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Myra Türkei: Demre mit Felsengräbern, Nikolauskirche und dem Hafen Andriake

Mittelmeerküste, Türkei

Route:
Illustration Myra bei Demre: lykische Felsengräber in der Steilwand, römisches Theater und die Nikolauskirche

Kurz & bündig

Myra Türkei: Die antike Stadt Myra liegt bei Demre (früher Kale) im Landkreis Demre der Provinz Antalya, rund 145 Kilometer westlich von Antalya an der lykischen Küste. Zu sehen sind eine Steilwand mit lykischen Felsengräbern in Hausform, ein großes römisches Theater und im Ort die Kirche des heiligen Nikolaus, der im 4. Jahrhundert Bischof von Myra war; der Eintritt beträgt laut Kulturministerium 13 Euro für Myra und 17 Euro für die Kirche (Stand Oktober 2026). Fünf Kilometer westlich liegt der antike Hafen Andriake mit dem Museum der Lykischen Zivilisationen, das laut Ministerium seit Februar 2025 wegen Arbeiten geschlossen ist. Myra lässt sich gut mit einer Bootsfahrt nach Kekova ab Üçağız oder Çayağzı verbinden, am angenehmsten von April bis Juni und von September bis November.

Zuletzt aktualisiert:

Lage
Demre (bis 2005 Kale), Provinz Antalya; Myra ca. 2 km landeinwärts, Andriake ca. 5 km westlich
Entfernungen
Antalya ca. 145 km (rund 3 Std.), Kaş ca. 45–50 km (1 Std.), Üçağız 31 km (45 Min.)
Eintritt
Myra 13 €, Nikolauskirche 17 €, Kinder bis 8 Jahre frei (turkishmuseums.com, Stand Okt. 2026)
Öffnungszeiten
1. April–31. Oktober 8:30–19 Uhr, 1. November–31. März 8:30–17:30 Uhr (Myra und Kirche)
Zeitbedarf
Myra 1–1,5 Std., Kirche 45–60 Min.; mit Kekova-Boot ein voller Tag
Nikolaustag
6. Dezember: orthodoxer Gedenkgottesdienst mit Genehmigung des Kulturministeriums

Myra Türkei: Wo liegen Myra und Demre?

Myra liegt bei der Kleinstadt Demre in der Provinz Antalya, an der lykischen Küste zwischen Kaş und Finike. Bis 2005 hieß der Ort Kale, auf älteren Karten und Busschildern finden Sie beide Namen. Antalya ist rund 145 Kilometer entfernt, Kaş 45 bis 50 Kilometer.

Der Landkreis Demre zählte 2022 knapp 27.700 Einwohner, davon rund 18.300 im Ort selbst. Demre ist keine Ferienstadt, sondern eines der großen Gemüseanbaugebiete der Türkei: Die Ebene ist mit Gewächshäusern bedeckt, in denen ganzjährig Tomaten, Paprika, Auberginen und Gurken wachsen. Das prägt den ersten Eindruck, der weniger malerisch ist als in Kaş.

Drei Ziele machen den Ort bekannt. Die Ruinen von Myra mit Theater und Felsengräbern liegen rund zwei Kilometer landeinwärts am Fuß einer Steilwand. Die Nikolauskirche steht im Ortskern. Etwa fünf Kilometer westlich, beim Ortsteil Çayağzı, liegt Andriake, der antike Hafen von Myra. Einen Überblick über die Region von Fethiye bis Olympos gibt der Hub Lykische Küste, die übrigen Orte des frühen Christentums ordnet der Ratgeber christliche Stätten in der Türkei ein.

Ein Hinweis gegen Verwechslungen: Kale (Demre) ist nicht Kaleköy. Kaleköy ist das Dorf Simena an der Kekova-Bucht, rund 30 Kilometer weiter westlich.

Das antike Myra: Felsengräber und Theater

Myra war eine der größten Städte Lykiens. Nach Strabon gehörte sie zu den sechs Städten mit drei Stimmen im Lykischen Bund, laut Kulturministerium erlebte sie im 2. Jahrhundert n. Chr. ihre Blüte als Metropole des Bundes. In spätrömisch-byzantinischer Zeit war Myra Hauptstadt der Provinz Lykien.

