Nicäa heute: Was ist İznik und wo liegt es?
Nicäa ist die antike Stadt, die heute İznik heißt: eine ruhige Kleinstadt mit rund 44.000 Einwohnern (2022) am Ostufer des İznik-Sees in der Provinz Bursa, im Nordwesten der Türkei. Der türkische Name ist direkt aus dem griechischen Nikaia abgeleitet.
Bekannt ist die Stadt vor allem durch das Konzil von 325, auf das das Nizänische Glaubensbekenntnis zurückgeht. Wer Nicäa besucht, steht damit an einem der wichtigsten Orte der Kirchengeschichte, den Katholiken, Orthodoxe und die meisten evangelischen Kirchen gleichermaßen als gemeinsame Wurzel betrachten. Einen Überblick über alle weiteren Stätten von Ephesus bis Antiochia finden Sie in unserem Ratgeber zu den christlichen Stätten in der Türkei.
Die Altstadt liegt in einem fruchtbaren Becken am See, umgeben von der weitgehend erhaltenen Stadtmauer, und folgt bis heute dem rechtwinkligen Straßenraster aus hellenistischer Zeit. Luftlinie sind es nur rund 90 Kilometer bis Istanbul, über die Straße um den Golf von İzmit aber etwa 200 Kilometer. Bis Bursa sind es rund 80 bis 90 Kilometer.
Ehrlich gesagt: İznik hat keine großen, rekonstruierten Ruinen wie Ephesus. Vieles liegt verstreut im Stadtbild, manches ist unscheinbar. Der Reiz liegt in der Dichte der Geschichte auf engem Raum.
Welche Geschichte hat Nicäa?
Nicäa war hellenistische Königsstadt, römische Metropole in Bithynien, zweifacher Konzilsort, Hauptstadt der Seldschuken, Sitz des byzantinischen Exilkaisertums und kurzzeitig Hauptstadt der Osmanen.
Gründung und Bithynien
Antigonos I. Monophthalmos, ein Nachfolger Alexanders des Großen, gründete die Stadt um 316/315 v. Chr. neu und nannte sie Antigoneia. Nach seinem Tod in der Schlacht von Ipsos 301 v. Chr. übernahm Lysimachos die Stadt und benannte sie nach seiner kurz zuvor verstorbenen Frau Nikaia. Vor 280 v. Chr. wurde Nicäa Residenz der Könige von Bithynien, in langer Rivalität mit Nikomedia (heute İzmit).
Bithynien wird auch im Neuen Testament erwähnt: Laut Apostelgeschichte wollte Paulus dorthin reisen, „aber der Geist Jesu ließ es ihnen nicht zu“ (Apg 16,7), und der erste Petrusbrief richtet sich unter anderem an die Christen in Bithynien (1 Petr 1,1). In Nicäa selbst ist ein Aufenthalt des Paulus nicht überliefert.
Römische Zeit
Ab 72 v. Chr. gehörte Bithynien zum Römischen Reich. Nach einem Erdbeben 123 n. Chr. ließ Kaiser Hadrian die Stadt wieder aufbauen. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts war Plinius der Jüngere Statthalter der Provinz; er ließ in Nicäa das abgebrannte Gymnasion erneuern und berichtete Kaiser Trajan in einem berühmten Brief (Ep. 10,96) über die Christen seiner Provinz. Nach Einfällen der Goten im 3. Jahrhundert ließ Kaiser Claudius II. die Stadtmauer neu errichten.
Das Konzil von Nicäa 325 und das Nizänum
Kaiser Konstantin der Große berief 325 n. Chr. die Bischöfe des Reiches nach Nicäa und ließ sie in seinem Palast tagen. Es begann im Mai oder Juni und endete im Sommer 325. Die Überlieferung spricht von 318 Teilnehmern, zeitgenössische Berichte von 250 bis 300, die erhaltenen Unterschriftenlisten nennen 200 bis 220 Namen. Fast alle kamen aus dem Osten; Bischof Silvester von Rom schickte zwei Presbyter als Legaten.
