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Trabzon und die östliche Schwarzmeerküste: Sümela, Uzungöl, Ayder und Rize

Schwarzmeerregion, Türkei

Route: Trabzon und die östliche Schwarzmeerküste Trabzon und die östliche Schwarzmeerküste
Illustration Trabzon und Schwarzmeerküste: Sümela-Kloster in der Felswand, grüne Berge und Teeplantagen bei Rize

Kurz & bündig

Trabzon ist die größte Stadt an der östlichen Schwarzmeerküste der Türkei und der Ausgangspunkt für das Sümela-Kloster, das rund 47 Kilometer südlich an einer Felswand im Altındere-Tal hängt und nach langer Sicherung des Hangs seit 2022 wieder vollständig zugänglich ist. Von Trabzon aus erreichen Sie den Bergsee Uzungöl, die Teegärten von Rize und die Hochalm Ayder am Fuß des Kaçkar-Gebirges. Planen Sie vier bis sechs Tage ein und reisen Sie zwischen Juni und September, wenn es in den Bergen am trockensten und an der Küste angenehm warm ist. Die Region ist grün und regenreich, mit Mittelmeerklima hat sie wenig gemeinsam.

Zuletzt aktualisiert:

Region
Östliche Schwarzmeerküste (Karadeniz), Provinzen Trabzon und Rize
Aufenthalt
4–6 Tage für Trabzon, Sümela, Uzungöl, Rize und Ayder
Beste Reisezeit
Juni bis September; Mai und Oktober mit mehr Regen
Anreise
Flughafen Trabzon (TZX), ca. 6 km vom Zentrum; ab Istanbul ca. 1 Std. 45 Min.
Sümela-Kloster
geöffnet, im Sommer etwa 8–19 Uhr, im Winter kürzer (Stand: 2025, vor Besuch prüfen)
Ideal für
Natur, Wandern, Klöster, Sommerreise ohne große Hitze, Kombination mit Kars

Warum lohnt sich eine Reise nach Trabzon und an die Schwarzmeerküste?

Trabzon und die östliche Schwarzmeerküste zeigen eine Türkei, die viele Gäste aus dem deutschsprachigen Raum nicht erwarten: steile, dicht bewaldete Berghänge, die fast direkt aus dem Meer aufsteigen, Teeterrassen, Holzhäuser auf Hochalmen und Nebel, der am Nachmittag durch die Täler zieht. Die Region ist eher mit dem Alpenvorland oder Norwegen zu vergleichen als mit der Ägäis.

Kulturell ist die Küste von der langen Geschichte des Pontos geprägt. Trabzon, das antike Trapezunt, war von 1204 bis 1461 Hauptstadt des Kaiserreichs Trapezunt, eines byzantinischen Nachfolgestaates. Aus dieser Zeit stammen die Hagia Sophia und die Mauern der Altstadt. Das berühmteste Erbe der Region liegt aber in den Bergen: das Sümela-Kloster in der Felswand des Altındere-Tals.

Wer im Sommer reist, schätzt außerdem das Klima. Während in Kappadokien, Antalya oder im Südosten die Temperaturen im Juli und August oft weit über 30 Grad steigen, liegt das Mittel der Höchstwerte an der Küste bei rund 26 Grad, und auf den Yaylas ist es noch kühler.

Was sollte man in Trabzon gesehen haben?

In der Stadt selbst genügt ein voller Tag für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: die Hagia Sophia, die Altstadt von Ortahisar, die Atatürk-Villa und den Aussichtshügel Boztepe. Die Stadt ist lebhaft, mit einer großen Universität, einem Hafen und viel Verkehr an der Küstenstraße. Für Spaziergänge eignen sich vor allem die Fußgängerzone um den Meydan-Park und die Gassen der Altstadt.