Heute sehen Sie zwei Dinge, für die sich die Anfahrt lohnt: die Felsengräber in der Wand und das Theater davor. Der größte Teil der Stadt liegt dagegen unter Schwemmland des Demre Çayı, des antiken Myros. Nach Angaben des Grabungsleiters Nevzat Çevik von der Akdeniz-Universität sind die Ablagerungen bis zu zehn Meter mächtig, weshalb die Archäologen Myra „Pompeji Anatoliens“ nennen.

Die Meeresnekropole am Theater

Die bekanntesten Myra Felsengräber liegen direkt neben dem Theater in der sogenannten Meeresnekropole. Dutzende Grabkammern sind über- und nebeneinander in die nach Süden gerichtete Felswand gehauen. Viele ahmen die Fassade lykischer Holzhäuser nach, mit Balkenköpfen, Türrahmen und Giebeln, einige tragen Reliefs oder Inschriften.

Der britische Reisende Charles Fellows sah die Gräber 1840 noch rot, gelb und blau bemalt, heute sind davon kaum noch Spuren zu sehen. Sie betrachten die Gräber von den Wegen unterhalb der Wand. Das beste Licht liegt am Vormittag auf der Südwand.

Die Flussnekropole

Rund 1,5 Kilometer den Demre Çayı hinauf liegt eine zweite Gräberwand, die Flussnekropole. Dort befindet sich das sogenannte Löwengrab, auch Bemaltes Grab genannt. Sie liegt außerhalb des Rundgangs und wird von Gruppen selten besucht; mit eigenem Fahrzeug und etwas Zeit lohnt der Abstecher für Kenner der lykischen Grabarchitektur.

Das römische Theater

Das Theater liegt am Südfuß der Akropolis und gehört zu den größten Lykiens. Ein Erdbeben zerstörte es im Jahr 141 n. Chr., danach wurde es wieder aufgebaut. Die Sitzreihen sind gut erhalten, das Bühnengebäude steht laut Ministerium bis etwa zur Höhe des zweiten Geschosses. Die Grabung nennt eine Kapazität von rund 11.000 Plätzen.

Myra lag im Mittelalter im Niedergang. Laut Kulturministerium setzten der Stadt ab dem 7. Jahrhundert Überschwemmungen, Erdbeben und arabische Überfälle zu, 809 plünderten abbasidische Truppen den Ort. Im 12. Jahrhundert war Myra nur noch ein Dorf.

Wie besichtigt man Myra? Eintritt und Öffnungszeiten

Myra ist eine staatliche Stätte des Kulturministeriums. Laut turkishmuseums.com beträgt der Eintritt 13 Euro für ausländische Besucher ab 8 Jahren, Kinder bis 8 Jahre sind frei (Stand Oktober 2026).

Stätte Eintritt (ausländische Besucher) Sommer (1.4.–31.10.) Winter (1.11.–31.3.) Zeitbedarf
Myra (Theater, Felsengräber) 13 € 8:30–19 Uhr, Kasse bis 18:30 8:30–17:30 Uhr, Kasse bis 17 1–1,5 Std.
Nikolauskirche (Aziz-Nikolaos-Denkmalmuseum) 17 € 8:30–19 Uhr, Kasse bis 18:30 8:30–17:30 Uhr, Kasse bis 17 45–60 Min.
Andriake und Museum der Lykischen Zivilisationen – seit 17.2.2025 bis Abschluss der Arbeiten geschlossen – 1,5–2 Std.

Alle Angaben stammen von turkishmuseums.com (Stand Oktober 2026). Die Preise ändern sich mehrmals im Jahr, prüfen Sie den aktuellen Stand kurz vor der Reise. Wer mehrere Stätten an der Küste besucht, kann die Museum Pass The Mediterranean nutzen: 90 Euro, sieben Tage gültig, mehr als 40 Museen und Stätten in den Provinzen Antalya, Mersin, Adana und Denizli. Ob sie sich lohnt, rechnet der Ratgeber Ausflüge ab Antalya für typische Kombinationen durch.

Praktisch: Schatten gibt es kaum, im Sommer sollten Sie vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr kommen. Nehmen Sie Wasser, Sonnenschutz und festes Schuhwerk für die Sitzreihen des Theaters mit.

