# Die sieben Gemeinden der Offenbarung: Ephesus bis Laodizea heute besuchen

Quelle: https://turkeireisen.de/ratgeber/sieben-gemeinden-offenbarung/  
Stand: 2026-11-05 · Herausgeber: TürkeiReisen (https://turkeireisen.de)

> Die sieben Gemeinden der Offenbarung sind Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea; an sie richten sich die Sendschreiben in Offenbarung 2–3. Alle sieben liegen in der heutigen Westtürkei, in den Provinzen İzmir, Manisa und Denizli, und lassen sich auf einer Rundstrecke von gut 480 Kilometern zwischen Ephesus und Laodizea verbinden. Sichtbar sind heute sehr unterschiedliche Reste: die große Ruinenstadt Ephesus, die Akropolis von Pergamon, Tempel und Synagoge in Sardes und die seit 2008 ganzjährig ausgegrabene Stadt Laodizea, in Akhisar und Alaşehir dagegen nur kleine Areale mitten in der Stadt. Für alle sieben Orte sollten Sie fünf bis sechs Tage einplanen, mit Pamukkale, Kolossä und Aphrodisias sieben bis acht.

## Eckdaten
- **Bibelstellen:** Offb 1,11 (Aufzählung), Sendschreiben Offb 2,1–3,22
- **Heutige Orte:** Selçuk, İzmir, Bergama, Akhisar, Sart, Alaşehir, Denizli
- **Rundstrecke:** ca. 480 km Ephesus–Laodizea, zurück nach Ephesus weitere ca. 190 km
- **Reisedauer:** 5–6 Tage für alle sieben, 7–8 Tage mit Pamukkale, Kolossä, Aphrodisias
- **UNESCO-Welterbe:** Pergamon (2014), Ephesus (2015); Laodizea auf der Vorschlagsliste (2013)
- **Beste Reisezeit:** April bis Anfang Juni, Mitte September bis Oktober

## Was sind die sieben Gemeinden der Offenbarung?

Die sieben Gemeinden der Offenbarung sind christliche Gemeinden in sieben Städten der römischen Provinz Asia, an die sich das letzte Buch des Neuen Testaments richtet. In Offenbarung 1,11 erhält der Seher Johannes den Auftrag: „Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.“

In den Kapiteln 2 und 3 folgen die sieben Sendschreiben, kurze Briefe an jede einzelne Gemeinde. Sie haben einen festen Aufbau: Anrede an den „Engel der Gemeinde“, eine Selbstvorstellung des Sprechers, Lob und Tadel, eine Mahnung und eine Verheißung an den, „der überwindet“. Viele Bilder knüpfen an Geschichte und Lage der jeweiligen Stadt an.

Alle sieben Orte liegen in der heutigen Westtürkei. Kirchen aus dem 1. Jahrhundert sind nicht erhalten, denn die frühen Christen trafen sich in Privathäusern; sichtbar sind die antiken Städte und spätere byzantinische Kirchenbauten. Einen Überblick über weitere Orte wie Antiochia, Tarsus oder [Kappadokien](https://turkeireisen.de/reiseziele/kappadokien/) gibt unser Ratgeber zu den [christlichen Stätten in der Türkei](https://turkeireisen.de/ratgeber/christliche-staetten-tuerkei/).

### Warum gerade diese Reihenfolge?

Die Aufzählung beschreibt einen Ring. Der britische Archäologe William M. Ramsay wies 1904 darauf hin, dass ein Bote, der in Ephesus an Land ging, auf den römischen Straßen genau in dieser Abfolge reisen würde: nach Norden über Smyrna nach Pergamon, dann nach Osten und Süden über Thyatira, Sardes und Philadelphia bis Laodizea und von dort zurück Richtung Ephesus. Ramsay vermutete, die sieben Städte seien Verteilerpunkte gewesen, von denen aus das Schreiben in die umliegenden Gemeinden weiterging. Dass Hierapolis, Tralleis oder Magnesia fehlen, obwohl auch dort Christen lebten, passt zu dieser Erklärung. Sie ist verbreitet, bleibt aber eine Hypothese.