Hagia Sophia von Trabzon (Ayasofya)

Die Hagia Sophia liegt etwas westlich des Zentrums auf einer Anhöhe über dem Meer und wurde im 13. Jahrhundert unter Kaiser Manuel I. Komnenos als Klosterkirche errichtet. Bekannt ist sie für ihre Fresken, die zu den bedeutendsten byzantinischen Wandmalereien der Spätzeit gehören, und für den Fries am Südportal mit Szenen der Schöpfungsgeschichte von Adam und Eva.

Seit 2013 wird der Bau als Moschee genutzt. Nach einer Restaurierung wurde er im Juli 2020 wiedereröffnet. Während der Gebetszeiten werden die Fresken durch ein spezielles System verdeckt, danach sind sie für Besucher wieder sichtbar. Planen Sie den Besuch daher außerhalb der Gebete und besonders nicht zur Freitagsmittagszeit. Schultern und Knie sollten bedeckt sein, Frauen tragen ein Kopftuch.

Ortahisar: die Altstadt zwischen zwei Schluchten

Die Altstadt Ortahisar liegt auf einem Felsplateau zwischen zwei Schluchten. Ihre tafelartige Form gab der Stadt wohl ihren antiken Namen Trapezus. Erhalten sind Teile der Stadtmauern, die Fatih-Moschee, die aus der früheren Panagia-Chrysokephalos-Kirche hervorging, und einige alte Wohnhäuser.

Das Tal im Osten, das Zağnos-Tal, ist heute ein großer Stadtpark. Im Stadtmuseum (Tarih Müzesi) in einem historischen Haus sehen Sie Funde aus der Region über mehrere Jahrtausende. Wer gern über Märkte schlendert, findet im Basarviertel um den Bedesten Gold- und Silberschmiede, Haselnüsse und Tee.

Atatürk Köşkü und Boztepe

Die Atatürk-Villa (Atatürk Köşkü) steht im Viertel Soğuksu oberhalb der Stadt in einem Kiefernwäldchen. Das weiße Sommerhaus eines Kaufmanns wurde Atatürk geschenkt, der hier zwischen 1934 und 1937 wohnte. Heute ist es ein kleines Museum mit Originalmöbeln. Der Besuch dauert etwa eine halbe Stunde.

Boztepe ist der Hügel über der Altstadt mit Teegärten und dem besten Blick über Stadt, Hafen und Meer. Am frühen Abend, wenn die Lichter angehen, sitzen hier viele Familien beim Tee. Für Fotos ist der späte Nachmittag ideal.

Sümela Kloster: Ist das Kloster wieder geöffnet?

Ja, das Sümela-Kloster ist geöffnet. Nach der Sicherung der Felswand, die im Februar 2016 begann, ist es seit dem 1. Mai 2022 wieder vollständig zugänglich. In den Jahren davor war es mehrfach geschlossen oder nur teilweise offen, was viele ältere Reiseführer und Internetseiten noch widerspiegeln.

Das Kloster liegt im Altındere-Nationalpark im Bezirk Maçka, rund 47 Kilometer südlich der Stadt, etwa eine Stunde Fahrt. Es klebt auf rund 1.200 Metern Höhe mehrere hundert Meter über dem Talboden an einer senkrechten Felswand. Nach der Überlieferung gründeten es im 4. Jahrhundert die Mönche Barnabas und Sophronios und weihten es der Gottesmutter. Die heutigen Gebäude stammen größtenteils aus späteren Jahrhunderten, die Fresken in der Felsenkirche und an den Außenwänden zeigen Szenen aus den Evangelien.

Bis 1923 lebten hier Mönche, danach verließen die Pontosgriechen im Zuge des Bevölkerungsaustauschs die Region. Seit 2010 darf am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt, mit Genehmigung der türkischen Regierung wieder eine Liturgie gefeiert werden. An diesem Tag ist das Kloster für normale Besucher nur eingeschränkt zugänglich und sehr voll.

