Kostenlos Reise anfragen

Gaziantep: Zeugma-Mosaiken, Baklava, Altstadt und Euphrat

Südostanatolien, Türkei

Route: Gaziantep Gaziantep
Illustration Gaziantep: Burg auf dem Hügel über der Altstadt, Teller mit Spezialitäten und Mosaikband

Kurz & bündig

Gaziantep ist eine Großstadt in Südostanatolien mit rund 2,2 Millionen Einwohnern in der Großstadtgemeinde, seit 2015 UNESCO-Stadt der Gastronomie und Herkunftsort der Gaziantep-Baklava, die 2013 als erstes türkisches Produkt in der EU als geschützte geografische Angabe eingetragen wurde. Hauptsehenswürdigkeit ist das Zeugma-Mosaikmuseum mit 2.248 Quadratmetern römischer Mosaiken und dem berühmten „Zigeunermädchen“. Die Burg wurde beim Erdbeben vom 6. Februar 2023 schwer beschädigt; die Restaurierung wurde laut Presseberichten Ende 2025 abgeschlossen, das Kulturministerium führt sie aber weiterhin als geschlossen (Stand: Oktober 2026). Zwei bis drei Tage reichen für Museum, Altstadt, Kupferbasar und einen Ausflug an den Euphrat nach Halfeti; ideal sind April bis Mai und Ende September bis Anfang November.

Zuletzt aktualisiert:

Lage
Südostanatolien, rund 97 km nördlich von Aleppo; 145 km westlich von Şanlıurfa
Anreise
Flughafen Gaziantep (GZT), ca. 20 km vom Zentrum; meist Umstieg in Istanbul
Highlights
Zeugma-Mosaikmuseum, Kupferbasar, Zincirli Bedesten, Bey Mahallesi, Küchenmuseum
Küche
UNESCO-Stadt der Gastronomie (2015), Baklava g. g. A. (2013), Pistazien, Katmer, Kebab
Erdbeben 2023
Burg seit 6.2.2023 geschlossen, Restaurierung abgeschlossen, Wiedereröffnung offen (Stand Okt. 2026)
Aufenthalt
2 Tage Stadt, 3 Tage mit Halfeti, Rumkale-Blick oder Yesemek

Gaziantep: Was ist Gaziantep und wo liegt es?

Gaziantep ist eine Großstadt in Südostanatolien, rund 97 Kilometer nördlich von Aleppo und 145 Kilometer westlich von Şanlıurfa. Mit rund 2,2 Millionen Einwohnern im Gebiet der Großstadtgemeinde (Ende 2025) ist sie die fünftgrößte Stadt der Türkei und das wirtschaftliche Zentrum der Region.

Bekannt ist Gaziantep vor allem für zwei Dinge: für die Mosaiken aus der antiken Stadt Zeugma am Euphrat und für seine Küche. Die Stadt ist seit 2015 Mitglied im Netzwerk der Kreativstädte der UNESCO in der Kategorie Gastronomie, ihre Baklava ist in der EU geschützt, und viele Gerichte, die Sie aus türkischen Restaurants kennen, haben hier ihre Hochburg. Einen Überblick über diese Gerichte gibt unser Ratgeber zu typisch türkischen Gerichten, die Einordnung in die Regionalküchen des Landes der Ratgeber zur türkischen Küche.

Der historische Name lautet Aintab, umgangssprachlich sagen bis heute viele Antep. Den Ehrentitel „Gazi“ (Kriegsheld) verlieh das türkische Parlament der Stadt im Februar 1921 für ihren Widerstand gegen die französische Belagerung; Gaziantep ist seit 1928 der offizielle Name. Bis ins frühe 20. Jahrhundert lebten hier große armenische Gemeinden, deren Spuren Sie in der Altstadt noch sehen.

Ehrlich gesagt: Gaziantep ist modern, laut und industriell geprägt, die Altstadt um Burg und Basare ist nur ein kleiner Teil davon.

Gaziantep nach dem Erdbeben 2023: Was ist heute geöffnet?

Das Zeugma-Mosaikmuseum, die Basare und die meisten historischen Bauten der Altstadt sind geöffnet, die Burg ist dagegen nach unserem Stand vom Oktober 2026 weiterhin geschlossen. Prüfen Sie den Stand einzelner Stätten kurz vor der Reise.