## Die sieben Gemeinden im Überblick: Karte und Entfernungen

Die sieben Gemeinden verteilen sich auf drei Provinzen der heutigen Türkei: İzmir, Manisa und Denizli. Die Straßenentfernungen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Orten liegen zwischen 50 und 110 Kilometern, die gesamte Runde von Ephesus bis Laodizea beträgt rund 480 Kilometer.

| Antiker Name | Heutiger Ort | Provinz | Zur nächsten Gemeinde | Was zu sehen ist |
|---|---|---|---|---|
| Ephesus | Selçuk | İzmir | Smyrna: ca. 77 km, 1–1¼ Std. | Ruinenstadt, Marienkirche, Johannesbasilika |
| Smyrna | İzmir (Konak) | İzmir | Pergamon: ca. 111 km, 1½ Std. | Agora, Kirche St. Polykarp |
| Pergamon | Bergama | İzmir | Thyatira: ca. 83 km, 1¼ Std. | Akropolis, Altarfundament, Rote Halle, Asklepieion |
| Thyatira | Akhisar | Manisa | Sardes: ca. 61 km, 1 Std. | Ausgrabungsfeld im Stadtzentrum |
| Sardes | Sart (Salihli) | Manisa | Philadelphia: ca. 49 km, 45 Min. | Artemistempel, Gymnasium, Synagoge |
| Philadelphia | Alaşehir | Manisa | Laodizea: ca. 98 km, 1½ Std. | Pfeiler der Johanneskirche |
| Laodizea | Denizli (Eskihisar) | Denizli | zurück nach Ephesus: ca. 187 km, 2½ Std. | Große Ruinenstadt mit Kirchen, Theatern, Stadion |

Entfernungen: OpenStreetMap-Routing, Fahrzeiten gerundet und mit Puffer. Pausen und Stadtverkehr in İzmir kommen hinzu.

### Die Route als Karte in Worten

Die Route bildet ein Hufeisen: vom [Flughafen İzmir](https://turkeireisen.de/ratgeber/flughafen-izmir-transfer/) eine Stunde südlich nach Ephesus, zurück durch İzmir (Smyrna) und gut 100 Kilometer nördlich nach Bergama. Dort dreht sie nach Osten ins Landesinnere nach Akhisar, folgt dem Tal des Gediz (antik Hermos) über Sardes nach Alaşehir und quert die Hügel ins Lykostal nach Denizli. Laodizea, Hierapolis bei Pamukkale und Kolossä liegen dort im Dreieck, jeweils weniger als 20 Straßenkilometer voneinander entfernt.

Wer in Antalya oder Dalaman ankommt, kann die Runde umgekehrt in Denizli beginnen.

## Ephesus (Offb 2,1–7)

Ephesus war die Hauptstadt der Provinz Asia und die erste Adresse der Sendschreiben. Die Gemeinde wird für ihre Ausdauer und ihre Wachsamkeit gegenüber falschen Lehrern gelobt, aber getadelt, weil sie „die erste Liebe verlassen“ habe (Offb 2,4).

Laut Apostelgeschichte wirkte Paulus über zwei Jahre in Ephesus (Apg 19,10), und der Aufstand der Silberschmiede um den Tempel der Artemis spielte sich im großen Theater ab (Apg 19,23–40). Nach der Überlieferung lebte auch der Apostel Johannes in der Stadt und wurde auf dem Ayasuluk-Hügel begraben. 431 und 449 n. Chr. tagten in Ephesus zwei Konzilien, das erste in der Marienkirche.

**Was Sie heute sehen:** die antike Stadt mit Kuretenstraße, Celsus-Bibliothek, Hanghäusern und dem Theater aus Apg 19, außerdem die Reste der Marienkirche am Hafen. In Selçuk stehen die Ruinen der Johannesbasilika aus justinianischer Zeit über dem traditionellen Johannesgrab. Ephesus ist seit 2015 UNESCO-Welterbe. Der Eintritt beträgt laut Kulturministerium 40 Euro für ausländische Erwachsene.