Öffnungszeiten, Eintritt und Zugang

Türkischen Medienberichten zufolge ist das Kloster im Sommer etwa von 8 bis 19 Uhr und im Winter etwa von 8.30 bis 17 Uhr geöffnet (Stand: 2025). Die Museumskarte (Müzekart) gilt. Zusätzlich zum Ticket des Klosters erhebt der Nationalpark eine eigene Gebühr am Taleingang. Die Preise werden in der Türkei regelmäßig angepasst, deshalb nennen wir hier keinen festen Betrag.

Vom Parkplatz im Tal führt ein Fußweg von gut einer halben Stunde steil hinauf, teilweise über Stufen. Für Gäste, denen der Weg zu anstrengend ist, fahren Shuttlefahrzeuge bis in die Nähe des Eingangs. Ein Stück zu Fuß müssen Sie trotzdem gehen. Bei Regen sind Weg und Stufen rutschig, feste Schuhe sind Pflicht.

An Feiertagen und an Wochenenden im Sommer bilden sich lange Schlangen. Am ruhigsten ist es früh am Morgen. Wir fahren deshalb meist so los, dass Sie zur Öffnung oder bald danach oben sind, und verbinden den Besuch mit einem Mittagessen am Fluss im Tal.

Uzungöl: Lohnt sich der Bergsee?

Uzungöl lohnt sich als Halbtages- oder Tagesausflug, sollte aber nicht der einzige Grund für die Reise sein. Der See liegt im Bezirk Çaykara rund 99 Kilometer südöstlich der Stadt, die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Er ist von steilen, bewaldeten Hängen umgeben, am Ufer steht eine Moschee mit zwei Minaretten, die auf vielen Fotos der Region zu sehen ist.

Uzungöl ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Rund um den See stehen viele Hotels und Holzbungalows, und im Sommer kommen sehr viele Besucher, vor allem aus der Türkei und den Golfstaaten. Wer Ruhe sucht, wandert vom See zu den höher gelegenen Yaylas oder zu den Aussichtspunkten über dem Tal. Am frühen Morgen, wenn Nebel auf dem Wasser liegt, ist der Ort am schönsten.

Ayder, Çamlıhemşin und das Kaçkar-Gebirge

Ayder ist die bekannteste Hochalm der Region und das Tor zum Kaçkar-Gebirge. Sie liegt auf 1.350 Metern Höhe, 19 Kilometer südöstlich von Çamlıhemşin in der Provinz Rize. Holzhäuser und Pensionen verteilen sich über eine steile Wiese, an deren Rand Wasserfälle herabstürzen. In Ayder gibt es eine Thermalquelle mit etwa 50 Grad warmem Wasser, die in einem Badehaus genutzt wird.

Wie erlebt man die Yayla-Kultur?

Am besten mit einer Übernachtung in Ayder und einer Wanderung oder Fahrt zu den höher gelegenen Yaylas. Traditionell ziehen die Familien der Täler im Sommer mit ihrem Vieh auf die Hochalmen und leben dort von Juni bis September in einfachen Holz- und Steinhäusern. Bekannte Yaylas über Ayder sind Huser, Pokut und Gito sowie Aşağı und Yukarı Kavron am Fuß der Hochgipfel.

Das Kaçkar-Gebirge ist mit 3.937 Metern am Kaçkar Dağı das höchste Gebirge der Schwarzmeerregion und Teil eines Nationalparks. Mehrtägige Trekkingtouren zu den Gletscherseen sind im Juli und August möglich, Yukarı Kavron dient als Ausgangspunkt für Gipfelbesteigungen. In Ayder und Çamlıhemşin können Sie Bergführer finden. Für Tageswanderungen auf markierten Wegen brauchen Sie keine besondere Erfahrung, aber gute Schuhe und Regenkleidung.

Zil Kalesi und das Fırtına-Tal

Das Fırtına-Tal führt von der Küste bei Ardeşen über Çamlıhemşin ins Gebirge. Entlang des Flusses stehen alte, steinerne Bogenbrücken, darunter die Şenyuva-Brücke von 1696. Im unteren Abschnitt werden Raftingtouren angeboten.

