verbindungswege und Erweiterungen nennen aktuelle Quellen inzwischen Längen von bis zu etwa 760 Kilometern, für die Wanderer rund fünf Wochen brauchen. Je nach Quelle variiert auch die Zahl der Etappen.
Nur wenige Menschen gehen den gesamten Weg am Stück. Die meisten wählen eine oder zwei Wochen und konzentrieren sich auf einzelne Abschnitte. Das ist auch die Idee hinter unserer Wanderreise: Wir verbinden die Abschnitte mit dem höchsten Erlebniswert und überbrücken weniger reizvolle Strecken, zum Beispiel an Straßen, mit dem Fahrzeug.
Für wen eignet sich diese Wanderreise?
Die Reise eignet sich für Menschen mit Grundkondition und Trittsicherheit, die vier bis sechs Stunden am Tag gehen können. Erfahrung im Hochgebirge ist nicht nötig, wohl aber Freude an steinigen, teils steilen Pfaden.
Sie passt für Paare, Freundesgruppen und auch Alleinreisende, die Natur und Antike verbinden möchten. Kinder ab etwa zwölf Jahren mit Wandererfahrung kommen gut zurecht. Für jüngere Familien ist unsere Familienrundreise mit Kindern mit kurzen Wanderungen die bessere Wahl.
Welche Etappen sind die schönsten?
Die beliebtesten Abschnitte liegen im Westen zwischen Ölüdeniz und Kabak sowie im Mittelteil zwischen Kaş und Kekova. Dort führt der Weg hoch über dem Meer entlang, mit Blick auf Buchten, Inseln und antike Ruinen.
| Abschnitt |
Charakter |
Gehzeit (ca.) |
| Ovacık – Faralya |
Pinienwald, Bergdörfer, Blick auf Ölüdeniz |
5–6 Std. |
| Faralya – Kabak |
Hangpfad, kurze Etappe, Badebucht |
2,5–3,5 Std. |
| Patara – Delikkemer – Kalkan |
Hügel, römisches Aquädukt |
5–6 Std. |
| Kaş – Limanağzı |
leichte Küstenwanderung |
2 Std. pro Richtung |
| Boğazcık – Aperlai – Üçağız |
steinig, einsam, versunkene Ruinen |
5–6 Std. |
Weiter östlich führt der Weg über Olympos und den Feuerberg Chimaira bis in die Berge um den Tahtalı Dağı, wo er auf über 1.800 Meter ansteigt. Diese Abschnitte sind anspruchsvoller und eignen sich für eine zweite Wanderwoche.
Route im Überblick: Warum von West nach Ost?
Wir gehen den Weg von West nach Ost, weil Markierung und Wegbeschreibungen in dieser Richtung angelegt sind und Sie so die Sonne meist im Rücken oder seitlich haben. Zudem liegen Dalaman am Anfang und Antalya am Ende ideal als An- und Abflughäfen.
Die Reise kombiniert fünf Wandertage mit einem Tag für Xanthos, Letoon und Patara, die alle an der Route liegen. Die längeren Transfers zwischen Kabak und Patara sowie zwischen Kalkan und Kaş fahren Sie mit dem Fahrzeug, weil der Weg dort teilweise an Straßen verläuft.
Organisiert oder auf eigene Faust?
Beides ist möglich, und wir bieten beide Varianten mit Gepäcktransport an. Der Unterschied liegt darin, ob ein Wanderführer mit Ihnen geht oder ob Sie mit Wegbeschreibung und GPS-Tracks selbstständig unterwegs sind.
Geführt: Ein deutschsprachiger Wanderführer begleitet Sie an allen Wandertagen, kennt Abkürzungen und Wasserstellen und erklärt die antiken Stätten unterwegs. Diese Variante empfehlen wir allen, die zum ersten Mal in der Region wandern oder sich auf steinigem Gelände unsicher fühlen.
Individuell (self-guided): Sie gehen in Ihrem eigenen Tempo und starten, wann Sie möchten. Unterkünfte, Transfers und Gepäcktransport sind organisiert, unser Team ist telefonisch erreichbar. Die Markierung ist überwiegend gut, an einigen Stellen aber verblasst oder zugewachsen, deshalb ist eine GPS-App mit den Tracks Pflicht.
Komplett auf eigene Faust zu wandern, ist ebenfalls möglich, dann müssen Sie Unterkünfte, Transfers und Gepäck selbst organisieren. Worauf Sie bei einer Reise ohne Veranstalter achten sollten, beschreibt unser Ratgeber Türkei auf eigene Faust.
Wie funktioniert der Gepäcktransport?
Ihr Hauptgepäck wird jeden Morgen in der Unterkunft abgeholt und an den nächsten Etappenort gebracht. Sie wandern nur mit einem Tagesrucksack für Wasser, Proviant, Regenjacke und Sonnenschutz.
Packen Sie Ihr Hauptgepäck in eine robuste Reisetasche oder einen Koffer mit Rollen, möglichst nicht schwerer als etwa 15 bis 20 Kilogramm. Einige Pensionen wie in Faralya oder Kabak liegen an steilen Zufahrten, dort wird das Gepäck teilweise das letzte Stück getragen.
Wie schwierig ist der Lykische Weg?
Der Lykische Weg gilt als mittelschwer. Die größten Herausforderungen sind nicht die Höhenmeter, sondern der Untergrund: Viele Pfade sind steinig, mit losem Geröll und scharfkantigem Karst.