Die Nikolauskirche in Myra: Was sieht man heute?

Die Nikolauskirche in Myra steht im Zentrum von Demre über dem Ort, an dem Nikolaus nach der Überlieferung bestattet wurde. Heute ist sie ein staatliches Museum, offiziell Aziz-Nikolaos-Denkmalmuseum, und mit Fresken, Marmorböden und Grabkammern eines der wichtigsten byzantinischen Baudenkmäler an der türkischen Südküste.

Wer war der heilige Nikolaus?

Nikolaus war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra. Nach der kirchlichen Überlieferung wurde er um 270 n. Chr. im nahen Patara geboren und starb an einem 6. Dezember, als Todesjahr wird traditionell 343 genannt; beide Daten sind in der Forschung nicht gesichert. Historisch belegt ist wenig, das früh bezeugte, besuchte Grab gilt aber als starker Hinweis auf eine reale Person.

Zahlreiche Legenden knüpfen an ihn an, etwa die Geschichte von der heimlichen Mitgift für drei arme Mädchen oder die Rettung von Seeleuten im Sturm. Ob er am Konzil von Nicäa 325 teilnahm, ist umstritten. Aus der Verehrung entwickelten sich das Nikolausbrauchtum und über das niederländische Sinterklaas die Figur des Weihnachtsmanns, in der Türkei heißt sie Noel Baba.

Baugeschichte

Die heutige Kirche geht nach heutiger Forschung auf eine Basilika des 6. Jahrhunderts zurück, die um 520 auf den Fundamenten eines älteren Baus errichtet wurde. Nach Schäden im 8. Jahrhundert wurde sie im 9. oder 10. Jahrhundert als Kuppelbasilika neu gebaut. Eine Inschrift vom 1. September 1042 belegt Arbeiten unter Kaiser Konstantin IX. Monomachos und Kaiserin Zoe.

1862 und 1863 wurde die Kirche mit russischer Unterstützung instand gesetzt, ein neuer Glockenturm kam hinzu. Bis 1923 nutzten griechisch-orthodoxe Christen des Ortes die Kirche, dann mussten sie im Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei das Land verlassen. Seit 1989 gräbt die Hacettepe-Universität, heute unter Leitung von Sema Doğan. Seit dem 25. Februar 2000 steht die Kirche auf der UNESCO-Tentativliste, 2025 kündigte die Grabungsleitung Vorbereitungen für eine Nominierung an.

Was Sie in der Kirche sehen

Sehenswert sind vor allem:

  • Fresken: Im inneren Narthex Szenen von Kirchenkonzilien aus dem 11. Jahrhundert, in der südlichen Grabkammer Szenen aus dem Leben des Nikolaus aus dem 12. Jahrhundert. Laut Kulturministerium ist dies der einzige erhaltene Nikolaus-Zyklus in der Türkei.
  • Marmorböden: Felder in Opus-sectile-Technik, also aus zugeschnittenen farbigen Steinplatten zusammengesetzt.
  • Grabnische und Sarkophage: Die Gräber in den Seitenräumen werden oft als Nikolausgrab gezeigt. Die Gebeine des Heiligen brachten Seefahrer aus Bari 1087 nach Italien, weitere Reste kamen nach einer späteren Überlieferung um 1100 nach Venedig.

Nach einer 18-monatigen Restaurierung mit neuen Schutzdächern ist die Kirche seit Mai 2023 wieder geöffnet. 2024 fanden die Archäologen unter einem mittelalterlichen Boden, unter rund sechs Metern Schwemmland, einen Sarkophag, den sie dem Heiligen zuordnen möchten. Er ist noch nicht geöffnet; eine sichere Zuschreibung gibt es nicht. Nach Angaben der Grabungsleitung kommen jährlich mehr als 500.000 orthodoxe Besucher. Rechnen Sie deshalb am Vormittag mit Gruppen und kommen Sie, wenn möglich, am Nachmittag.

Gottesdienst am 6. Dezember

Der Nikolaus-Gedenktag ist der 6. Dezember, Kirchen mit julianischem Kalender feiern 13 Tage später. In der Kirche von Demre findet am 6. Dezember mit Genehmigung des Kulturministeriums ein orthodoxer Gedenkgottesdienst statt. 2024 leitete ihn Metropolit Chrysostomos von Myra des Ökumenischen Patriarchats, von 9 bis 12 Uhr, mit rund 500 Teilnehmern aus der Türkei, Griechenland und Russland.