Rund 15 Kilometer südlich von Çamlıhemşin steht Zil Kalesi auf einem Felssporn etwa 100 Meter über dem Fluss. Die kleine Burg aus dem Mittelalter sicherte den Weg über die Berge nach Bayburt. Sie ist über einen kurzen, steilen Pfad von der Straße aus erreichbar. Im Nebel, der hier oft aufzieht, wirkt sie fast unwirklich, bei klarer Sicht sehen Sie weit ins Tal.

Rize: Wo wächst der türkische Tee?

Fast der gesamte schwarze Tee der Türkei wächst an der östlichen Schwarzmeerküste, und Rize ist ihr Zentrum. Die Teepflanzen bedecken die steilen Hänge zwischen Küste und rund 1.000 Metern Höhe, oft bis direkt an die Häuser. Gepflückt wird zwischen Mai und September, meist in drei Ernten. Die erste Teefabrik in Rize nahm 1947 den Betrieb auf.

In der Stadt Rize lohnt der Botanische Teegarten (Ziraat Çay Bahçesi) oberhalb des Zentrums mit Blick über Stadt und Meer, wo Sie verschiedene Teesorten probieren können. Sehr schön ist auch die Fahrt durch die Teehänge zwischen Rize und Çamlıhemşin. Im Frühsommer sehen Sie oft Frauen und Männer mit großen Körben auf dem Rücken bei der Ernte.

Wann ist die beste Reisezeit für Trabzon?

Die beste Reisezeit für die östliche Schwarzmeerküste ist Juni bis September. Dann ist es an der Küste angenehm warm, und die Yaylas sind bewohnt und über alle Straßen erreichbar. Regen gibt es das ganze Jahr, im Juli und August aber deutlich seltener. Ab Mitte September nehmen die Niederschläge stark zu, der Oktober ist im langjährigen Mittel der nasseste Monat.

Die Werte des türkischen Wetterdienstes für Trabzon:

Monat Ø Höchstwert Ø Tiefstwert Niederschlag Regentage
Januar 10,9 °C 4,8 °C 83 mm 12
März 12,0 °C 5,5 °C 60 mm 13
April 15,6 °C 8,8 °C 57 mm 12
Mai 19,2 °C 13,0 °C 53 mm 12
Juni 23,3 °C 17,2 °C 52 mm 10
Juli 26,1 °C 20,0 °C 37 mm 8
August 26,7 °C 20,5 °C 48 mm 8
September 23,9 °C 17,5 °C 79 mm 10
Oktober 20,1 °C 13,7 °C 113 mm 12
November 16,6 °C 10,1 °C 99 mm 11

Quelle: Meteoroloji Genel Müdürlüğü, Mittelwerte 1927–2025.

Die Stadt selbst ist im Vergleich zum Rest der Küste noch relativ trocken. In Rize fallen im Jahresmittel rund 2.300 Millimeter Regen, also etwa viermal so viel wie in Berlin, und selbst im Juli gibt es dort durchschnittlich an rund 14 Tagen Niederschlag. Rechnen Sie also auch im Hochsommer mit Schauern und Nebel, besonders am Nachmittag in den Bergtälern. Gerade das macht die Landschaft so grün.

Der Mai ist eine gute Wahl, wenn Sie blühende Hänge und die erste Teeernte sehen möchten, die höheren Yaylas sind dann aber noch nicht bewohnt. Im Winter liegt in den Bergen Schnee, die Küste ist mild und nass. Einen Monatsvergleich aller Regionen finden Sie im Ratgeber zur besten Reisezeit für die Türkei.

Schwarzmeerküste Türkei oder Mittelmeer: Was passt im Sommer?