Am 6. Februar 2023 um 4:17 Uhr Ortszeit erschütterte ein Beben der Stärke 7,8 die Region, das Epizentrum lag rund 34 Kilometer westlich von Gaziantep. Am Mittag folgte ein zweites Beben der Stärke 7,7 nahe Ekinözü in der Provinz Kahramanmaraş. In der Türkei starben mehr als 53.000 Menschen, in der Provinz Gaziantep nach offiziellen Zahlen 3.904. Besonders schwer getroffen wurden die Kreise Nurdağı und İslahiye im Westen der Provinz.

In der Stadt selbst blieben die meisten Gebäude stehen. Im historischen Stadtkern wurden rund 10.000 Bauten geprüft, etwa ein Prozent war schwer beschädigt; laut Gouverneur waren 40 der 87 registrierten Stiftungsbauten betroffen.

Die Burg: Restaurierung abgeschlossen, Öffnung offen

Die Burg (Gaziantep Kalesi) steht auf einem rund 25 Meter hohen Siedlungshügel im Zentrum, der laut Kulturministerium etwa 6.000 Jahre zurückreicht. In römischer Zeit entstand hier ein Wachturm, ihre heutige Form erhielt die Festung unter dem byzantinischen Kaiser Justinian (527–565 n. Chr.), mit einem Durchmesser von rund 100 Metern. Zwölf Türme sind erhalten.

Beim Erdbeben stürzten Mauerabschnitte und Teile eines Turms ein, Steinblöcke rollten den Hang hinab. Das Kulturministerium begann im Mai 2023 mit der Restaurierung. Bodenradar zeigte Risse im Kalkstein und Hohlräume im Hügel, die mit hydraulischem Kalk verfüllt wurden, bevor die Mauern wieder aufgebaut wurden. Im Dezember 2025 meldeten türkische Medien den Abschluss der Arbeiten und eine Öffnung „in den kommenden Tagen“.

Geöffnet war die Burg danach aber nicht: Im Mai 2026 beklagten Händler am Fuß des Burgbergs in der Lokalpresse noch die Schließung, und das Kulturministerium sowie die Kulturdirektion Gaziantep führen sie im Oktober 2026 weiterhin als „wegen Restaurierung geschlossen“. Von außen sehen Sie die restaurierten Mauern und Türme gut, etwa vom Kupferbasar aus.

Zeugma-Mosaikmuseum: Lohnt sich der Besuch?

Ja, das Zeugma-Mosaikmuseum ist der wichtigste Grund, nach Gaziantep zu fahren. Laut Kulturministerium zeigt es 2.248 Quadratmeter Mosaiken aus römischer Zeit und Spätantike und zählt damit zu den größten Mosaikmuseen der Welt.

Die Mosaiken stammen aus Zeugma, einer Stadt am Euphrat, die Seleukos I. kurz nach 300 v. Chr. als Seleukeia gründete. Der Name Zeugma bedeutet „Joch“ oder „Brücke“ und bezieht sich auf die Schiffsbrücke über den Fluss. In römischer Zeit lebten hier bis zu 70.000 Menschen, 253 n. Chr. zerstörten die Sasaniden die Stadt. Im Jahr 2000 wurden große Teile vom Stausee des Birecik-Damms überflutet; eine Notgrabung, finanziert unter anderem mit einer Spende des Amerikaners David W. Packard, rettete in den letzten Monaten davor zahlreiche Böden aus den Villen der Stadt.

Das Museum wurde am 9. September 2011 eröffnet. Neben den Mosaiken zeigt es 140 Quadratmeter Wandmalereien, vier römische Brunnen, Säulen, Kalksteinstatuen und eine Bronzestatue des Mars. Bekannte Bodenbilder zeigen Dionysos und Ariadne, Achilles, Okeanos und Tethys sowie Andromeda und Galatea.

Das „Zigeunermädchen“

Das bekannteste Stück ist das Frauenporträt, das als „Zigeunermädchen“ (türkisch Çingene Kızı) bekannt ist. Es wurde 1998 bei Rettungsgrabungen im sogenannten Haus der Mänaden freigelegt. Der Name entstand während der Grabung eher scherzhaft; wen das Bild darstellt, ist nicht gesichert. Die Frau mit zerzaustem Haar und Ohrringen scheint Betrachtern mit den Augen zu folgen.