Anlass war der Streit um den alexandrinischen Presbyter Arius, der lehrte, der Sohn sei geschaffen und dem Vater untergeordnet. Das Konzil verwarf diese Lehre und bekannte den Sohn als „wesensgleich“ (homoousios) mit dem Vater. Arius und zwei Bischöfe, die nicht unterschrieben, wurden verbannt. Das Konzil formulierte damit den ersten Teil des Glaubensbekenntnisses, legte fest, dass Ostern überall an einem Sonntag nach christlicher Berechnung gefeiert wird, und erließ rund 20 Kanones zur Kirchenordnung.
Das heute in Gottesdiensten gesprochene „Große Glaubensbekenntnis“ ist genau genommen das Nizäno-Konstantinopolitanum: Das Konzil von Konstantinopel 381 erweiterte den Text von 325 um den Abschnitt über den Heiligen Geist. Die Kernformel stammt aber aus Nicäa, in der deutschen Fassung: „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“. Wo das Konzil von 381 tagte, zeigt Ihnen unsere Seite zu den Kirchen in Istanbul mit der Hagia Irene.
Das siebte Konzil 787 in der Hagia Sophia von Nicäa
Kaiserin Irene, Regentin für ihren Sohn Konstantin VI., berief es ein, nachdem ein erster Versuch 786 in Konstantinopel von Soldaten gesprengt worden war. Unter Vorsitz des Patriarchen Tarasios und mit zwei Legaten Papst Hadrians I. tagten rund 350 Teilnehmer vom 24. September bis 13. Oktober 787 in der Hagia Sophia von Nicäa; 308 Bischöfe oder ihre Vertreter unterschrieben.
Das Konzil beendete den ersten Bilderstreit: Ikonen dürfen verehrt werden, Anbetung im eigentlichen Sinn gebührt allein Gott. Die römisch-katholische und die orthodoxen Kirchen zählen es als siebtes ökumenisches Konzil, es ist das letzte, das beide gemeinsam anerkennen. Lutherische und anglikanische Kirchen erkennen es teilweise an.
Seldschuken, Kreuzfahrer, Laskariden und Osmanen
1081 fiel die Stadt an die Seldschuken und war bis 1097 Hauptstadt ihres Sultanats Rum. Im Ersten Kreuzzug belagerten Kreuzfahrer und Byzantiner Nicäa 1097 rund einen Monat lang; die Stadt ergab sich schließlich den Byzantinern.
Nach der Eroberung Konstantinopels durch den Vierten Kreuzzug 1204 machte Theodor I. Laskaris Nicäa zum Sitz des byzantinischen Exilreichs, des Kaiserreichs Nikaia, das bis zur Rückeroberung Konstantinopels 1261 bestand. Am 2. März 1331 nahm der Osmane Orhan die Stadt nach langer Belagerung ein, die kurz darauf als Hauptstadt diente. 1402 plünderte Timur İznik. Im 16. Jahrhundert blühte die Keramik, im 19. Jahrhundert lag die Stadt abseits der Eisenbahn und wurde zur Landstadt.
Was kann man in İznik heute sehen?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Stadtmauer mit ihren Toren, die Hagia Sophia, die Basilika im See, das Römische Theater, die Yeşil Camii und zwei Museen. Alles ist zu Fuß erreichbar, für den Rundgang brauchen Sie einen vollen Tag.
Stadtmauer, İstanbul Kapı und Lefke Kapı
Die Stadtmauer ist rund fünf Kilometer lang, bis zu 13 Meter hoch und hatte mehr als 100 Türme; 114 sind erhalten. Sie umschließt die Stadt als unregelmäßiges Fünfeck, mit vier großen Toren und Resten zwölf kleinerer. Der Verlauf geht auf das späte 1. Jahrhundert n. Chr. zurück, nach dem Gotensturm wurde die Mauer im 3. Jahrhundert neu errichtet und in byzantinischer Zeit immer wieder verstärkt.
Das İstanbul Kapı im Norden ist das eindrucksvollste Tor: ein dreifaches Tor, entstanden zur Zeit Vespasians und unter Hadrian erneuert, mit Reliefs und Medusenköpfen. Westlich davon steht der am besten erhaltene Mauerabschnitt mit 11 bis 13 Meter hohen Mauern. Das Lefke Kapı im Osten ließ laut griechischer Inschrift der Prokonsul Marcus Plancius Varus 123 n. Chr. zu Ehren Hadrians errichten; in byzantinischer Zeit wurde es ebenfalls dreiteilig. Hier können Sie auf die Mauer steigen und über die Stadt blicken. Im Süden liegt das Yenişehir Kapı, nach der Straße Richtung Yenişehir benannt, im Westen am See die spärlichen Reste des Göl Kapı.