Für eine Rundreise im Hochsommer ist die Schwarzmeerküste der Türkei eine sehr gute Wahl, für einen Badeurlaub nicht. Im Juli und August können Sie hier wandern, Klöster besichtigen und Bergdörfer besuchen, ohne in der Mittagshitze zu leiden. Dafür müssen Sie mit Regen rechnen und auf lange Sonnentage am Strand verzichten.

Östliche Schwarzmeerküste Türkische Riviera / Ägäis
Juli/August tagsüber ca. 26 °C, Yaylas kühler oft über 33 °C
Regen im Sommer regelmäßige Schauer, Nebel kaum
Baden möglich, wenig Strandinfrastruktur sehr gut, viele Strände
Landschaft Wald, Berge, Teehänge Küste, Pinien, antike Stätten
Ideal für Wandern, Natur, Kultur Strand, Boot, Antike

Wer beides möchte, kombiniert eine Woche an der Schwarzmeerküste mit einigen Badetagen an der Türkischen Riviera. Ein Inlandsflug über Istanbul verbindet beide Regionen.

Was isst man an der Schwarzmeerküste?

Die Küche der Schwarzmeerküste beruht auf Mais, Butter, Käse, Kohl und Fisch und unterscheidet sich deutlich von dem, was Sie aus dem Süden kennen. Viele Gerichte sind kräftig und für kühle Tage auf der Alm gemacht.

Gericht Was es ist
Hamsi Schwarzmeersardelle, frittiert, gegrillt oder mit Reis gebacken (hamsili pilav)
Kuymak / Muhlama Maismehl, geschmolzener Käse und viel Butter, in der Pfanne serviert
Laz böreği süßes Blätterteiggebäck mit Puddingfüllung, typisch für Rize
Akçaabat köfte gegrillte Hackfleischbällchen aus dem gleichnamigen Küstenort
Karalahana çorbası Suppe aus Schwarzkohl mit Mais und Bohnen
Mısır ekmeği dichtes Maisbrot, oft zu allem gereicht

Hamsi ist ein Wintergericht. Die Fangsaison beginnt am 1. September, am besten und fettesten sind die Sardellen von Ende November bis Februar. Im Sommer bekommen Sie oft Tiefkühlware oder andere Fische. Kuymak und Muhlama sind ein klassisches Frühstück in den Yaylas, dazu wird schwarzer Tee aus Rize in tulpenförmigen Gläsern getrunken, meist sehr viele davon. Als Mitbringsel eignen sich Haselnüsse, Tee und Honig, etwa aus der Yayla Anzer.

Wie viele Tage braucht man für Trabzon und die Region?

Für die Stadt, das Sümela-Kloster, Uzungöl, Rize und Ayder sollten Sie vier bis sechs Tage einplanen. Die Entfernungen sind nicht groß, aber die Straßen in die Täler sind kurvig, und das Wetter verlangt manchmal einen Plan B. Mit Wanderungen im Kaçkar-Gebirge oder einem Abstecher nach Artvin werden es leicht sieben bis acht Tage.

Eine typische Aufteilung:

Tag Programm Übernachtung
1 Ankunft, Hagia Sophia, Altstadt, Boztepe Trabzon
2 Sümela-Kloster und Altındere-Tal, Atatürk-Villa Trabzon
3 Fahrt nach Uzungöl, Spaziergang und kurze Wanderung Uzungöl
4 Über Rize mit Teegarten nach Çamlıhemşin, Fırtına-Tal, Zil Kalesi Ayder
5 Wanderung zu den Yaylas über Ayder Ayder
6 Rückfahrt zum Flughafen Trabzon oder weiter Richtung Osten –

Die Fahrt von Trabzon nach Rize dauert etwa eineinhalb Stunden, von Rize nach Ayder rund weitere eineinhalb bis zwei Stunden. Seit 2022 gibt es außerdem den Flughafen Rize-Artvin, der für die Rückreise aus Ayder kürzer sein kann.

Wie kommt man nach Trabzon?