Das Porträt ist nur ein Fragment einer größeren Komposition, die nach Angaben des Kulturministeriums rund 9,25 mal 13,50 Meter maß. Teile davon wurden in den 1960er-Jahren von Raubgräbern herausgelöst. Zwölf Fragmente gab die Bowling Green State University in den USA 2018 an die Türkei zurück, im Mai 2026 folgte ein 13. Stück aus einer US-Auktion.

Praktisches zum Museum

Planen Sie zwei bis drei Stunden ein. Laut Kulturministerium ist das Museum im Sommer (1. Juni bis 1. Oktober) täglich von 8:30 bis 21 Uhr geöffnet, im Winter von 8:30 bis 17 Uhr, Kassenschluss jeweils eine halbe Stunde vorher. Ausländische Erwachsene zahlen 12 Euro (Stand: Oktober 2026), aktuelle Preise finden Sie auf muze.gov.tr. Das Museum liegt nicht in der Altstadt, sondern westlich davon am Sani-Konukoğlu-Boulevard; vom Basar fahren Sie am einfachsten mit dem Taxi. Weitere große Häuser des Landes stellt unser Ratgeber zu Museen in der Türkei vor.

Die Ausgrabung Zeugma selbst bei Belkıs am Euphrat steht seit 2012 auf der Tentativliste der UNESCO. Mehr zu den Stätten des Südostens im Ratgeber zu antiken Stätten in der Türkei.

Welche Gaziantep-Sehenswürdigkeiten gibt es in der Altstadt?

Die Altstadt rund um den Burgberg ist kompakt und zu Fuß erkundbar: Kupferbasar, Zincirli Bedesten, das Küchenmuseum Emine Göğüş und das Viertel Bey Mahallesi liegen jeweils wenige Gehminuten auseinander.

Kupferschmiede-Basar (Bakırcılar Çarşısı)

Der Kupferschmiede-Basar am Fuß der Burg besteht seit mehr als 500 Jahren. In den Gassen hämmern Handwerker Tabletts, Kannen, Kaffeemühlen und Töpfe, daneben verkaufen Läden Gewürze, getrocknete Paprika, Pistazien und handgefertigte Lederschuhe (Yemeni). Zwischen den Läden liegen Hane und alte Kaffeehäuser, in denen Sie türkischen Kaffee oder Menengiç trinken können, einen Kaffee aus gerösteten Samen der wilden Pistazie.

Ein Teil der Ware ist Massenproduktion. Was Sie bei der Rückreise beachten müssen, etwa bei Lebensmitteln, steht im Ratgeber Was darf man aus der Türkei mitnehmen?.

Zincirli Bedesten

Die Zincirli Bedesten ist eine überdachte osmanische Markthalle von 1718, gestiftet von Darendeli Hüseyin Paşa. Der Bau hat einen L-förmigen Grundriss mit zwei sich kreuzenden Gängen und heute 73 Läden. Lange verkauften hier Metzger und Gemüsehändler, daher auch der Name „Et Hali“ (Fleischhalle). Nach einer Restaurierung durch die Stiftungsverwaltung 2006 bis 2008 finden Sie hier vor allem Kupferwaren, Gewürze, Textilien und Souvenirs.

Küchenmuseum Emine Göğüş

Das Küchenmuseum Emine Göğüş südlich der Burg wurde 2008 eröffnet und gilt als erstes Küchenmuseum der Türkei. Es liegt in einem zweistöckigen Stadthaus von 1905 und zeigt Kupfergeschirr, Koch- und Servierwerkzeug, Speisebehälter für unterwegs und die Vorratshaltung mit getrocknetem Gemüse. Im Hof stehen ein Mahlstein für Bulgur und eine Traubenpresse.

