Reiseziele
Kappadokien
Feenkamine, Felsenkirchen, unterirdische Städte und Ballone im Morgenlicht: Kappadokien ist das Herzstück fast jeder Türkei-Rundreise.
Eine Zentralanatolien Reise führt auf das Hochland im Herzen der Türkei, auf rund 900 bis 1.300 Meter Höhe: zu den Feenkaminen und Felsenkirchen Kappadokiens, nach Konya mit dem Mevlana-Museum und Çatalhöyük, in die Hauptstadt Ankara mit Anıtkabir und dem Museum für anatolische Zivilisationen sowie zur Hethiterhauptstadt Hattuscha. Dazwischen liegen die Karawanserei Sultanhanı an der alten Handelsstraße, der Salzsee Tuz Gölü und der Vulkan Erciyes, im Winter Skigebiet. Kappadokien erreichen Sie per Inlandsflug nach Kayseri oder Nevşehir, Ankara und Konya auch mit dem Schnellzug. Beste Reisezeit sind April bis Juni und September bis Oktober; das Klima ist kontinental mit heißen, trockenen Sommern und frostigen Wintern.
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Zentralanatolien ist das Hochland im Herzen der Türkei und eignet sich vor allem für Kulturreisende, Wanderer und alle, die mehr als Strand sehen möchten: Hier liegen Kappadokien mit seinen Feenkaminen, Konya mit dem Mausoleum Mevlanas, die Hauptstadt Ankara und die Hethiterhauptstadt Hattuscha. Die Region ist kein Badeziel, sondern ein Land der großen Distanzen, der Steppe und der Vulkane, in dem fast jede Epoche Anatoliens Spuren hinterlassen hat, von der Jungsteinzeit in Çatalhöyük bis zur Republik.
Diese Seite ordnet die Region ein und zeigt, wie die Orte zusammenhängen. Für Details zu Eintritt, Wanderungen oder Hotels verlinken wir jeweils auf unsere Einzelseiten, damit Sie dort tiefer einsteigen können.
Zentralanatolien (auch Inneranatolien, türkisch İç Anadolu) ist die große Hochebene zwischen dem Pontischen Gebirge im Norden und dem Taurus im Süden. Die meisten Orte liegen zwischen 900 und 1.300 Metern Höhe, der Salzsee Tuz Gölü auf etwa 905 Metern, Göreme und Uçhisar auf über 1.000 Metern. Darüber erheben sich Vulkane wie der Erciyes (3.917 m) und der Hasan Dağı, deren Asche einst die Tufflandschaft Kappadokiens gebildet hat.
Für eine Reise ist Zentralanatolien in drei Räume geteilt:
Die Region lohnt sich besonders für Reisende, die Geschichte im Zusammenhang erleben möchten. In wenigen Tagen sehen Sie hethitische Tore, phrygische Grabhügel, byzantinische Felsenkirchen, seldschukische Karawansereien und Moscheen sowie das Mausoleum Atatürks. Wer dagegen vor allem Erholung sucht, verbindet Zentralanatolien besser mit einigen Tagen an der Küste. Der Hinweis gehört dazu: Die Fahrten sind lang, die Steppe zwischen den Orten ist über Stunden recht eintönig, und im Hochsommer wird es tagsüber heiß, im Winter frostig.
Vier Stätten der Region stehen auf der UNESCO-Welterbeliste: der Nationalpark Göreme und die Felsendenkmäler Kappadokiens (seit 1985), Hattuscha (seit 1986), Çatalhöyük (seit 2012) und Gordion bei Ankara (seit 2023). Einen Überblick über alle Stätten des Landes finden Sie im Ratgeber Antike Stätten in der Türkei.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Ziele zusammen. Fahrzeiten sind gerundete Richtwerte ohne längere Pausen.