Der Flughafen Trabzon (TZX) liegt nur etwa 6 Kilometer östlich des Zentrums direkt am Meer, die Fahrt in die Stadt dauert 10 bis 15 Minuten. Von Istanbul gibt es mehrmals täglich Inlandsflüge, unter anderem mit Pegasus, die Flugzeit beträgt rund 1 Stunde 45 Minuten. Auch aus Ankara und Izmir gibt es Verbindungen.

Aus Deutschland führt SunExpress nach Angaben von Flugplanportalen einzelne Direktflüge durch, unter anderem ab Frankfurt, Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart, meist nur einmal pro Woche und zu ungünstigen Nachtzeiten. Das Angebot wechselt mit der Saison. Für die meisten Reisenden ist die Verbindung über Istanbul bequemer und flexibler, oft mit einer oder zwei Nächten in der Stadt am Bosporus.

Vor Ort brauchen Sie für die Täler ein Auto. Dolmuşe verbinden zwar die Stadt mit Maçka, Uzungöl und Rize sowie Rize mit Ayder, Kombinationen an einem Tag sind damit aber schwierig. Wenn Sie selbst fahren möchten, finden Sie Hinweise zu Mietwagen und Straßen in unserem Ratgeber zur Türkei-Rundreise auf eigene Faust. Die Bergstraßen sind teils schmal und bei Regen anspruchsvoll.

Wie lässt sich Trabzon mit der Osttürkei kombinieren?

Trabzon ist ein guter Anfangs- oder Endpunkt für eine Reise durch Ostanatolien. Von hier führt die Straße über Erzurum nach Kars und zur Ruinenstadt Ani, die Fahrt dauert rund sieben bis acht Stunden, meist mit einer Übernachtung in Erzurum. Unterwegs wechselt die Landschaft innerhalb weniger Stunden von feuchtem Bergwald zur kargen Hochebene.

Unsere Osttürkei-Rundreise endet in Kars. Wer sie um einige Tage am Schwarzen Meer verlängert, fliegt anschließend ab Trabzon zurück. Umgekehrt lässt sich auch eine Route vom Vansee über Kars an die Küste planen. Für die erste Türkeireise eignet sich eher eine Kombination aus Istanbul, Kappadokien und einigen Tagen am Schwarzen Meer, die per Inlandsflug verbunden werden.

Weiter westlich an der Schwarzmeerküste liegen der Hafenort Amasra und die osmanische Fachwerkstadt Safranbolu. Beide sind von hier aber sehr weit entfernt, rund 900 Kilometer, und passen besser zu einer Reise ab Istanbul oder Ankara.

Ist die Schwarzmeerregion für Rundreisen geeignet?

Ja. Die Provinzen Trabzon und Rize sind seit Langem beliebte Ziele vor allem für türkische Urlauber, Straßen, Hotels und Reiseleiter sind auf Besucher eingestellt. Wie überall gilt: Lesen Sie vor der Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts. Eine Einordnung für das ganze Land bietet unser Ratgeber Ist die Türkei sicher?.

Wenn Sie die Stadt, das Sümela-Kloster und die Yaylas mit einem Fahrer und einem deutschsprachigen Reiseleiter erleben möchten, schreiben Sie uns über das Anfrageformular. Unser Team in der Türkei stellt Ihnen eine Route zusammen, die zu Ihrer Reisezeit, Ihrem Tempo und Ihren Interessen passt.

Häufige Fragen

Kann man am Schwarzen Meer bei Trabzon baden?

Ja, im Juli und August ist das Wasser warm genug, aber Trabzon ist kein Badeziel. Die Küste ist vielerorts von der Küstenstraße und Wellenbrechern geprägt, gepflegte Sandstrände sind selten, und das Wetter ist auch im Sommer wechselhaft. Wer Strandtage möchte, plant sie besser an der Ägäis oder am Mittelmeer ein.