Bey Mahallesi und Kurtuluş-Moschee

Bey Mahallesi ist eines der ältesten Viertel der Stadt; ein osmanisches Steuerregister von 1536 nennt hier 40 bis 50 Haushalte. Die Häuser sind aus hellem Havara-Kalkstein gebaut, der an der Luft aushärtet, und nach innen auf Höfe ausgerichtet. Bis in die 1970er-Jahre lebten hier türkische, armenische und jüdische Familien. Seit einer Sanierung der Straßenzüge ab 2007 sind viele Häuser restauriert, darin liegen Cafés, Restaurants, kleine Hotels und Museen wie das Atatürk-Haus, das Spiel- und Spielzeugmuseum und das Ethnografische Museum Hasan Süzer.

Unweit davon, im Viertel Tepebaşı, steht die Kurtuluş-Moschee. Sie wurde 1892 bis 1893 als armenisch-apostolische Kathedrale der Heiligen Gottesmutter (Surp Asdvadzadzin) nach Plänen von Sarkis Balyan errichtet und später in eine Moschee umgewandelt. Beim Erdbeben 2023 stürzten Kuppel und Minarette ein; nach der Restaurierung durch die Stiftungsverwaltung wurde sie im Mai 2025 wieder eröffnet. Besucher sind außerhalb der Gebetszeiten willkommen.

Was isst man in Gaziantep?

In Gaziantep isst man Baklava mit Pistazien, Katmer zum Frühstück, Lahmacun, Beyran-Suppe und eine große Vielfalt an Kebabs. Die Küche ist kräftig gewürzt, mit Paprikaflocken, Paprikamark und viel Pistazie.

Laut UNESCO arbeiten rund 60 Prozent der Erwerbstätigen der Stadt in der Gastronomie. Zudem werden rund 80 Prozent der türkischen Pistazien hier verarbeitet.

Baklava und Pistazien

„Antep Baklavası“ beziehungsweise „Gaziantep Baklavası“ wurde mit der EU-Durchführungsverordnung Nr. 1399/2013 vom 18. Dezember 2013 als geschützte geografische Angabe (g. g. A.) eingetragen, als erstes Produkt aus der Türkei. Laut EU-Delegation in der Türkei folgten 2024 der Menengiç-Kaffee aus Gaziantep (g. U.) und 2025 die Gaziantep-Pistazienpaste (g. g. A.).

Gute Baklava ist hell, knusprig und mit leuchtend grünen Pistazien gefüllt. Eine Variante zum Frühstück ist Katmer, ein hauchdünn ausgezogener Teig mit Pistazien, Zucker und Kaymak, der warm gegessen wird.

Lahmacun, Kebab und Suppen

Lahmacun ist ein dünner Teigfladen mit gewürztem Hackfleisch, der wenige Minuten im Steinofen backt; Sie rollen ihn mit Petersilie und Zitrone. Bei den Kebabs ist die Auswahl größer als fast überall sonst: Fıstıklı Kebap mit Pistazien, Ciğer (Leber) vom Spieß, Küşleme aus zartem Lammfilet und Auberginen-Kebab.

Typisch für Gaziantep sind außerdem Suppen zum Frühstück. Beyran ist eine kräftige Lammbrühe mit Reis, Knoblauch und Chiliöl, Yuvalama eine Joghurtsuppe mit winzigen Bulgurbällchen und Kichererbsen. Viele Lokale schenken keinen Alkohol aus, das ist hier üblich.

Rumkale und Halfeti: Lohnt sich die Bootstour auf dem Euphrat?

Ja, die Bootsfahrt ab Halfeti ist der schönste Ausflug ab Gaziantep: Sie fahren zwischen Kalksteinfelsen über den Stausee des Euphrat, vorbei an der Festung Rumkale und dem halb versunkenen Dorf Savaşan.

Halfeti liegt rund 100 Kilometer nordöstlich von Gaziantep, etwa 1 Stunde 20 Minuten Fahrt, und gehört bereits zur Provinz Şanlıurfa. Die alte Stadt wurde 1999 und 2000 zum Teil vom Birecik-Stausee überflutet, die Bewohner zogen in ein neues Halfeti. 2025 kamen nach Angaben der Behörden über 950.000 Besucher. Die Boote legen an der Marina ab und fahren zur Kız-Höhle, an Rumkale vorbei und nach Savaşan, wo das Minarett der Moschee aus dem Wasser ragt. An Wochenenden ist es voll, kommen Sie früh.