| Ort | Charakter | Ideal für | Flughafen + Fahrzeit | Reisezeit |
|---|---|---|---|---|
| Göreme und Uçhisar | Feenkamine, Felsenkirchen, Ballonstart | Erstbesucher, Fotografen, Wanderer | Nevşehir (NAV) ca. 40 km, 30–40 Min.; Kayseri (ASR) ca. 75 km, ca. 1 Std. | April–Juni, Sept.–Okt. |
| Ürgüp und Mustafapaşa | Kleinstadt, Steinhäuser, Weingüter | Genießer, Paare | wie Göreme, Kayseri etwas näher | April–Juni, Sept.–Okt. |
| Avanos | Töpferort am Kızılırmak | Familien, Kunsthandwerk | wie Göreme | April–Okt. |
| Unterirdische Städte (Derinkuyu, Kaymaklı) | Fluchtstädte im Tuff | Familien mit Kindern, Geschichtsinteressierte | ca. 20–30 km südlich von Göreme | ganzjährig (unter Tage kühl) |
| Ihlara-Tal und Selime | grüne Schlucht, Felsenkloster | Wanderer | ca. 80 km südwestlich von Göreme | April–Juni, Sept.–Okt. |
| Konya | Seldschukenstadt, Mevlana-Museum | Kulturreisende, Etappe Richtung Küste | Konya (KYA); ab Göreme ca. 230 km, ca. 3 Std. | April–Juni, Sept.–Okt., Dezember zur Gedenkwoche |
| Çatalhöyük | jungsteinzeitliche Siedlung | Archäologie-Interessierte | ca. 50 km südöstlich von Konya, 40–50 Min. | April–Juni, Sept.–Okt. |
| Sultanhanı | größte seldschukische Karawanserei | Etappenstopp | ca. 110 km nordöstlich von Konya, ca. 40 km westlich von Aksaray | ganzjährig |
| Tuz Gölü | flacher Salzsee | Fotostopp | an der Strecke Ankara–Aksaray | Juli–Sept. (Salzkruste) |
| Ankara | Hauptstadt, Museen, Anıtkabir | Geschichte, Etappe Istanbul–Kappadokien | Esenboğa (ESB) ca. 28 km; YHT ab Istanbul ca. 4,5–5 Std. | April–Juni, Sept.–Okt. |
| Hattuscha und Yazılıkaya | Hethiterhauptstadt | Studienreisende | ab Ankara ca. 200 km, 3,5 Std.; ab Ürgüp ca. 240 km, 4 Std. | Mai–Juni, Sept.–Okt. |
| Erciyes | Vulkan, Skigebiet | Skifahrer, Ski plus Kultur | Kayseri (ASR), ca. 18–30 km zu den Pisten | Mitte Dez.–März, oft bis April |
Kappadokien ist für die meisten Reisenden der Grund, nach Zentralanatolien zu kommen, und sollte mindestens drei Nächte bekommen. Die Region um Göreme ist eine Vulkanlandschaft aus weichem Tuff, den Wind und Wasser zu Kegeln, Säulen und Schluchten geformt haben. In diesen Fels haben Menschen über Jahrhunderte Wohnungen, Taubenschläge, Klöster und ganze Städte gegraben.
Die UNESCO schützt den Nationalpark Göreme und die Felsendenkmäler seit 1985 als ein Gebiet von fast 9.900 Hektar mit mehr als 200 in den Fels gehauenen Kirchen, teils mit umfangreichen Fresken. Die Felsenkirchen bezeugen laut UNESCO die byzantinische Kunst nach dem Bilderstreit; das Mönchsleben in den Felszellen reicht nach heutigem Verständnis bis ins 4. Jahrhundert zurück. Alles Wichtige zu Tagen, Wandertälern, Klima und Anreise steht auf unserer Hauptseite Kappadokien, die Sehenswürdigkeiten mit Eintritt und Öffnungszeiten im Ratgeber Kappadokien Sehenswürdigkeiten.
Göreme ist der praktischste Standort, weil viele Täler zu Fuß erreichbar sind und die meisten Ballone hier aufsteigen. Am Ortsrand liegt das Freilichtmuseum Göreme, ein ehemaliger Klosterbezirk mit Felsenkirchen aus dem 10. bis 13. Jahrhundert, darunter die Dunkle Kirche (Karanlık Kilise) mit besonders gut erhaltenen Fresken und die Tokalı Kilise unterhalb des Hauptgeländes.
Uçhisar wenige Kilometer westlich ist ruhiger und hat mit seiner durchlöcherten Felsburg den höchsten Aussichtspunkt der Umgebung. Wer bei der Hotelwahl zwischen Atmosphäre und Komfort abwägt, findet im Ratgeber Höhlenhotels in Kappadokien die Unterschiede zwischen den Orten. Für die Ballonfahrt bei Sonnenaufgang, die jeden Morgen von der Luftfahrtbehörde je nach Wind freigegeben wird, haben wir einen eigenen Ratgeber zur Ballonfahrt.
Ürgüp ist die größte Kleinstadt im Kern Kappadokiens, mit Restaurants, alten Steinhäusern und Weingütern. Rund um Ürgüp wird seit der Antike Wein angebaut; wer Weinproben einplanen möchte, findet Hintergründe im Ratgeber Türkischer Wein. Das benachbarte Mustafapaşa, früher das griechische Sinasos, zeigt mit seinen Herrenhäusern, wie die Region vor dem Bevölkerungsaustausch von 1923 aussah.