Hagia Sophia (Orhan-Moschee)
Die Hagia Sophia steht an der Kreuzung der Hauptstraßen. An der Stelle einer Kirche des 4. Jahrhunderts ließ Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert eine Basilika errichten, in der 787 das siebte Konzil tagte. Nach einem Erdbeben 1065 wurde sie neu aufgebaut. Nach der Eroberung 1331 wurde sie zur Orhan-Moschee, im 16. Jahrhundert unter Süleyman dem Prächtigen nach einem Brand restauriert, mit Minarett und einer von Mimar Sinan entworfenen Ausmalung.
Ab 1935 war der Bau Museum, nach einer umstrittenen Restaurierung (2007–2011) wird er seit November 2011 wieder als Moschee genutzt. Im Inneren erkennen Sie die stufenförmigen Sitzreihen der Geistlichen (Synthronon) in der Apsis, Reste des Bodens in Opus sectile und Freskenreste. Der Eintritt ist frei, außerhalb der Gebetszeiten und mit bedeckten Schultern und Knien; Frauen tragen ein Kopftuch. Den großen Namensvetter in Istanbul beschreibt unsere Seite zur Hagia Sophia.
Die Basilika im İznik-See
Die Basilika im See ist die bekannteste Entdeckung der letzten Jahre. Prof. Mustafa Şahin von der Uludağ-Universität Bursa erkannte die Mauerzüge Anfang 2014 auf Luftaufnahmen; parallel zum Nordostufer zeichneten sich Wände unter der Wasseroberfläche ab. Ab 2015 folgten Unterwassergrabungen, seit 2021 unter Leitung der Museumsdirektion İznik.
Der Befund: eine dreischiffige Basilika von rund 41 mal 19 Metern mit einer Apsis von knapp sieben Metern Durchmesser. Sie liegt nur wenige Meter tief und etwa 20 bis 50 Meter vor dem Ufer; die Angaben schwanken je nach Quelle und Wasserstand des Sees. Münzen des Kaisers Valens (364–378) und der Bautyp sprechen für eine Errichtung im späten 4. oder frühen 5. Jahrhundert, also nach dem Konzil von 325. Später diente der Ort vor allem als Friedhof; vermutlich sank der Bau infolge des Erdbebens von 740 ab.
Nach der Überlieferung erinnert die Kirche an den Märtyrer Neophytos, der in der Christenverfolgung am Seeufer getötet worden sein soll. Eine Inschrift, die das bestätigt, ist bisher nicht gefunden. Auch die immer wieder geäußerte Vermutung, hier habe das Konzil getagt, ist nicht belegt; die antiken Quellen sprechen vom Kaiserpalast.
Vom Ufer aus sehen Sie bei ruhigem Wasser die Grundmauern, Informationstafeln erklären den Befund. Unterwasserbesuche sind Fachleuten auf festgelegten Routen vorbehalten; die beweglichen Funde zeigt das İznik-Museum.
Papst Leo XIV. und Patriarch Bartholomäus in İznik
Zum 1700-jährigen Jubiläum des Konzils kamen Papst Leo XIV. und der Ökumenische Patriarch Bartholomäus am 28. November 2025 an den Ausgrabungen der Basilika zu einem ökumenischen Gebet zusammen. Teilnehmer waren unter anderem der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandria, der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II., Vertreter der armenisch-apostolischen und der koptischen Kirche sowie des Lutherischen Weltbundes, der Anglikanischen Gemeinschaft und des Ökumenischen Rates der Kirchen.
Bartholomäus sagte, es gehe nicht nur um Erinnerung, sondern darum, lebendiges Zeugnis für den Glauben der Konzilsväter abzulegen. Der Papst betonte das gemeinsame Bekenntnis des Nizäno-Konstantinopolitanums und rief dazu auf, die bestehenden Spaltungen zu überwinden.