Rumkale (armenisch Hromkla) liegt auf einem Felssporn an der Mündung des Merzimen in den Euphrat, in der Provinz Gaziantep. Die heute sichtbaren Bauten stammen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Von 1203 bis 1293 war die Festung Sitz des Katholikos, des Oberhaupts der armenisch-apostolischen Kirche; Nerses IV. wurde hier 1166 gewählt. 1292 eroberten die Mamluken die Festung nach langer Belagerung. Nach einer Überlieferung soll der Apostel Johannes hier in einer Felskammer Abschriften der Bibel angefertigt haben.

Wichtig für die Planung: Laut Kulturministerium ist Rumkale seit dem 18. April 2018 für Besucher geschlossen. Sie sehen die Festung vom Boot aus, betreten können Sie sie nicht.

Yesemek: Lohnt der Abstecher zur hethitischen Bildhauerwerkstatt?

Für Archäologie-Interessierte ja: Yesemek ist ein antiker Steinbruch mit Bildhauerwerkstatt, an dessen Hang laut Kulturministerium mehr als 300 halbfertige Skulpturen freigelegt wurden.

Die Werkstatt liegt beim Dorf Yesemek im Kreis İslahiye, rund 113 Kilometer südwestlich von Gaziantep. Laut Kulturministerium begann der Abbau unter dem hethitischen Großkönig Šuppiluliuma I. im 14. Jahrhundert v. Chr. und endete mit der assyrischen Eroberung im letzten Viertel des 8. Jahrhunderts v. Chr. Auf rund 100.000 Quadratmetern liegen Sphingen mit Frauenkopf und Löwenleib, Löwen, Berggötter und Reliefs in verschiedenen Bearbeitungsstadien. Seit 2012 steht Yesemek auf der Tentativliste der UNESCO.

Das Freilichtmuseum ist laut Ministerium ganzjährig von 8 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. İslahiye war vom Erdbeben schwer getroffen.

Gaziantep-Sehenswürdigkeiten im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Ziele mit realistischer Besuchsdauer und Status zusammen (Stand: Oktober 2026).

Sehenswürdigkeit Was Dauer Status
Zeugma-Mosaikmuseum römische Mosaiken, Zigeunermädchen 2–3 Std. geöffnet
Burg (Gaziantep Kalesi) byzantinische Festung auf Siedlungshügel 30 Min. von außen geschlossen, Restaurierung abgeschlossen
Kupferschmiede-Basar Handwerk, Gewürze, Kaffeehäuser 1–2 Std. geöffnet
Zincirli Bedesten osmanische Markthalle von 1718 30 Min. geöffnet
Küchenmuseum Emine Göğüş Küchengeschichte, Kupfergeschirr 30–60 Min. geöffnet
Bey Mahallesi Steinhäuser, kleine Museen, Cafés 1–2 Std. zugänglich
Kurtuluş-Moschee ehemalige armenische Kathedrale 20 Min. wieder geöffnet seit Mai 2025
Halfeti und Bootstour versunkenes Dorf, Euphrat-Schlucht halber Tag Boote in der Saison täglich
Rumkale Festung, Sitz der Katholikoi vom Boot aus geschlossen seit 2018
Yesemek hethitische Bildhauerwerkstatt halber Tag geöffnet, Eintritt frei

Wie sicher ist Gaziantep? Hinweise des Auswärtigen Amts

Für Gaziantep gelten die landesweiten Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts; die Provinz wird in der Warnung vor Reisen ins Grenzgebiet nicht eigens genannt. Im Stand vom 20. Oktober 2026 (unverändert gültig seit 20. Oktober 2026) rät das Amt von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Syrien ab und nennt dabei die Provinzen Şanlıurfa und Mardin. Im Grenzgebiet besteht Minengefahr, das Fotografieren ist dort streng verboten, auch bei Landschaftsaufnahmen.

Für Ihre Planung heißt das: Die Stadt Gaziantep, das Zeugma-Museum und Yesemek liegen in der Provinz Gaziantep. Halfeti gehört zur Provinz Şanlıurfa, liegt aber im Norden der Provinz am Euphrat und nicht an der Grenze. Ältere Fassungen nannten teils weitere Grenzprovinzen; lesen Sie die aktuelle Fassung vor Buchung und Abreise. Eine Übersicht bietet unser Ratgeber zur Sicherheit auf einer Türkei-Reise.