Avanos liegt am Fluss Kızılırmak und lebt von seiner Töpfertradition aus rotem Flusston. Für Familien ist eine Töpferwerkstatt oft ein Höhepunkt; auf Gruppentouren sind solche Stopps allerdings meist auch Verkaufsveranstaltungen.
Unter Kappadokien gibt es zahlreiche unterirdische Anlagen, die bekanntesten sind Derinkuyu und Kaymaklı, beide Teil des UNESCO-Welterbes. Laut UNESCO zogen sich die Bewohner bei arabischen Einfällen in diese Fluchtstädte zurück. Derinkuyu reicht rund 85 Meter in den Tuff, Besucher steigen etwa 50 bis 60 Meter hinab; Kaymaklı ist flacher, aber verwinkelter.
Für die meisten Reisenden genügt eine der beiden. Was Sie unter Tage erwartet, wie eng es wird und wann es leer ist, beschreibt unsere Seite Derinkuyu.
Das Ihlara-Tal rund 80 Kilometer südwestlich von Göreme ist eine 14 Kilometer lange Schlucht des Melendiz-Flusses, grün und schattig, mit Felsenkirchen in der Steilwand. Am nördlichen Talende liegt das Felsenkloster Selime, eine weitläufige, in den Fels gehauene Klosteranlage.
Das Tal liegt bereits in der Provinz Aksaray und damit auf dem Weg nach Konya. Deshalb lässt es sich gut auf dem Fahrtag zwischen Kappadokien und Konya einbauen, statt eigens hin- und zurückzufahren. Wanderer finden weitere Routen im Ratgeber Wandern in der Türkei.
Konya ist die alte Hauptstadt der Rum-Seldschuken und die Stadt des Mystikers Mevlana Celaleddin Rumi, für die meisten Reisenden eine Übernachtung zwischen Kappadokien und der Küste. Die Stadt liegt rund 230 Kilometer südwestlich von Göreme und ist eine der konservativsten des Landes; in der Innenstadt bekommen Sie in den meisten Restaurants keinen Alkohol, und in Moscheen und im Museum sollten Schultern und Knie bedeckt sein.
Das Mevlana-Museum ist das frühere Ordenshaus der Mevlevi-Derwische mit dem Mausoleum Mevlanas unter der türkisfarbenen Kuppel. Laut Kulturministerium wurde das Grabmal 1274 errichtet, Ritualsaal (Semahane), Moschee und Derwischzellen stammen aus dem 16. Jahrhundert. Nach der Schließung der Orden 1925 wurde das Haus 1926 als Museum geöffnet und trägt seit 1954 den Namen Mevlana-Museum.
Der Eintritt ist laut der offiziellen Museumsseite derzeit frei (Stand: Oktober 2026). Rechnen Sie mit einer Stunde und an Wochenenden und Feiertagen mit vielen türkischen Pilgern. Alles Weitere zu Seldschuken-Bauten wie der Karatay-Medrese, zu Essen und Übernachtung steht auf unserer Seite Konya.
Die Sema-Zeremonie der Mevlevi ist ein religiöses Ritual und steht seit 2008 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. In Konya findet sie das Jahr über meist samstagabends im Mevlana-Kulturzentrum statt, in der Gedenkwoche vom 7. bis 17. Dezember täglich, dann ist die Stadt voll. Hintergründe, Termine und Hinweise zum respektvollen Zuschauen gibt der Ratgeber Tanzende Derwische.
Çatalhöyük rund 50 Kilometer südöstlich von Konya ist eine der ältesten bekannten Großsiedlungen der Menschheit und seit 2012 UNESCO-Welterbe. Laut UNESCO umfasst der östliche Hügel 18 Siedlungsschichten aus der Zeit von etwa 7400 bis 6200 v. Chr., der westliche Hügel stammt aus der Kupferzeit (etwa 6200 bis 5200 v. Chr.). Die Häuser standen Wand an Wand ohne Straßen, man betrat sie über das Dach.
Ehrlich gesagt: Für Laien sieht die Grabung unter dem Schutzdach zunächst nach Lehmmauern aus. Mit einer guten Erklärung und dem Besuch der Funde im Museum für anatolische Zivilisationen in Ankara wird daraus ein Blick an den Anfang des sesshaften Lebens. Wer sich für die Frühgeschichte interessiert, sollte Çatalhöyük auch mit Göbekli Tepe im Südosten vergleichen, das noch älter ist.