Römisches Theater
Das Theater im Südwesten der Altstadt entstand ab 111 n. Chr. unter Kaiser Trajan und bot rund 10.000 Zuschauern Platz. Im 4. bis 6. Jahrhundert wurden Teile religiös genutzt; ein Fresko zeigt Maria mit dem Kind auf einem Thron, nach Ansicht der Ausgräberin eines der frühesten Beispiele dieses Bildtyps. Gegraben wird seit den 1980er-Jahren, seit 2016 durchgehend durch die Dokuz-Eylül-Universität. Die Säulengalerien aus hadrianischer Zeit gelten als einzigartig in Anatolien.
Nach der Restaurierung der Hauptbauten ist das Theater seit 2024 wieder zugänglich, laut Bericht täglich außer montags. Im Bereich wurden auch zwölf osmanische Keramikwerkstätten mit Brennöfen gefunden, die später gezeigt werden sollen.
Yeşil Camii und frühe osmanische Bauten
Die Yeşil Camii, die „Grüne Moschee“, steht nahe dem Lefke-Tor. Großwesir Çandarlı Kara Halil Hayreddin Pascha ließ sie ab 1378 errichten, vollendet wurde sie 1391/92 von seinem Sohn; der Architekt hieß Hacı bin Musa. Der Kuppelbau hat eine dreijochige Vorhalle. Den Namen gab das rund 25 Meter hohe Minarett mit glasierten Ziegeln in Grün, Türkis, Gelb und Dunkelviolett. 1922 beschädigt, wurde die Moschee 1956 bis 1969 restauriert. Sehenswert sind außerdem die Hacı-Özbek-Moschee von 1333 und der römische Obelisk des Gaius Cassius Philiscus.
İznik-Museum und Nilüfer-Hatun-İmaret
Unweit der Yeşil Camii steht das Nilüfer-Hatun-İmaret, eine Armenküche, die Sultan Murad I. 1388 zum Andenken an seine Mutter Nilüfer Hatun errichten ließ. Von 1960 bis 2012 war hier das Archäologische Museum. Nach rund acht Jahren Restaurierung öffnete der Bau am 3. Juli 2020 als Museum für türkisch-islamische Kunst wieder, mit İznik-Keramik und -Fliesen, Münzen aus der Zeit Orhans und Alltagsgegenständen.
Die archäologischen Funde zeigt seit 2023 das neue İznik-Museum: rund 1.500 Objekte vom Neolithikum bis in osmanische Zeit, darunter Funde aus Basilika und Theater und bekannte römische Sarkophage. Als Öffnungszeit wird 8 bis 17 Uhr angegeben; aktuelle Zeiten und Eintritt finden Sie auf muze.gov.tr.
Sehenswürdigkeiten im Überblick
| Sehenswürdigkeit | Was Sie sehen | Dauer (ca.) |
|---|---|---|
| İstanbul Kapı und Mauer | dreifaches Tor, bester Mauerabschnitt | 30 Min. |
| Lefke Kapı | Hadrianstor, Blick von der Mauer | 20–30 Min. |
| Hagia Sophia (Orhan-Moschee) | Konzilskirche 787, Synthronon, Freskenreste | 30 Min. |
| Basilika im See | Grundmauern im flachen Wasser, Infotafeln | 30 Min. |
| Römisches Theater | Ränge, Säulengalerien, Marienfresko | 45 Min. |
| Yeşil Camii | Minarett mit glasierten Ziegeln, Vorhalle | 20 Min. |
| Nilüfer-Hatun-İmaret | Keramik, frühosmanischer Bau | 45 Min. |
| İznik-Museum | Sarkophage, Funde aus Basilika und Theater | 1 Std. |
| Keramikwerkstatt | Bemalen, Brennen, Einkauf | 30–60 Min. |
Was ist İznik-Keramik?
İznik-Keramik ist die Quarzfrittekeramik, die zwischen dem späten 15. und dem 17. Jahrhundert in İznik für den osmanischen Hof und den Markt hergestellt wurde. Fliesen und Gefäße aus İznik schmücken die großen Moscheen und den Topkapı-Palast in Istanbul.