Wann ist die beste Reisezeit für Gaziantep?

Die angenehmsten Monate sind April, Mai sowie Ende September bis Anfang November. Im Juli und August liegen die Tageshöchstwerte im Mittel bei 36 °C, im Winter ist es kühl und regnerisch, Schnee ist möglich.

Monat Tag / Nacht Regentage Geeignet für
Januar–Februar 8–10 / 0–1 °C 12 Museum, Küche; kalt und nass
März 15 / 4 °C 11 Stadt, erste Ausflüge
April 20 / 8 °C 10 sehr gut, grüne Landschaft
Mai 26 / 13 °C 8 sehr gut, Bootstour
Juni 32 / 18 °C 2 gut, mittags heiß
Juli–August 36 / 22 °C 0–1 sehr heiß, nur früh und abends
September 32 / 18 °C 2 gut ab Monatsende
Oktober 25 / 12 °C 6 sehr gut, angenehm warm
November 17 / 5 °C 8 gut, ruhiger
Dezember 10 / 2 °C 12 Museum, Küche; kühl

Die Werte sind gerundete Mittel der Station Gaziantep des türkischen Wetterdienstes für 1991 bis 2020, übernommen aus der Klimatabelle bei Wikipedia, weil die MGM-Seite beim Abruf falsche Daten lieferte. Wie sich der Südosten mit anderen Regionen vergleicht, zeigt der Ratgeber zur besten Reisezeit für die Türkei.

Wie viele Tage sollte man in Gaziantep bleiben?

Zwei volle Tage reichen für Zeugma-Museum, Altstadt und Küche, mit drei Tagen bleibt Zeit für Halfeti oder Yesemek.

Ein Vorschlag: Am ersten Tag nach Katmer oder Beyran das Zeugma-Museum am Vormittag, nachmittags Kupferbasar, Zincirli Bedesten und Küchenmuseum. Am zweiten Tag morgens die Bootsfahrt ab Halfeti, nachmittags Bey Mahallesi und Baklava.

Wer weiterreist, kombiniert Gaziantep mit Şanlıurfa und Göbekli Tepe, dem Nemrut Dağı und Mardin. Antakya, das antike Antiochia, liegt rund 200 Kilometer südwestlich; wie es dort nach dem Erdbeben aussieht, beschreibt unsere Seite zu Antakya.

Gaziantep mit einer Rundreise verbinden

Gaziantep ist der klassische Startpunkt für Reisen in den Südosten, weil der Flughafen gut angebunden ist und die Strecke nach Osten ohne Rückfahrten auskommt. Unsere Osttürkei-Rundreise beginnt hier mit Zeugma-Museum und Kupferbasar und führt über Şanlıurfa, den Nemrut Dağı und Mardin bis an den Vansee und nach Kars.

Für Genießer gibt es eine zweite Variante: Unsere Wein- und Genussreise durch die Türkei lässt sich um zwei Nächte in Gaziantep verlängern, mit Küchenmuseum, Baklava-Konditorei und Basar.

Auch für Gruppen eignet sich Gaziantep, etwa für Studienkreise, Volkshochschulen oder Kirchengemeinden. Wir organisieren einen eigenen Bus mit Fahrer, eine deutschsprachige Reiseleitung mit Fachwissen zu Archäologie oder zur armenischen Geschichte der Region, Fachführungen im Zeugma-Museum und auf Wunsch Kochkurse; die Termine richten sich nach Ihrer Gruppe. Preise hängen von Saison, Gruppengröße und Hotels ab, fragen Sie über das Anfrageformular.

Wie kommt man nach Gaziantep?

Der Flughafen Gaziantep (GZT) liegt rund 20 Kilometer vom Zentrum entfernt. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fliegen Sie meist mit Umstieg in Istanbul oder Ankara; einzelne Direktverbindungen, etwa ab Köln/Bonn und Düsseldorf, werden saisonal angeboten. Vom Flughafen fahren Havaş-Busse und Taxis in die Stadt, auf unseren Reisen holt Sie ein privater Fahrer ab.