Braucht man für das Sümela-Kloster eine Führung?

Vorgeschrieben ist sie nicht, Sie können das Kloster mit einem Ticket auf eigene Faust besichtigen. Die Fresken, die Geschichte der Pontosgriechen und die Bedeutung des Ortes für die orthodoxe Kirche erschließen sich mit einem Reiseleiter aber deutlich besser. Rechnen Sie für den Besuch einschließlich Auf- und Abstieg mit zwei bis drei Stunden.

Was ist eine Yayla?

Eine Yayla ist eine Hochalm, auf die Familien traditionell im Sommer mit ihrem Vieh ziehen. Viele Yaylas an der östlichen Schwarzmeerküste bestehen aus Holzhäusern auf Steinsockeln und sind nur von Juni bis September bewohnt. Einige, wie Ayder, haben sich zu Ferienorten mit Pensionen entwickelt, andere sind bis heute einfache Sommersiedlungen.

Ist die Schwarzmeerregion konservativ?

Die Region gilt als eher traditionell, in Städten wie Trabzon und Rize ist das Straßenbild aber modern und alltäglich. In Moscheen, auch in der Hagia Sophia von Trabzon, sollten Schultern und Knie bedeckt sein und Frauen ein Kopftuch tragen. Alkohol bekommen Sie in Hotels und manchen Restaurants, in den Yaylas nicht überall.

Ist Uzungöl im Winter einen Besuch wert?

Für Ruhesuchende ja. Der See friert in kalten Wintern teilweise zu, die Holzhäuser liegen dann im Schnee, und es sind kaum Reisegruppen unterwegs. Die Zufahrt kann bei Schneefall schwierig werden, und Wanderungen in höhere Lagen sind im Winter nicht möglich.

Wie gut kommt man ohne Türkischkenntnisse zurecht?

In Hotels in Trabzon und an touristischen Orten wie Uzungöl und Ayder klappt die Verständigung auf Englisch meist. In Dörfern, Dolmuşen und kleinen Lokantas wird überwiegend Türkisch gesprochen, gelegentlich trifft man Menschen, die in Deutschland gearbeitet haben. Ein deutschsprachiger Reiseleiter erleichtert vor allem den Besuch der Yaylas.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Meteoroloji Genel Müdürlüğü: Langjährige Klimawerte Trabzon (1927–2025) (mgm.gov.tr)
  2. Meteoroloji Genel Müdürlüğü: Langjährige Klimawerte Rize (1927–2025) (mgm.gov.tr)
  3. Kultur- und Tourismusministerium (KTB): Rize Highlands (Ayder, Kavron, Kaçkar) (ktb.gov.tr)
  4. Kultur- und Tourismusministerium (KTB): Rize – Kaçkar Mountain National Park (ktb.gov.tr)
  5. CNN Türk: Çalışmalar tamamlandı! Sümela'da kapılar açılıyor (29.04.2022) (cnnturk.com)
  6. Haber7: Sümela Manastırı ve Ayasofya Camii yarın ziyarete açılıyor (27.07.2020) (haber7.com)
  7. Türkgün: Sümela Manastırı Ziyaret Rehberi – Giriş Ücreti, Saatleri (Juni 2025) (turkgun.com)
  8. Milliyet: Trabzon gezilecek yerler (Uzungöl, Atatürk Köşkü, Boztepe, Sümela) (milliyet.com.tr)
  9. Yeni Asır: Doğu Karadeniz'de cennetten köşe Rize (Ayder, Zil Kalesi, Fırtına-Tal) (yeniasir.com.tr)
  10. Pegasus: Istanbul–Trabzon Flüge (Flugzeit, Lage des Flughafens) (flypgs.com)
  11. DirectFlights: Trabzon (TZX) – Frankfurt (FRA), Direktverbindungen (directflights.com)

Angaben zu Einreise, Preisen und Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte prüfen Sie vor Reiseantritt die offiziellen Stellen.

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