Geschichte vom 15. bis 17. Jahrhundert
Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts begannen Werkstätten in İznik, vermutlich mit Förderung durch den Hof, hochwertige blau-weiße Ware nach dem Vorbild chinesischen Porzellans herzustellen. Um 1520 kam Türkis hinzu, später Violett, Grün und Grau, um 1560 schließlich das berühmte leuchtende Bolus-Rot. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts dominierten Fliesen: Die Süleymaniye-Moschee (1557) gehört zu den ersten Bauten mit dem neuen Rot, die Rüstem-Pascha-Moschee zeigt mehr als 80 Fliesenmuster, die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul, die „Blaue Moschee“, rund 20.000 Fliesen.
Ab den 1590er-Jahren sank die Qualität. Festgelegte Preise, ausbleibende Hofaufträge und billige chinesische Importe trafen die Werkstätten; Mitte des 17. Jahrhunderts arbeiteten nur noch wenige Öfen, die letzten datierten Stücke stammen von 1678, im frühen 18. Jahrhundert endete die Produktion.
Heutige Werkstätten und İznik-Stiftung
Die Wiederbelebung begann 1993, als die Wirtschaftsprofessorin Işıl Akbaygil die İznik-Stiftung (İznik Vakfı) gründete. In knapp zwei Jahren rekonstruierte sie mit Fachleuten der Technischen Universität Istanbul, des MIT und von Princeton die verlorene Rezeptur, vor allem Mischung und Brand für das Korallenrot. Nach Angaben der Stiftung bestehen İznik-Fliesen zu bis zu 85 Prozent aus Quarz. Im Stiftungssitz am Ort werden die Fliesen bis heute von Hand bemalt.
Daneben gibt es in İznik zahlreiche kleinere Werkstätten und Läden, oft mit Malerinnen bei der Arbeit. Die Qualität reicht von handbemalter Quarzkeramik bis zu einfacher Souvenirware. Lassen Sie sich bei teureren Stücken bestätigen, dass es sich um neue Arbeiten handelt; was beim Zoll gilt, steht im Ratgeber Was darf man aus der Türkei mitnehmen?.
Wie kommt man nach İznik?
Ab Istanbul fahren Sie am schnellsten mit der Schnellfähre von Yenikapı nach Yalova (rund eine Stunde) und von dort etwa eine Stunde über die Straße. Insgesamt sollten Sie mit Wartezeiten zweieinhalb bis drei Stunden pro Richtung rechnen. Ab Bursa sind es rund eineinhalb Stunden.
| Von / nach | Entfernung | Fahrzeit (ca.) |
|---|---|---|
| Yalova (Fähranleger) | ca. 60 km | 1 Std. |
| Istanbul-Yenikapı – Yalova | Fähre | ca. 1 Std. |
| Istanbul (Straße über Osmangazi-Brücke) | ca. 200 km | 3 Std. |
| Bursa | ca. 80–90 km | 1–1,5 Std. |
Ab dem Fähranleger in Yalova fahren nach jeder Fähre Minibusse nach İznik (65 bis 80 Minuten), ab dem Busbahnhof Bursa etwa alle 20 bis 30 Minuten (gut eine Stunde). Fährpläne ändern sich nach Saison, bei Sturm kann die Fähre ausfallen. Mit eigenem Fahrer entfallen alle Umstiege.
Wie plant man den Besuch in İznik?
İznik ist als langer Tagesausflug ab Istanbul möglich, am besten aber als Station auf dem Weg nach Bursa mit ein bis zwei Übernachtungen dort. Für die Stätten genügt ein voller Tag.
Tagesausflug ab Istanbul oder Bursa
Ein typischer Tag: frühe Fähre nach Yalova, gegen 10 Uhr am İstanbul Kapı, Rundgang entlang der Mauer zum Lefke Kapı, Yeşil Camii und Nilüfer-Hatun-İmaret. Mittags essen Sie am Seeufer, nachmittags folgen Hagia Sophia, Theater, Museum und Basilika, zum Sonnenuntergang über dem See bleiben Sie am Ufer. Wer abends nach Istanbul zurückfährt, ist erst spät im Hotel.
Freitags ist die Hagia Sophia über die Mittagszeit wegen des Freitagsgebets nicht zu besichtigen, das Theater hat montags geschlossen. Im Hochsommer wird es mittags heiß und Schatten ist knapp, im Winter regnet es häufig. Angenehm sind April bis Juni sowie September und Oktober. Mehr dazu im Ratgeber zur besten Reisezeit für die Türkei.