Von / nach Entfernung Fahrzeit (ca.)
Flughafen Gaziantep ca. 20 km 25–30 Min.
Halfeti ca. 100 km 1,5 Std.
Şanlıurfa ca. 145 km 2–2,5 Std.
Adıyaman (Richtung Nemrut) ca. 151 km 2,5–3 Std.
Antakya ca. 200 km 3–4 Std.
Adana ca. 220 km 3–3,5 Std.
Mardin ca. 335 km 4–5 Std.

Bahnverbindungen spielen kaum eine Rolle.

Praktisch: Am bequemsten wohnen Sie in der Altstadt nahe Burg und Basar. In Moscheen sind bedeckte Schultern und Knie angebracht, Frauen brauchen ein Kopftuch. Im Basar und an Imbissen zahlen Sie bar in Lira.

Rundreisen mit Gaziantep

Häufige Fragen

Ist die Burg von Gaziantep wieder geöffnet?

Nach unserem Stand vom Oktober 2026 nein. Die Burg ist seit dem Erdbeben vom 6. Februar 2023 geschlossen. Türkische Medien meldeten im Dezember 2025 den Abschluss der Restaurierung und eine baldige Öffnung, im Mai 2026 beklagten Händler am Fuß der Burg aber noch die Schließung, und das Kulturministerium führt sie weiterhin als geschlossen. Prüfen Sie den Stand kurz vor der Reise.

Wie groß ist das Zeugma-Mosaikmuseum?

Laut Kulturministerium zeigt das Museum 2.248 Quadratmeter Mosaiken aus römischer Zeit und Spätantike, dazu 140 Quadratmeter Wandmalereien, Brunnen, Säulen und Statuen. Das Gelände umfasst 30.000 Quadratmeter. Es zählt damit zu den größten Mosaikmuseen der Welt. Planen Sie mindestens zwei Stunden ein.

Wo isst man in Gaziantep die beste Baklava?

In einer der traditionsreichen Baklava-Konditoreien der Stadt, frisch am Vormittag, wenn die Bleche aus dem Ofen kommen. Gute Gaziantep-Baklava ist knusprig, hell und mit leuchtend grünen Pistazien gefüllt, nicht klebrig. Zum Frühstück lohnt Katmer, ein hauchdünner Teig mit Pistazien und Kaymak.

Ist Gaziantep sicher für Touristen?

Das Auswärtige Amt rät von nicht zwingend erforderlichen Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Syrien ab und nennt dabei die Provinzen Şanlıurfa und Mardin (Stand 20.10.2026). Die Provinz Gaziantep wird in diesem Zusammenhang nicht genannt, landesweit gelten aber die allgemeinen Hinweise. Lesen Sie vor der Reise die aktuelle Fassung.

Kann man Rumkale besichtigen?

Nur von außen. Laut Kulturministerium ist die Festung seit dem 18. April 2018 für Besucher geschlossen. Sie sehen sie aber eindrucksvoll vom Boot aus, auf den Fahrten ab Halfeti über den Euphrat-Stausee, die auch am teilweise versunkenen Dorf Savaşan vorbeiführen.

Wie weit ist es von Gaziantep nach Göbekli Tepe?