**Besuchsdauer:** drei bis vier Stunden für die Ruinenstadt, eine weitere Stunde für Johannesbasilika und Artemision. Alle Details zu Hanghäusern und Tageszeiten finden Sie in unserem Porträt von [Ephesus](https://turkeireisen.de/reiseziele/ephesus/).

## Smyrna – heute İzmir (Offb 2,8–11)

Smyrna ist als einzige der sieben Städte bis heute eine Großstadt. Das Sendschreiben enthält keinen Tadel: Die Gemeinde wird in ihrer Armut und Bedrängnis ermutigt und erhält die Zusage „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Offb 2,10).

Eng mit dieser Stelle verbunden ist Polykarp, nach der Überlieferung ein Schüler des Johannes und Bischof von Smyrna. Laut der Kulturdirektion İzmir wurde er am 23. Februar 155 im Stadion am Hang des Kadifekale verbrannt, weil er sich weigerte, seinem Glauben abzuschwören. Das genaue Jahr wird in der Forschung diskutiert.

**Was Sie heute sehen:** Die antike Agora im Stadtteil Konak wurde ab dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. angelegt; das abschüssige Gelände ebneten die Baumeister mit Kellergewölben, die heute zu den eindrucksvollsten Teilen des Areals gehören. Erste Grabungen fanden 1932 bis 1941 statt. Der Eintritt kostet laut Ministerium 6 Euro. Ebenfalls im Stadtteil Konak steht die römisch-katholische Kirche St. Polykarp, nach Angaben der Kulturdirektion 1625 erbaut und eines der ältesten Gebäude İzmirs. Im späten 19. Jahrhundert malte der in İzmir lebende Franzose Raymond Péré Fresken mit Szenen aus Polykarps Leben. Gruppenbesuche in der aktiven Kirche sollten vorher angemeldet werden.

**Besuchsdauer:** eine Stunde für die Agora, 30 Minuten für die Kirche. Mehr zu Kemeraltı, Uferpromenade und Unterkünften lesen Sie im Porträt von [İzmir](https://turkeireisen.de/reiseziele/izmir/).

## Pergamon – heute Bergama (Offb 2,12–17)

Pergamon war die alte Königsstadt der Attaliden und in römischer Zeit ein Zentrum des Kaiserkults. Das Sendschreiben lobt die Gemeinde, die festhält, obwohl sie wohnt, „wo der Thron des Satans ist“, und erwähnt den Märtyrer Antipas (Offb 2,13). Getadelt wird die Duldung von Anhängern „der Lehre Bileams“ und der Nikolaiten; die Verheißung spricht vom „verborgenen Manna“ und einem „weißen Stein“.

### Was ist mit dem „Thron des Satans“ gemeint?

Der Text nennt kein Gebäude. Viele Ausleger denken an den großen Zeusaltar, der in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. unter Eumenes II. entstand. Andere verweisen auf die Tempel des Kaiserkults, auf das Heiligtum des Heilgottes Asklepios mit seinem Schlangensymbol oder auf Pergamon als Sitz römischer Gerichtsbarkeit. Gesichert ist keine dieser Deutungen.

Der Altar selbst steht nicht mehr in Bergama. Carl Humann grub ab 1878 auf der Akropolis, und nach einer Vereinbarung mit dem [Osmanischen Reich](https://turkeireisen.de/ratgeber/osmanisches-erbe-tuerkei/) kamen die Reliefplatten nach Berlin. Das Pergamonmuseum ist wegen Sanierung geschlossen; die Staatlichen Museen zu Berlin haben die Wiedereröffnung mit dem Pergamonaltar für den 4. Juni 2027 angekündigt.

**Was Sie heute sehen:** Auf der Akropolis liegen das Fundament des Altars, das steile Theater für etwa 10.000 Zuschauer, das Trajaneum und die Reste der Bibliothek. Unten in der Stadt steht die Rote Halle (Kızıl Avlu), ein römischer Tempel für ägyptische Gottheiten, der in byzantinischer Zeit zur Kirche wurde; einer der Seitentürme dient heute als Moschee. Am Stadtrand liegt das Asklepieion mit Heiltunnel. Pergamon ist seit 2014 UNESCO-Welterbe. Die Akropolis kostet laut Ministerium 15 Euro Eintritt, hinauf führt eine Seilbahn mit eigenem Ticket.