Die Karawanserei Sultanhanı an der Straße zwischen Konya und Aksaray ist die größte erhaltene mittelalterliche Karawanserei der Türkei und ein fester Halt auf dem Weg nach Kappadokien. Sie wurde 1229 unter Sultan Alaeddin Keykubad I. errichtet, nach einem Brand 1278 wiederhergestellt und erweitert und bedeckt rund 4.900 Quadratmeter.
Der Aufbau ist typisch seldschukisch: ein offener Hof von etwa 44 mal 58 Metern für die warme Jahreszeit, in dessen Mitte eine kleine Köşk-Moschee auf vier Bögen steht, und eine überdachte, fast kirchenschiffartige Halle für den Winter. Durch das hohe, reich verzierte Marmorportal zogen einst Händler mit Kamelen, Pferden und Waren; laut seldschukischer Praxis wurden sie für die ersten Tage auf Kosten des Sultans versorgt.
Sultanhanı liegt etwa 40 Kilometer westlich von Aksaray und rund 110 Kilometer nordöstlich von Konya. Für die Besichtigung genügen 30 bis 45 Minuten. Weitere Hane der Region, darunter Ağzıkara Han und Sarıhan bei Kappadokien und Karatay Han bei Kayseri, sowie die Frage, warum die Seldschuken im Abstand einer Tagesetappe bauten, behandelt der Ratgeber Karawansereien an der Seidenstraße.
Der Tuz Gölü ist ein großer, sehr flacher Salzsee zwischen Ankara, Konya und Aksaray und lohnt einen Fotostopp auf der Fahrt durch die Steppe. Seine Fläche schwankt je nach Jahreszeit, sie wird mit rund 1.600 Quadratkilometern angegeben; die mittlere Tiefe liegt bei etwa einem halben Meter. Im Hochsommer verdunstet ein großer Teil des Wassers, und es bleibt eine weiße Salzkruste, auf der man am Ufer ein Stück hinausgehen kann.
Der See ist wirtschaftlich bedeutend: Laut Wikipedia stammen aus drei Salinen am See 63 Prozent des in der Türkei verbrauchten Salzes. Seit 2001 ist er als besonderes Schutzgebiet ausgewiesen. Auf Inseln im Süden des Sees brütet die wichtigste Kolonie des Rosaflamingos in der Türkei; die Brutplätze sind für Besucher nicht zugänglich.
Praktisch: Der See liegt an der Strecke von Ankara über Aksaray nach Kappadokien, nahe der Kleinstadt Şereflikoçhisar. Planen Sie 20 bis 30 Minuten ein, eine Sonnenbrille gegen das grelle Licht und Schuhe, die etwas Salz vertragen. Mehr als einen Stopp ist der See für die meisten Reisenden nicht; wer früh im Jahr kommt, sieht eher eine Wasserfläche als eine Salzebene.
Ankara ist die Hauptstadt der Türkei und für Kulturreisende vor allem wegen zweier Orte wichtig: des Atatürk-Mausoleums Anıtkabir und des Museums für anatolische Zivilisationen. Die Stadt liegt rund 450 Kilometer östlich von Istanbul und etwa 285 bis 300 Kilometer nordwestlich von Kappadokien, fast genau auf dem Weg dazwischen. Sie wirkt als moderne Verwaltungsstadt weniger malerisch als Istanbul, ist als Etappe aber sehr ergiebig.
Das Museum ist die wichtigste archäologische Sammlung Zentralanatoliens und wurde 1997 zum Europäischen Museum des Jahres gewählt. Es liegt am Hang unterhalb der Zitadelle in zwei osmanischen Bauten, dem Mahmutpaşa-Bedesten und dem Kurşunlu Han, die 2014 erneuert wurden. Die Ausstellung führt chronologisch von der Altsteinzeit über die Kupferzeit (mit Funden aus Çatalhöyük), die Bronzezeit und die assyrischen Handelskolonien zu den Hethitern, Phrygern, Späthethitern und Urartäern; im unteren Saal folgen klassische Antike und Stadtgeschichte.
Laut Kulturministerium ist das Museum vom 1. Juni bis 1. Oktober täglich von 8:30 bis 21:00 Uhr geöffnet, im Winter bis 17:30 Uhr; der Eintritt für ausländische Besucher betrug 12 Euro (Stand: Oktober 2026, bitte vor dem Besuch auf der offiziellen Seite prüfen). Planen Sie zwei bis drei Stunden ein. Wer Hattuscha oder Çatalhöyük besucht, sollte das Museum davor oder danach einplanen, denn viele der wichtigsten Funde stehen hier.