Selbstverständlich ist das nicht: Laut St. Nicholas Center waren zwischen 2002 und 2007 keine Gottesdienste erlaubt, seit 2007 wurden Liturgien nur mit Einzelgenehmigung gefeiert. Wer den 6. Dezember erleben möchte, sollte früh anreisen, weil der Platz begrenzt ist. Wie sich der Termin mit einer Winterreise verbinden lässt, beschreibt der Ratgeber Türkei im Dezember.

Andriake und das Lykische Museum

Andriake, heute Çayağzı, war der Hafen von Myra und liegt rund fünf Kilometer westlich von Demre an der Mündung des Flusses. Über diesen Hafen lief der Seehandel der Stadt, bis er im 7. Jahrhundert verlandete; heute ist das Becken eine Sumpffläche.

Seit 2009 gräbt hier das Team von Nevzat Çevik. Freigelegt und restauriert sind die Agora mit großer Zisterne (Plakoma), Thermen, Kirchen, eine Synagoge und Kaianlagen. Ein Haufen Purpurschnecken-Gehäuse neben dem Speicher zeigt, dass hier Purpur gewonnen wurde. Am alten Kai steht ein nachgebautes Handelsschiff.

Museum der Lykischen Zivilisationen

Das Lykische Museum, offiziell Museum der Lykischen Zivilisationen, ist im Getreidespeicher (Granarium) untergebracht, den Kaiser Hadrian 129 bis 130 n. Chr. errichten ließ. Der Bau misst rund 56 mal 32 Meter und hat sieben Kammern. Das Museum wurde 2016 eröffnet und zeigt nach Angaben der Stadt Antalya 1.476 Objekte aus Grabungen in lykischen Städten wie Xanthos, Tlos, Olympos, Patara, Myra, Arykanda und Pinara, verteilt auf acht Säle. Bekannte Stücke sind eine Zollinschrift und eine Votivstele mit zwölf Göttern.

Wichtig für die Planung: Laut turkishmuseums.com sind die Stätte Andriake und das Museum seit dem 17. Februar 2025 wegen Bauarbeiten bis zu deren Abschluss geschlossen (Stand Oktober 2026). Ein Wiedereröffnungsdatum nennt das Ministerium nicht. Den Strand von Çayağzı neben dem Hafen erreichen Sie weiterhin; er ist Niststrand der Unechten Karettschildkröte, von Mai bis September gelten deshalb Schutzregeln.

Kekova ab Demre: Bootstouren ab Üçağız und Çayağzı

Kekova ab Demre ist die naheliegende Ergänzung zu Myra: Boote fahren vom Hafen Çayağzı direkt bei Demre und vom Dorf Üçağız, 31 Kilometer und etwa 45 Minuten westlich.

Vor der Nordküste der unbewohnten Insel Kekova liegen die Reste der antiken Siedlung Dolichiste, die ein Erdbeben im 2. Jahrhundert n. Chr. teilweise versinken ließ. Gegenüber liegt Kaleköy, das antike Simena, mit Burg, einem kleinen Felstheater und einem Sarkophag im Wasser. Üçağız und die Insel Kekova sind Schutzgebiete ersten Grades, über der versunkenen Stadt sind Baden und Tauchen verboten.

Abfahrt Anfahrt ab Demre Vorteile Nachteile
Çayağzı (Andriake) ca. 5 km, ca. 10 Min. keine lange Anfahrt, ideal mit Myra am selben Tag längere Strecke auf dem Wasser bis zur Bucht
Üçağız 31 km, ca. 45 Min. kurze Wege zur versunkenen Stadt und nach Simena, kleine Boote Anfahrt über Bergstraße
Kaş 45–50 km, ca. 1 Std. Ganztagestour mit Badestopps lange Überfahrt, große Gruppenboote

Wie die Touren ab Üçağız und Kaş genau ablaufen, wie lange der Aufstieg zur Burg dauert und wo Sie in Kaleköy übernachten können, steht auf unserer Seite zu Kaş und Kekova. Mit einem privaten Boot bestimmen Sie die Abfahrtszeit selbst und können Myra vor- oder nachher in Ruhe besichtigen.