**Besuchsdauer:** einen halben bis ganzen Tag. Unser Porträt von [Pergamon](https://turkeireisen.de/reiseziele/pergamon/) beschreibt Rundgang und Anfahrt im Detail.

## Thyatira – heute Akhisar (Offb 2,18–29)

Thyatira war im 1. Jahrhundert eine Handwerkerstadt mit mehr bekannten Zünften als jede andere Stadt der Provinz Asia, darunter Färber und Purpurhändler. Aus Thyatira stammte laut Apostelgeschichte auch Lydia, die Purpurhändlerin, die Paulus in Philippi aufnahm (Apg 16,14).

Das längste der sieben Sendschreiben richtet sich ausgerechnet an diese vergleichsweise kleine Stadt. Gelobt werden Liebe, Glaube und Dienst, getadelt wird die Duldung einer Prophetin, die mit dem Namen „Isebel“ bezeichnet wird. Die Verheißung lautet: „Ich will ihm geben den Morgenstern“ (Offb 2,28).

**Was Sie heute sehen:** Die Ausgrabung liegt mitten im heutigen Akhisar, im Viertel Tepe Mezarlığı, umgeben von Wohnhäusern und Geschäften. Zu sehen sind ein großer Bau mit Apsis, der oft als römische Basilika gedeutet wird, ein teilweise wiederaufgerichteter Säulengang und eine Sammlung von Inschriften und Bauteilen. Seit etwa 2011 wird zudem auf dem nahen Krankenhaushügel gegraben, wo das Team um Engin Akdeniz einen hellenistischen Tempel freigelegt hat. Der Eintritt beträgt laut Ministerium 3 Euro, im Sommer ist von 8 bis 19 Uhr geöffnet.

**Besuchsdauer:** 30 bis 45 Minuten. Thyatira ist die unscheinbarste der sieben Stätten; der Besuch lohnt sich vor allem wegen des Textes, nicht wegen der Ruinen.

## Sardes – heute Sart (Offb 3,1–6)

Sardes war die Hauptstadt des Lydischen Reiches unter König Kroisos, bis der Perserkönig Kyros die Stadt um 547 v. Chr. eroberte. Das Sendschreiben ist eines der schärfsten: „Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot“ (Offb 3,1). Die Gemeinde soll „wach werden“; die Mahnung, der Herr komme „wie ein Dieb“, erinnert an die Überlieferung, dass die als uneinnehmbar geltende Burg von Sardes zweimal durch Überraschung fiel.

Nach einem schweren Erdbeben im Jahr 17 n. Chr. erhielt Sardes vom Kaiser zehn Millionen Sesterzen und eine befristete Steuerbefreiung. Seit 1958 graben hier Teams von Harvard und Cornell.

**Was Sie heute sehen:** An der Hauptstraße beim Dorf Sart steht der große Bad-Gymnasium-Komplex mit Palästra, Gewölbehallen und dem zweigeschossigen „Marmorhof“. Unmittelbar daneben liegt die Synagoge, 1962 entdeckt und im späten 3. Jahrhundert n. Chr. vollendet, mit einer Versammlungshalle für fast tausend Menschen, Mosaikböden und über 80 griechischen sowie sieben hebräischen Inschriften. Gut einen Kilometer südlich, am Fuß der Akropolis, liegt der Artemistempel. An seiner Südostecke wurde im 4. Jahrhundert n. Chr. eine kleine Kapelle angebaut. Der Eintritt beträgt laut Ministerium 3 Euro.

**Besuchsdauer:** zwei Stunden für beide Bereiche. Im Sommer ist es im Gediz-Tal ausgesprochen heiß, nehmen Sie Wasser und Kopfbedeckung mit.