Der Anıtkabir ist das Mausoleum von Mustafa Kemal Atatürk, dem Gründer der Republik, und der zentrale Erinnerungsort des Landes. Der Eintritt ist frei; geöffnet ist laut aktueller Berichterstattung täglich von 9 bis 19 Uhr (April bis Oktober) bzw. bis 17 Uhr (November bis März). Zum Gelände gehören der von Löwenfiguren gesäumte Zugangsweg und ein Museum.
An Nationalfeiertagen wie dem 29. Oktober und am Todestag Atatürks am 10. November ist der Andrang sehr groß. Für viele Türken ist der Besuch ein ernster Moment; verhalten Sie sich ruhig und respektvoll. Weitere Ziele wie Zitadelle, Augustustempel und das Viertel Hamamönü finden Sie auf unserer Seite Ankara.
Etwa 90 Kilometer südwestlich von Ankara liegt Gordion, die Hauptstadt der Phryger und Stadt des sagenhaften Königs Midas, seit 2023 UNESCO-Welterbe. Zu sehen sind der große Grabhügel aus der Zeit um 740 v. Chr. mit einer hölzernen Grabkammer, der Siedlungshügel und ein kleines Museum. Für den Ausflug sollten Sie einen halben Tag einplanen.
Hattuscha beim Dorf Boğazkale war von etwa 1650 bis um 1180 v. Chr. die Hauptstadt des Hethiterreichs und ist seit 1986 UNESCO-Welterbe. Die Stätte liegt in der Provinz Çorum, rund 200 Kilometer östlich von Ankara und etwa 240 Kilometer nördlich von Ürgüp, und ist damit ideal als Etappe zwischen Ankara und Kappadokien.
Zu sehen sind laut UNESCO eine über acht Kilometer lange Stadtmauer, der Große Tempel in der Unterstadt aus dem 13. Jahrhundert v. Chr., zahlreiche Tempel in der Oberstadt sowie die Tore der oberen Befestigung, darunter Löwentor, Königstor und Sphinxtor. Unter dem Sphinxtor führt der rund 71 Meter lange Tunnel Yerkapı hindurch. In der Königsburg Büyükkale fand man das Keilschriftarchiv mit fast 25.000 Tontafeln, das heute im Weltdokumentenerbe-Register steht.
Etwa zwei Kilometer nordöstlich liegt das Felsheiligtum Yazılıkaya mit zwei natürlichen Felskammern, in deren Wände Reliefs von Göttern und Göttinnen und des Großkönigs Tuthalija IV. gemeißelt sind. Für Hattuscha mit Yazılıkaya und dem Museum Boğazkale brauchen Sie vier bis fünf Stunden, mit der nahen Stätte Alacahöyük einen ganzen Tag.
Laut Kulturministerium ist die Stätte von April bis September von 8:30 bis 19:00 Uhr geöffnet, von Oktober bis März bis 17:00 Uhr. Das Gelände ist weitläufig, die Wege zwischen den Toren sind lang; ohne Fahrzeug wird der Besuch mühsam. Ausführlich mit Geschichte, Rundgang und Anfahrt: Hattuscha.
Der Erciyes bei Kayseri ist mit 3.917 Metern der höchste Berg Zentralanatoliens und im Winter das am stärksten ausgebaute Skigebiet der Türkei. Die oberste Bergstation erreicht rund 3.400 Meter. Laut Betreiber und Stadtverwaltung gibt es 41 Pisten mit zusammen 112 Kilometern; unabhängige Vermessungen kommen auf rund 55 Kilometer. Die Saison dauert etwa von Mitte Dezember bis März, oft bis in den April.
Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum ist der Erciyes vor allem als Kombination interessant: Nach Kappadokien sind es etwa eine Stunde Fahrt, sodass einer Ski fährt, während der andere Göreme oder die unterirdischen Städte besichtigt. An Wochenenden und in den türkischen Halbjahresferien Ende Januar und Anfang Februar ist es an den Liften voll, unter der Woche deutlich ruhiger. Pisten, Schneesicherheit und Sicherheitshinweise beschreibt der Ratgeber Skiurlaub in der Türkei.