Wer mehrere Tage auf dem Wasser verbringen möchte: Unsere Blaue Reise mit der Gulet führt in acht Tagen von Fethiye über Kaş nach Kekova und endet bei Demre, mit Gelegenheit zum Besuch von Myra.

Anreise nach Demre: ab Antalya oder Dalaman

Der nächste Flughafen ist Antalya, Demre liegt rund 145 Kilometer westlich, die Fahrt über die kurvige Küstenstraße D400 an Kemer und Olympos vorbei dauert etwa drei Stunden. Von Dalaman sind es ca. 200 Kilometer über Fethiye und Kaş, rund dreieinhalb Stunden.

Start Entfernung Fahrzeit (Richtwert)
Flughafen Antalya (AYT) ca. 145–155 km rund 3 Std.
Kemer ca. 110 km gut 2 Std.
Olympos / Çıralı ca. 70 km 1,75 Std.
Kaş ca. 45–50 km 1 Std.
Üçağız (Kekova) 31 km 45 Min.
Patara ca. 90 km 2 Std.
Fethiye ca. 150 km 3 Std.
Flughafen Dalaman (DLM) ca. 200 km rund 3,5 Std.

Die Werte sind gerundete Angaben ohne Pausen, im Sommer und hinter Lastwagen oft länger. Antalya hat ganzjährig mehr Direktflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Dalaman lohnt sich, wenn Sie die Küste von West nach Ost bereisen und in Antalya zurückfliegen. Details zu Terminals, Optionen und Fahrzeugen erklären die Ratgeber Flughafen Antalya Transfer und Flughafen Dalaman Transfer.

Überlandbusse und Minibusse verbinden Demre mit Antalya und Kaş, im Winter seltener. Für die Kombination von Myra, Kirche, Andriake und Kekova an einem Tag ist ein eigenes Fahrzeug deutlich praktischer, weil die Ziele verstreut liegen.

Wann ist die beste Reisezeit für Myra?

Die angenehmsten Monate sind April bis Juni und September bis November. Im Juli und August liegen die Tageshöchstwerte an der Küste im Mittel bei 32 bis 33 °C, und weder im Theater noch an der Felswand gibt es Schatten. Der Winter ist mild und ruhig, aber regenreicher.

Monat Tag / Nacht Regentage Geeignet für
Januar–Februar 16 / 9–10 °C 9–11 leere Stätten, oft Regen
März–April 18–21 / 11–14 °C 5–6 Besichtigung, Wandern
Mai–Juni 25–30 / 18–22 °C 1–2 Kultur, erste Badetage, Kekova
Juli–August 32–33 / 25–26 °C 1–2 nur früh morgens besichtigen
September–Oktober 26–30 / 20–23 °C 2–4 Kultur, Boot und Baden
November–Dezember 18–22 / 11–15 °C 6–11 Kultur, Nikolaustag am 6. Dezember

Die Werte sind gerundete Klimanormalen 1991–2020 der Station Kaş (NOAA), 45 Kilometer westlich. Demre liegt in einer Ebene etwas abseits des Meeres und kann im Sommer tagsüber wärmer sein. Rund um den 6. Dezember ist Demre wegen des Gedenkgottesdienstes deutlich voller als im übrigen Winter.

Myra für christliche Reisegruppen

Für Kirchengemeinden und Pilgergruppen ist Myra einer der wichtigsten Orte an der Südküste: Laut Apostelgeschichte wechselte Paulus auf seiner Fahrt als Gefangener nach Rom in Myra in Lykien auf ein alexandrinisches Schiff nach Italien (Apg 27,5–6), und die Nikolauskirche verbindet die Gruppe mit einem Heiligen, den Katholiken, Orthodoxe und Protestanten gleichermaßen kennen.