Bis Şanlıurfa sind es rund 145 Kilometer, das sind etwa zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrt; Göbekli Tepe liegt 20 bis 25 Minuten außerhalb von Şanlıurfa. Viele Reisen in den Südosten beginnen deshalb in Gaziantep, das den besser angebundenen Flughafen hat.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Gaziantep Zeugma-Mosaikmuseum – Fläche, Öffnungszeiten, Eintritt (turkishmuseums.com)
  2. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Gaziantep Kalesi – Geschichte, Schließung seit 6.2.2023 (turkishmuseums.com)
  3. Gaziantep İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü: Gaziantep Kalesi (restorasyon nedeniyle kapalıdır) (gaziantep.ktb.gov.tr)
  4. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Gaziantep Rumkale – geschlossen seit 18.4.2018 (turkishmuseums.com)
  5. Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Yesemek Açık Hava Müzesi (turkishmuseums.com)
  6. Deutsche Botschaft Ankara: Reise- und Sicherheitshinweise Türkei (abgerufen 21.10.2026) (tuerkei.diplo.de)
  7. UNESCO Creative Cities Network: Gaziantep (Gastronomy, 2015) (unesco.org)
  8. EUR-Lex: Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1399/2013 – Antep Baklavası/Gaziantep Baklavası (g. g. A.) (eur-lex.europa.eu)
  9. EU-Delegation in der Türkei (EEAS): Gaziantep's iconic tastes secure EU protection (Juli 2025) (eeas.europa.eu)
  10. Hürriyet Daily News: Restoration completed on quake-hit Gaziantep Castle (Dezember 2025) (hurriyetdailynews.com)
  11. Türkiye Today: Gaziantep Castle restored after massive 2023 earthquakes (Dezember 2025) (turkiyetoday.com)
  12. Gazete Vatan: Gaziantep Kalesi'nin ziyarete açılacağı tarih açıklandı (Juni 2025) (gazetevatan.com)
  13. İletişim Başkanlığı (Lokalpresse): Gaziantep'te turist hareketliliği başladı (Mai 2026) (iletisim.gov.tr)
  14. İstiklal: Gaziantep'te depremlerden etkilenen tarihi mirasın yüzde 99'u hizmete açıldı (Februar 2024) (istiklal.com.tr)
  15. Habertürk: Çingene Kızı mozaiğinin kayıp parçası yeniden Türkiye'de (Mai 2026) (haberturk.com)
  16. Hürriyet: Zeugma'nın sırları – Çingene Kızı kaçakçılardan nasıl kaçtı (hurriyet.com.tr)
  17. Archaeology Magazine: Mosaic Fragment Returned to Turkey (Dezember 2018) (archaeology.org)
  18. Wikipedia: Zeugma, Commagene (Gründung, Zerstörung 253, Flutung 2000) (en.wikipedia.org)
  19. Wikipedia: Zeugma Mosaic Museum (en.wikipedia.org)
  20. Wikipedia: Gaziantep (Einwohner, Name, Kupferbasar, Pistazien, Klimatabelle MGM 1991–2020) (en.wikipedia.org)
  21. Wikipedia: 2023 Turkey–Syria earthquakes (en.wikipedia.org)
  22. Wikipedia: Liberation Mosque (ehemalige armenische Kathedrale) (en.wikipedia.org)
  23. Bengütürk: Restorasyonu tamamlanan Kurtuluş Camisi'nin açılışı yapıldı (Mai 2025) (benguturk.com)
  24. Küre Ansiklopedi: Zincirli Bedesten (kureansiklopedi.com)
  25. Küre Ansiklopedi: Emine Göğüş Mutfak Müzesi (kureansiklopedi.com)
  26. Yeni Ankara: Gaziantep Bey Mahallesi – tarihi taş konaklar (Juni 2026) (yeniankara.com.tr)
  27. NTV: Gaziantep'in tarih kokan yerleşimi Bey Mahallesi (ntv.com.tr)
  28. Go Türkiye: 2-Day Gaziantep Gastronomy & Culture Itinerary (goturkiye.com)
  29. Wikipedia: Rumkale (Sitz der armenischen Katholikoi) (en.wikipedia.org)
  30. Wikipedia: Halfeti (Flutung durch den Birecik-Stausee) (en.wikipedia.org)
  31. Habertürk/AA: Güneydoğu'nun saklı cenneti Halfeti (Mai 2026) (haberturk.com)
  32. Yeni Birlik: Halfeti nerede, nasıl gidilir (März 2026) (gazetebirlik.com)
  33. Wikipedia: Yesemek Quarry and Sculpture Workshop (en.wikipedia.org)
  34. Turkey Travel Planner: Gaziantep Transport (Entfernungen, Fahrzeiten) (turkeytravelplanner.com)
  35. Pegasus: Gaziantep Havalimanı (Entfernung zur Stadt) (flypgs.com)
  36. Wikipedia: Gaziantep Airport (en.wikipedia.org)
  37. Enuygun: Gaziantep – Mardin (Entfernung, Busfahrzeit) (enuygun.com)

Angaben zu Einreise, Preisen und Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte prüfen Sie vor Reiseantritt die offiziellen Stellen.

Ihre Türkei-Reise, persönlich geplant

Sagen Sie uns, was Sie sehen möchten und wie Sie reisen wollen. Sie erhalten einen ausgearbeiteten Vorschlag mit Route, Hotels und Preis – kostenlos und unverbindlich, in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Reise anfragen