Auf unseren Etappen sind meist 300 bis 700 Höhenmeter pro Tag zu bewältigen. Hinzu kommen Hitze und wenig Schatten auf manchen Abschnitten. Wanderstöcke und gut eingelaufene Wanderschuhe mit fester Sohle sind deshalb wichtiger als auf vielen Wegen in den Alpen.
Welche antiken Stätten liegen am Weg?
Auf dieser Reise sehen Sie die wichtigsten Orte des antiken Lykien, eines Bundes von Städten, der schon in der Antike für seine Felsengräber und Sarkophage bekannt war. Viele davon liegen direkt am Weg oder nur wenige Minuten entfernt.
Xanthos war die Hauptstadt Lykiens und ist zusammen mit dem nahen Heiligtum Letoon seit 1988 UNESCO-Welterbe. Patara war einer der wichtigsten Häfen der Region. Dort wurde ein großes Ratsgebäude rekonstruiert, in dem sich vermutlich die Versammlung des Lykischen Bundes traf. Das Aquädukt von Delikkemer brachte Wasser in die Stadt, der Weg führt über seine Steinrinne.
Bei Aperlai wandern Sie durch eine kleine Stadt, deren Hafenteil im Meer versunken ist. In Kaleköy oberhalb von Kekova stehen lykische Sarkophage zwischen den Häusern des Dorfes. Zum Abschluss sehen Sie in Myra bei Demre die eindrucksvollsten Felsengräber der Küste und die Kirche des heiligen Nikolaus, der hier Bischof war.
Worauf sollte man unterwegs achten?
Die größten Risiken auf dem Lykischen Weg sind Hitze, Wassermangel und Stürze auf losem Gestein, nicht wilde Tiere oder abgelegene Höhen. Starten Sie deshalb früh, trinken Sie regelmäßig und gehen Sie bergab langsam.
Im Sommer und Frühherbst besteht in den Pinienwäldern hohe Waldbrandgefahr. Rauchen und offenes Feuer sind dann tabu, manche Waldgebiete werden zeitweise gesperrt. Unser Team informiert Sie in solchen Fällen und plant die Etappe um. Speichern Sie die Notrufnummer 112, die in der ganzen Türkei gilt.
Beste Reisezeit für den Lykischen Weg
Die beste Reisezeit für den Lykischen Weg sind März bis Mai und Ende September bis November. Dann liegen die Temperaturen meist bei 15 bis 25 Grad, und im Frühjahr blühen die Hänge.
| Zeitraum |
Wandern |
Baden |
| Februar/März |
gut, oft sonnig, Regen möglich |
zu kalt |
| April/Mai |
sehr gut, Blütezeit |
ab Mai möglich |
| Juni–August |
zu heiß für lange Etappen |
sehr gut |
| September |
ab Ende des Monats gut |
sehr gut |
| Oktober/November |
sehr gut |
bis Oktober gut |
| Dezember/Januar |
möglich, häufiger Regen |
nicht geeignet |
Im Sommer steigen die Temperaturen an der lykischen Küste regelmäßig über 30 Grad, auf ungeschützten Hängen deutlich mehr. Lange Etappen sind dann nur in den frühen Morgenstunden sinnvoll. Mehr zum Klima in den einzelnen Regionen erfahren Sie im Ratgeber zur besten Reisezeit für die Türkei.
Varianten und Verlängerungen
- Ostteil in einer zweiten Woche: Von Kekova über Olympos und Çıralı bis zum Tahtalı Dağı, mit anspruchsvolleren Bergetappen.
- Wandern und Gulet: Einige Etappen lassen sich mit einer Blauen Reise kombinieren, bei der Sie zwischen den Wanderungen an Bord übernachten.
- Badeverlängerung: Nach der Wanderung bleiben Sie einige Tage in Kaş, Kalkan oder an der Türkischen Riviera bei Antalya.
- Kultur davor: Wer Istanbul oder Kappadokien sehen möchte, fliegt zunächst dorthin und dann nach Dalaman. Alle Möglichkeiten finden Sie in der Übersicht Türkei Rundreisen.
Praktisches zur Wanderreise
Anreise: Sie fliegen nach Dalaman und ab Antalya zurück. Beide Flughäfen werden in der Wandersaison aus Deutschland, Österreich und der Schweiz direkt angeflogen. Deutschen und Schweizern genügt für die Einreise der Personalausweis, Österreicher benötigen einen Reisepass; Details finden Sie im Ratgeber zur Einreise in die Türkei.
Unterkünfte: Sie übernachten in familiengeführten Pensionen und kleinen Hotels, meist mit eigenem Bad. In Faralya und Kabak ist der Standard einfach, dafür ist die Lage mit Blick aufs Meer besonders.
Ausrüstung: Feste Wanderschuhe, Wanderstöcke, Tagesrucksack mit 20 bis 30 Litern, zwei Liter Wasser pro Etappe, Sonnenhut und eine leichte Regenjacke. Badesachen gehören in jeden Tagesrucksack.
Wasser und Versorgung: Unterwegs gibt es Quellen und Zisternen, die aber nicht immer zuverlässig sind. Ihr Wanderführer oder unsere Wegbeschreibung nennt die Versorgungspunkte. Ein Angebot für Ihre Wunschtermine erhalten Sie über unser Anfrageformular für den Lykischen Weg.