İznik mit Bursa kombinieren
Bursa war im frühen 14. Jahrhundert die erste große Hauptstadt der Osmanen. Seit 2014 stehen Bursa und das Dorf Cumalıkızık als „Geburtsort des Osmanischen Reiches“ auf der UNESCO-Welterbeliste: das Hanviertel mit dem Seidenbasar, die Külliyen um Orhan Gazi, die Grüne Moschee mit Grabmal und die Muradiye mit ihren Sultansgräbern. İznik selbst steht seit 2014 auf der Tentativliste der UNESCO.
Zwei bis drei Tage für İznik und Bursa sind ein guter Rahmen. Viele Gäste hängen sie an einen Aufenthalt in Istanbul an, etwa nach unserem Programm Istanbul in 4 Tagen, und fahren danach weiter Richtung Ägäis.
Nicäa für Gruppen: Ökumenische Reisen und Pilgerfahrten
Für Kirchengemeinden, ökumenische Arbeitskreise, Pilger- und Studiengruppen ist Nicäa ein naheliegendes Ziel, weil es Konfessionen verbindet. Wir organisieren solche Reisen mit eigenem Bus und Fahrer, deutschsprachiger Reiseleitung mit theologischem oder byzantinistischem Fachwissen und Zeit für eine Andacht am Seeufer bei der Basilika.
Typische Bausteine sind die Konzilsorte Nicäa, Konstantinopel und Chalcedon, die Kirchen Istanbuls mit dem Ökumenischen Patriarchat im Phanar und bei Bedarf die Weiterreise nach Ephesus. Für längere Programme eignen sich unsere Reise zu den sieben Gemeinden der Offenbarung oder die Paulus-Reise durch die Türkei. Termine richten wir nach Ihrem Gemeindekalender.
Gottesdienste in der Hagia Sophia von İznik sind nicht möglich, da sie Moschee ist; für eine Messe oder Andacht suchen wir mit Ihnen einen geeigneten Ort. Schreiben Sie uns mit Gruppengröße, Wunschzeitraum und Schwerpunkten über das Anfrageformular, der Preis hängt von Dauer, Hotels und Teilnehmerzahl ab.
İznik: Praktische Tipps
Kleidung: Für die Hagia Sophia und die Yeşil Camii brauchen Sie bedeckte Schultern und Knie, Frauen ein Tuch. Für Mauer und Theater sind feste Schuhe sinnvoll.
Bezahlen: Werkstätten akzeptieren meist Karten, für Minibusse und kleine Läden brauchen Sie Bargeld.
Wenn Sie Nicäa mit Istanbul, Bursa oder einer Rundreise zu den christlichen Stätten verbinden möchten, stellt Ihnen unser Team einen Vorschlag zusammen. Schreiben Sie uns über die Anfrage.
Rundreisen mit Nicäa (İznik)
Byzanz & Nicäa: Konzilsreise nach Istanbul und İznik in 5 Tagen
Istanbul – Kadıköy – Yalova – İznik
5 Tage auf den Spuren der Konzilien: byzantinisches Istanbul, Liturgie im Patriarchat, Chalcedon und Nicäa (İznik) mit Konzilskirche und Basilika im See.
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Häufige Fragen
Wo liegt das antike Nicäa heute?
Das antike Nicäa ist die heutige Kleinstadt İznik in der Provinz Bursa im Nordwesten der Türkei. Sie liegt am Ostufer des İznik-Sees, rund 80 bis 90 Kilometer nordöstlich von Bursa und etwa 200 Straßenkilometer von Istanbul. Die Altstadt liegt bis heute innerhalb der antiken Stadtmauer und folgt dem rechtwinkligen Straßenraster aus hellenistischer Zeit.
Was wurde auf dem Konzil von Nicäa 325 beschlossen?
Das von Kaiser Konstantin einberufene Konzil verurteilte die Lehre des Arius, wonach der Sohn geschaffen und dem Vater untergeordnet sei, und hielt fest, dass der Sohn mit dem Vater „wesensgleich“ (griechisch homoousios) ist. Daraus entstand der erste Teil des Glaubensbekenntnisses. Außerdem regelte das Konzil, dass Ostern einheitlich an einem Sonntag gefeiert wird, und erließ rund 20 Kanones.
Kann man die Basilika im İznik-See sehen?