Wenn Sie nur die wichtigsten Zentralanatolien Sehenswürdigkeiten sehen möchten, sind es diese zehn, grob von Süd nach Nord:
Dazu kommen je nach Interesse der Salzsee Tuz Gölü, Gordion, der Erciyes und die abgelegeneren Täler Kappadokiens wie Soğanlı. Eine Übersicht über alle Museen des Landes mit Hinweisen zum Museumspass finden Sie im Ratgeber Museen in der Türkei.
Für Kappadokien fliegen die meisten Reisenden über Istanbul nach Kayseri (ASR) oder Nevşehir (NAV), für Ankara und Konya gibt es zusätzlich den Schnellzug. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen Sie in der Regel mit Umstieg in Istanbul an. Die Flugzeit von Istanbul nach Kayseri oder Nevşehir beträgt etwa 1 Stunde 20 Minuten bis 1 Stunde 35 Minuten.
| Flughafen | Lage | Bis Göreme | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Nevşehir Kapadokya (NAV) | Gülşehir, ca. 30 km vom Zentrum Nevşehir | ca. 40 km, 30–40 Min. | Kappadokien, wenn die Flugzeiten passen |
| Kayseri Erkilet (ASR) | ca. 6 km vom Zentrum Kayseri | ca. 75 km, ca. 1 Std. | Kappadokien mit mehr Verbindungen, Erciyes |
| Ankara Esenboğa (ESB) | ca. 28 km nordöstlich von Ankara | ca. 300 km, 4–5 Std. | Ankara, Hattuscha, Beginn einer Rundreise |
| Konya (KYA) | nahe der Stadt | ca. 230 km, ca. 3 Std. | Konya, Çatalhöyük |
Nevşehir liegt näher an den Hotelorten, wird aber seltener angeflogen. Kayseri ist ein zivil und militärisch genutzter Flughafen mit mehr Verbindungen und deshalb oft flexibler. Vom Flughafen Kayseri in die Stadt fahren städtische Busse; nach Kappadokien brauchen Sie ein vorab gebuchtes Shuttle, einen Privattransfer oder einen Mietwagen. Alle Varianten mit Ablauf bei der Ankunft und Kindersitzen beschreibt der Ratgeber Flughafen Kayseri und Nevşehir: Transfer nach Kappadokien.
Über Land sind es von Istanbul nach Kappadokien rund 710 bis 730 Kilometer, etwa zehn Stunden Fahrt. Wer die Strecke nicht fliegen möchte, fährt mit dem Schnellzug YHT nach Ankara (rund 4,5 bis 5 Stunden) und von dort weiter auf der Straße. Flug, Bus, Zug und Auto im Vergleich zeigt der Ratgeber Von Istanbul nach Kappadokien. Wer selbst fahren möchte, findet im Ratgeber Mietwagen-Rundreise in der Türkei Hinweise zu Straßen, Maut und Versicherung; die Hauptstrecken sind gut ausgebaut, die Entfernungen aber groß.
Die beste Reisezeit für Zentralanatolien sind April bis Juni und September bis Oktober. Das Klima ist kontinental: Wegen der Höhenlage und der Entfernung zum Meer sind die Sommer heiß und trocken, die Winter kalt mit Frost und Schnee, und im Sommer liegen zwischen Tag und Nacht im Mittel rund 15 Grad.
| Monat | Nevşehir Tag / Nacht (°C) | Nevşehir Regentage | Ankara Tag / Nacht (°C) | Ankara Regentage |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 4,0 / −3,6 | 12 | 4 / −3 | 12 |
| Februar | 5,5 / −2,6 | 12 | 7 / −2 | 11 |
| März | 10,3 / 0,7 | 13 | 12 / 1 | 11 |
| April | 16,0 / 5,1 | 12 | 17 / 6 | 11 |
| Mai | 20,6 / 8,9 | 13 | 22 / 10 | 12 |
| Juni | 24,9 / 11,7 | 8 | 27 / 13 | 9 |
| Juli | 28,5 / 13,7 | 2 | 30 / 16 | 4 |
| August | 28,7 / 13,6 | 2 | 31 / 16 | 3 |
| September | 24,5 / 10,5 | 3 | 26 / 12 | 4 |
| Oktober | 18,3 / 6,8 | 7 | 20 / 7 | 7 |
| November | 11,8 / 2,5 | 9 | 13 / 3 | 8 |
| Dezember | 6,2 / −1,3 | 12 | 7 / −1 | 12 |
Langjährige Mittelwerte des türkischen Wetterdienstes MGM: Station Nevşehir (1959–2025) für Kappadokien, Station Ankara (1927–2025, gerundet) für den Norden der Region. Konya und Kayseri haben ein ähnliches Hochlandklima.