Zusammen mit Patara, wo Paulus laut Apg 21,1–2 auf der Reise nach Jerusalem das Schiff wechselte und wo Nikolaus nach der Überlieferung geboren wurde, ergibt sich eine sinnvolle Tagesetappe; Patara beschreibt die Seite Xanthos und Patara. Unsere Paulusreise durch die Türkei führt von Tarsus über Perge und Antalya bis Troas; Myra lässt sich von Antalya aus als zusätzlicher Tag einbauen. Weitere Stätten vom Neuen Testament bis zu den Konzilsorten finden Sie im Themenhub Glaube und christliche Stätten.

Für Gruppen organisieren wir:

  • Eigener Bus mit lizenziertem Fahrer und Zeitpuffer für die kurvige Küstenstraße
  • Deutschsprachige, staatlich lizenzierte Reiseleitung (kokartlı rehber) mit Fachwissen zu lykischer Geschichte, byzantinischer Kunst und Nikolaus-Überlieferung
  • Andacht oder Lesung, etwa von Apg 27 an einem ruhigen Ort in Demre; eine Andacht in der Kirche selbst stimmen wir vorab mit der Museumsverwaltung ab, eine Zusage können wir nicht garantieren
  • Privates Boot für Kekova, auch für große Gruppen auf mehrere Boote verteilt
  • Flexible Termine, auch rund um den 6. Dezember mit früher Anreise

Ein fertiges Programm für Kirchengemeinden finden Sie unter Gemeindereise Türkei.

Myra mit einer Rundreise oder einem Privatausflug verbinden

Myra passt in jede Route entlang der lykischen Küste und ist von Antalya aus als langer Privatausflug erreichbar. Auf der großen Türkei-Rundreise in 14 Tagen besuchen Sie Kekova, Myra und die Nikolauskirche auf der Etappe von Kaş nach Antalya.

Ein privater Tag ab Antalya oder Kemer sieht typischerweise so aus: Abfahrt gegen 7 Uhr, Ankunft in Demre gegen 10 Uhr, Myra und Kirche bis Mittag, nachmittags Boot nach Kekova ab Çayağzı oder Üçağız, Rückkehr am Abend. Mit einer Übernachtung in Kaş oder Kaleköy wird daraus ein entspannter Zweitagesausflug, bei dem auch Patara oder Xanthos Platz finden.

Was wir für Sie planen: Abholung am Hotel oder Flughafen, eigenes Fahrzeug mit lizenziertem Fahrer, auf Wunsch deutschsprachige Reiseleitung, Bootstermin in Kekova und Tempo nach Ihren Bedürfnissen, etwa für Senioren oder Familien mit Kindern. TürkeiReisen ist ein TÜRSAB-lizenziertes Reisebüro (Lizenz Nr. 14817).

Für ein Angebot brauchen wir Ihren Hotel- oder Abfahrtsort, das Datum, die Zahl der Personen, bei Kindern das Alter und Ihre Wünsche, etwa Kekova-Boot, Übernachtung oder eine Andacht für Ihre Gruppe. Schreiben Sie uns über das Anfrageformular.

Rundreisen mit Myra Türkei

Häufige Fragen

Wo liegt Myra in der Türkei?

Myra liegt bei der Kleinstadt Demre in der Provinz Antalya an der lykischen Küste, rund 145 Kilometer und etwa drei Stunden Fahrt westlich von Antalya und rund 45 bis 50 Kilometer östlich von Kaş. Die Ruinen mit Theater und Felsengräbern liegen etwa zwei Kilometer landeinwärts vom Ortskern, die Nikolauskirche steht mitten im Ort.

Was kostet der Eintritt in Myra und in die Nikolauskirche?

Laut turkishmuseums.com, der Seite des Kulturministeriums, kosten Myra 13 Euro und die Nikolauskirche 17 Euro für ausländische Besucher ab 8 Jahren (Stand Oktober 2026). Kinder bis 8 Jahre sind frei. Die Museum Pass The Mediterranean (90 Euro, 7 Tage) wird auf den Ministeriumsseiten beider Stätten als Option genannt. Die Preise ändern sich mehrmals im Jahr, prüfen Sie den aktuellen Stand vor dem Besuch.

Liegt der heilige Nikolaus in Myra begraben?

Nach der Überlieferung wurde Nikolaus in Myra bestattet, seine Gebeine brachten Seefahrer aus Bari aber 1087 nach Italien. Bei Grabungen in der Kirche wurde 2024 unter einem mittelalterlichen Boden ein Sarkophag gefunden, den die Archäologen dem Heiligen zuschreiben möchten. Er ist noch nicht geöffnet, eine sichere Zuordnung gibt es bisher nicht.