Ja, vom Ufer aus. Die Grundmauern liegen nur wenige Meter tief (je nach Quelle und Wasserstand 1,5 bis 3 Meter) und etwa 20 bis 50 Meter vor dem Nordostufer, bei ruhigem Wasser zeichnen sich Apsis und Mauerzüge deutlich ab. Tauchgänge zur Basilika sind Fachleuten vorbehalten, am Ufer informieren Tafeln über den Befund.
Ist die Hagia Sophia in İznik eine Kirche oder eine Moschee?
Sie ist eine Moschee. Die byzantinische Kirche wurde nach der osmanischen Eroberung 1331 zur Orhan-Moschee, war ab 1935 Museum und wird seit November 2011 wieder als Moschee genutzt. Besucher sind außerhalb der Gebetszeiten willkommen, Schultern und Knie sollten bedeckt sein, Frauen tragen ein Kopftuch.
Lohnt sich ein Tagesausflug von Istanbul nach İznik?
Für Interessierte an Kirchengeschichte und Byzanz ja, er ist aber lang: Mit Fähre und Fahrt rechnen Sie mit rund zweieinhalb bis drei Stunden pro Richtung. Angenehmer ist es, İznik auf dem Weg nach Bursa zu besuchen und dort zu übernachten. Mit eigenem Fahrer sind Sie flexibel und können Fährzeiten und Gebetszeiten besser einplanen.
Wird in İznik heute noch Keramik hergestellt?
Ja. Nach dem Ende der historischen Produktion im frühen 18. Jahrhundert rekonstruierte die 1993 gegründete İznik-Stiftung mit Universitäten die alten Rezepturen mit hohem Quarzanteil. Heute gibt es in İznik mehrere Werkstätten und Läden, in denen Sie Fliesen und Teller kaufen und oft beim Bemalen zusehen können.
Quellen & weiterführende Informationen
- Wikipedia: İznik (Lage, Einwohner, Entfernungen, Stadtmauer, Bauten) (en.wikipedia.org)
- Wikipedia: Nicaea (Gründung, Bithynien, Seldschuken, Kreuzfahrer, Kaiserreich Nikaia, Osmanen) (en.wikipedia.org)
- Wikipedia: First Council of Nicaea (325) (en.wikipedia.org)
- Wikipedia: Second Council of Nicaea (787) (en.wikipedia.org)
- Wikipedia: Hagia Sophia, İznik (Bau, Orhan-Moschee, Museum 1935, Moschee seit 2011) (en.wikipedia.org)
- Wikipedia: Green Mosque, İznik (Yeşil Camii, 1378–1391) (en.wikipedia.org)
- Wikipedia: Iznik pottery (Chronologie, Farben, Fliesen der Blauen Moschee) (en.wikipedia.org)
- UNESCO World Heritage Centre, Tentative List: İznik (2014) (whc.unesco.org)
- UNESCO World Heritage Centre: Bursa and Cumalıkızık – the Birth of the Ottoman Empire (2014) (whc.unesco.org)
- Dicastery for Promoting Christian Unity: Ecumenical prayer in Iznik to commemorate the First Council of Nicaea (28.11.2025) (christianunity.va)
- Küre Ansiklopedi: İznik Bazilikası (Entdeckung 2014, Maße, Datierung, Grabungen) (kureansiklopedi.com)
- Hürriyet Daily News: Mary and Jesus fresco in İznik restored (Römisches Theater, 2024) (hurriyetdailynews.com)
- Turkish Archaeological News: Fortifications of Iznik (Nicaea) (turkisharchaeonews.net)
- Küre Ansiklopedi: İznik Nilüfer Hatun İmareti Türk İslam Eserleri Müzesi (kureansiklopedi.com)
- Küre Ansiklopedi: İznik Müzesi (Neubau, Sammlung, Öffnungszeiten) (kureansiklopedi.com)
- Malay Mail (AFP): Iznik reborn – how Türkiye cracked the lost secret of Ottoman tilemaking (2025) (malaymail.com)
- Turkey Travel Planner: Yalova (Fähren nach Istanbul, Weiterfahrt nach İznik und Bursa) (turkeytravelplanner.com)
- İznik Ultra: Ulaşım (Minibusse Yalova–İznik und Bursa–İznik) (iznikultra.com)
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