Zwei Dinge werden oft unterschätzt. Erstens ist der Frühling wechselhaft: Im Mai gibt es in Nevşehir im Mittel an 13 Tagen Niederschlag, meist als kurze Schauer am Nachmittag. Zweitens sind die Morgen auch im Sommer kühl, was für die Ballonfahrt um fünf Uhr wichtig ist. Juli und August sind in Kappadokien tagsüber heiß und voll, aber trocken; im Herbst ist die Luft klar, und im September ist Weinlese.
Der Winter hat seinen eigenen Reiz: Kappadokien unter Schnee ist sehr fotogen, die Täler sind leer, am Erciyes läuft die Skisaison. Dafür fallen Ballonfahrten häufiger aus, und manche Wanderwege sind vereist. Monatsweise Details finden Sie in den Ratgebern Türkei im Oktober und Türkei im Winter, den Vergleich aller Regionen im Ratgeber Beste Reisezeit für die Türkei.
Für eine Zentralanatolien Reise sollten Sie sechs bis acht Tage einplanen, wenn Sie mehr als Kappadokien sehen möchten. Kappadokien allein braucht drei Nächte, Konya und Ankara jeweils eine, Hattuscha und Gordion zusammen einen weiteren Tag.
| Dauer | Was realistisch ist |
|---|---|
| 3 Tage | Kappadokien kompakt: Göreme, Uçhisar, eine unterirdische Stadt, ein Ballon-Startversuch |
| 4–5 Tage | Kappadokien mit Ihlara-Tal, dazu Konya mit Sultanhanı als Fahrtag |
| 6 Tage | Ankara, Kappadokien (3 Nächte), Konya; Tuz Gölü als Fotostopp |
| 8 Tage | zusätzlich Hattuscha mit Yazılıkaya, Gordion und Çatalhöyük |
| 10+ Tage | Zentralanatolien als Teil einer großen Anatolien-Rundreise mit Pamukkale, Ephesus oder Istanbul |
Ein typischer Ablauf von Nord nach Süd: Ankunft in Ankara, Museum und Anıtkabir, am nächsten Tag über Hattuscha oder über den Salzsee nach Kappadokien, drei Nächte in Göreme oder Uçhisar, dann über das Ihlara-Tal und Sultanhanı nach Konya und weiter zur Küste oder nach Pamukkale. Die Reihenfolge lässt sich auch umkehren, wenn Sie in Antalya ankommen.
Die meisten unserer Rundreisen führen durch Zentralanatolien, weil Kappadokien und Konya auf jeder Anatolien Rundreise zwischen Istanbul und der Küste liegen. Je nach Ausgangspunkt und Zeit passen unterschiedliche Programme:
Wer schon an der Küste Urlaub macht, sollte die Entfernung ehrlich einschätzen: Zwischen den Hotels der Riviera und Göreme liegen je nach Ort rund 450 bis über 600 Kilometer und das Taurusgebirge. Ein Ausflug von einem Tag ist deshalb nicht sinnvoll, mindestens eine Übernachtung sollte es sein.
Zentralanatolien lässt sich mit fast jeder Region verbinden, am häufigsten mit Istanbul, der Westküste und der Riviera.
Istanbul: Die klassische Kombination. Ein Inlandsflug verbindet beide in gut einer Stunde, die Rückreise kann direkt ab Kappadokien über Istanbul erfolgen. Was Sie in Istanbul sehen sollten, steht im Ratgeber Istanbul Sehenswürdigkeiten.
Pamukkale und die Westküste: Konya liegt auf halbem Weg zwischen Kappadokien und Pamukkale. Mit einer Nacht in Konya werden aus einem Fahrtag von acht bis neun Stunden zwei entspannte Tage. Von Pamukkale ist es nicht weit nach Ephesus; diese Runde bildet die 10-tägige Türkei-Rundreise ab, ausführlicher die 14-tägige Rundreise.
Badeurlaub: Wer Kultur und Strand verbinden möchte, beginnt in Zentralanatolien und endet an der Küste. Die Rundreise mit Badeurlaub folgt diesem Prinzip; Strandorte stellt der Ratgeber Urlaubsorte in der Türkei vor.
Schwarzmeer und Osttürkei: Von Ankara sind es rund 225 Kilometer nach Safranbolu mit seinen osmanischen Holzhäusern. Nach Osten schließt sich von Kayseri aus die Osttürkei-Rundreise mit Nemrut Dağı, Göbekli Tepe und Mardin an. Für drei Wochen mit mehreren Regionen eignet sich die Türkei-Rundreise in 3 Wochen.