Gibt es in der Nikolauskirche in Demre Gottesdienste?

Nur ausnahmsweise. Die Kirche ist heute ein staatliches Museum. Am 6. Dezember findet mit Genehmigung des Kulturministeriums ein orthodoxer Gedenkgottesdienst statt, 2024 geleitet vom Metropoliten von Myra des Ökumenischen Patriarchats. Für eine Andacht Ihrer Gruppe an einem anderen Tag ist vorab eine Abstimmung mit der Museumsverwaltung nötig.

Kann man von Demre nach Kekova fahren?

Ja. Boote nach Kekova fahren vom Hafen Çayağzı beim antiken Andriake, rund fünf Kilometer westlich von Demre, sowie von Üçağız, das 31 Kilometer und etwa 45 Minuten entfernt liegt. Ab Üçağız ist die Strecke zur versunkenen Stadt und nach Simena kürzer, ab Çayağzı sparen Sie die Anfahrt, wenn Sie in Demre sind.

Lohnt sich ein Tagesausflug von Antalya nach Myra?

Er lohnt sich, wenn Sie früh starten und lange Fahrzeiten in Kauf nehmen: Rund drei Stunden pro Strecke ergeben mit Myra, Kirche und Kekova-Boot einen Tag von zwölf Stunden. Ab Kemer ist es kürzer, ab Side oder Alanya kaum sinnvoll. Entspannter ist eine Übernachtung in Kaş, Üçağız oder Kaleköy.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Antalya Myra Archaeological Site (Eintritt 13 €, Öffnungszeiten, Theater, Felsgräber) (turkishmuseums.com)
  2. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Antalya St. Nicholas Memorial Museum (Eintritt 17 €, Baugeschichte, Fresken) (turkishmuseums.com)
  3. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Antalya Andriake Archaeological Site (Schließung ab 17.2.2025) (turkishmuseums.com)
  4. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Antalya Museum of Lycian Civilizations (Granarium 129–130 n. Chr., acht Säle) (turkishmuseums.com)
  5. Antalya.com.tr: Lycian Civilizations Museum (Eröffnung 2016, 1.476 Objekte) (cdn.antalya.com.tr)
  6. UNESCO World Heritage Centre, Tentative List: St. Nicholas Church (eingereicht 25.2.2000) (whc.unesco.org)
  7. Wikipedia: Myra (Nekropolen, Theater, Andriake, Apg 27,5–6) (en.wikipedia.org)
  8. Wikipedia: St. Nicholas Church, Demre (Bau um 520, Bari 1087, 1862) (en.wikipedia.org)
  9. Wikipedia: Demre (Einwohner 2022, Gewächshausanbau, Çayağzı-Strand) (en.wikipedia.org)
  10. Wikipedia: Saint Nicholas (Überlieferung und Legenden, Festtag) (en.wikipedia.org)
  11. Wikipedia: Kaş (Klimatabelle 1991–2020, NOAA) (en.wikipedia.org)
  12. Turkey Travel Planner: Demre (Myra, Kale), Entfernungen, Andriake, Museum (turkeytravelplanner.com)
  13. St. Nicholas Center: A Church … or a Museum? (Status, Liturgien seit 2007, Restaurierung 2023) (stnicholascenter.org)
  14. Gazete Vatan (DHA): Gedenkgottesdienst für den heiligen Nikolaus in Demre (6.12.2024) (gazetevatan.com)
  15. DHA: Nikolauskirche auf dem Weg zur UNESCO-Kandidatur, Sarkophag-Fund (9.12.2025) (dha.com.tr)
  16. DHA: Myra als „Pompeji Anatoliens“, Grabungen Myra-Andriake (15.12.2023) (dha.com.tr)
  17. Politikam: Andriake, Projekt „Geleceğe Miras“ (29.9.2024) (politikam.com)
  18. CNN Türk: Kekova (Abfahrt ab Çayağzı, Üçağız und Kaş) (cnnturk.com)

Angaben zu Einreise, Preisen und Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte prüfen Sie vor Reiseantritt die offiziellen Stellen.

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