Eine privat geplante Reise ist in Zentralanatolien besonders sinnvoll, weil die Entfernungen groß sind und viele Stätten abseits der Buslinien liegen. Mit eigenem Fahrzeug und Fahrer bestimmen Sie Tempo und Reihenfolge: früh in Derinkuyu, bevor die Gruppen kommen, ein Fotostopp am Salzsee, eine Pause in Sultanhanı, wenn das Licht stimmt.
Wir organisieren Ihre Reise in der Region mit:
Für Gruppen wie Kirchengemeinden, Studienkreise, Volkshochschulen oder Vereine stellen wir einen eigenen Bus und Fachführungen zusammen, auf Wunsch mit Andachts- oder Gottesdienstmöglichkeiten, die wir vorab mit den Beteiligten klären. Mehr dazu auf unserer Seite Gruppenreise Türkei und unter Privatreisen.
TürkeiReisen ist ein TÜRSAB-lizenziertes Reisebüro (Lizenz Nr. 14817). Für ein Angebot brauchen wir: Reisezeitraum, Zahl der Personen und Alter der Kinder, Ankunfts- und Abflugort, Ihre Schwerpunkte (zum Beispiel Kappadokien, Hethiter, Konya, Ski) sowie Wünsche zu Hotels und Tempo. Schreiben Sie uns über das Anfrageformular; wir melden uns mit einem Routenvorschlag.
Zu Zentralanatolien gehört das Hochland im Inneren der Türkei mit den Provinzen um Ankara, Konya, Kayseri, Nevşehir, Aksaray und Çorum. Touristisch sind die wichtigsten Ziele Kappadokien, Konya, Ankara und die Hethiterhauptstadt Hattuscha. Dazu kommen der Salzsee Tuz Gölü, der Vulkan Erciyes und die Karawansereien an der alten Handelsstraße zwischen Konya und Aksaray.
Für Kappadokien allein sind drei Nächte ideal, für die ganze Region sechs bis acht Tage. Mit sechs Tagen sehen Sie Kappadokien, Konya und Ankara mit Übernachtung, mit acht Tagen zusätzlich Hattuscha, Çatalhöyük und Gordion. Kürzere Aufenthalte sind möglich, bedeuten aber lange Fahrtage.
Ja, als Fahrtag mit Besichtigungen. Zwischen Konya und Göreme liegen rund 230 Kilometer und etwa drei Stunden reine Fahrt, mit einem Halt an der Karawanserei Sultanhanı dreieinhalb bis vier Stunden. Für das Mevlana-Museum am Vor- oder Nachmittag reicht das, für Çatalhöyük sollten Sie in Konya übernachten.
Nevşehir (NAV) liegt näher, Kayseri (ASR) hat mehr Verbindungen. Von Nevşehir sind es rund 40 Kilometer und 30 bis 40 Minuten nach Göreme, von Kayseri etwa 75 Kilometer und rund eine Stunde. Entscheidend sind meist die Flugzeiten an Ihrem Reisetag.
Im Winter liegen die Nächte im Mittel unter dem Gefrierpunkt. Laut den langjährigen Werten des türkischen Wetterdienstes MGM erreicht Nevşehir im Januar tagsüber 4,0 °C und nachts −3,6 °C, Ankara 4 und −3 °C. Schnee ist häufig, die Sehenswürdigkeiten bleiben aber geöffnet.
Ja, vor allem für Geschichtsinteressierte und als Etappe zwischen Istanbul und Kappadokien. Das Museum für anatolische Zivilisationen zeigt Funde von der Altsteinzeit über Çatalhöyük und die Hethiter bis zu Phrygern und Urartäern, der Anıtkabir ist der zentrale Erinnerungsort der Republik. Ein bis zwei Tage genügen.
Ja, am Erciyes bei Kayseri, etwa von Mitte Dezember bis März, oft bis in den April. Die Pisten liegen am Hang des 3.917 Meter hohen Vulkans, die oberste Bergstation erreicht rund 3.400 Meter. Nach Kappadokien sind es etwa eine Stunde Fahrt, sodass sich Skitage und Besichtigungen gut verbinden lassen.
Für die Region als Ganzes ja, oder einen Fahrer. Die Entfernungen sind groß, und Stätten wie Hattuscha, das Ihlara-Tal, Sultanhanı oder Çatalhöyük sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur umständlich erreichbar. Zwischen Ankara und Konya fährt der Schnellzug, für alles andere ist ein Mietwagen oder eine Reise mit privatem Fahrer am bequemsten.
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