## Philadelphia – heute Alaşehir (Offb 3,7–13)

Philadelphia wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. von den Königen von Pergamon gegründet; der Name, griechisch etwa „Bruderliebe“, erinnert an den Beinamen Attalos’ II. Wie Sardes wurde die Stadt im Jahr 17 n. Chr. von einem schweren Erdbeben getroffen.

Das Sendschreiben enthält, wie das an Smyrna, keinen Tadel. Der Gemeinde wird eine „offene Tür“ zugesagt, die niemand schließen kann, und dem Überwinder das Versprechen: „Den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes“ (Offb 3,12). Philadelphia blieb tatsächlich lange standhaft: Es war die letzte byzantinische Stadt im Inneren Kleinasiens und fiel erst 1390 an die Osmanen unter Bayezid I.

**Was Sie heute sehen:** In einem kleinen Park im Stadtzentrum stehen drei mächtige Pfeiler der Johanneskirche (St. Jean), einer byzantinischen Basilika aus dem 6. Jahrhundert, in deren Mauerwerk antike Säulenstücke und Werksteine verbaut sind. Das Gelände ist ganzjährig als Freilichtbereich zugänglich; einen offiziellen Eintrittspreis konnten wir nicht ermitteln. Am Toptepe-Hügel wurden in den 1980er-Jahren ein Theater, ein Tempel und ein Stadion teilweise freigelegt, sie sind aber kaum zu sehen.

**Besuchsdauer:** 30 bis 45 Minuten. Der ruhige Ort eignet sich für eine kurze Andacht, das Bild vom „Pfeiler“ steht hier unmittelbar vor Augen.

## Laodizea – bei Denizli (Offb 3,14–22)

Laodizea war eine reiche Handelsstadt im Lykostal, bekannt für schwarze Wolle, Textilien und Bankgeschäfte. Nach einem Erdbeben im Jahr 60 n. Chr. bauten die Bürger ihre Stadt ohne kaiserliche Hilfe wieder auf.

Das Sendschreiben tadelt die Gemeinde als „weder kalt noch warm“ und hält ihr vor: „Du sprichst: Ich bin reich … und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß“ (Offb 3,17). Am Ende steht der oft zitierte Vers: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an“ (Offb 3,20). Laodizea wird auch im Kolosserbrief erwähnt (Kol 4,13–16).

### Lauwarmes Wasser: Hierapolis und Kolossä

Hierapolis mit seinen heißen Quellen liegt rund 10 Kilometer nördlich, Kolossä rund 17 Kilometer östlich von Laodizea. Seit den 1950er-Jahren wird deshalb oft erklärt, der Vorwurf „lau“ spiele auf das Wasser an: heißes Heilwasser in Hierapolis, kaltes Quellwasser in Kolossä, in Laodizea dagegen lauwarmes, kalkhaltiges Wasser aus einer Fernleitung. Der Neutestamentler Mark Wilson hat 2025 jedoch gezeigt, dass die Ausgrabungen seit 2003 sie kaum stützen; er denkt eher an die kalten, lauwarmen und heißen Räume der römischen Thermen.

**Was Sie heute sehen:** Laodizea wird heute intensiv erforscht: Seit 2008 wird unter Leitung von Celal Şimşek (Pamukkale-Universität) das ganze Jahr über gegraben und restauriert. Freigelegt sind die Syrische Straße mit Säulenhallen, zwei Theater, das Stadion, mehrere Agoren, Brunnenanlagen und vor allem die frühbyzantinische Kirche von Laodizea unter einem großen Schutzdach; die Restaurierung erhielt 2016 einen Sonderpreis von Europa Nostra. Seit 2013 steht Laodizea auf der UNESCO-Vorschlagsliste. Der Eintritt beträgt laut Ministerium 12 Euro, im Sommer ist bis 21 Uhr geöffnet.

**Besuchsdauer:** zwei bis drei Stunden. Die Stätte ist weitläufig und wenig schattig; im Sommer lohnt der späte Nachmittag.

## Wie viele Tage braucht man für die sieben Gemeinden?

Für alle sieben Gemeinden brauchen Sie mindestens fünf, besser sechs Tage, mit Pamukkale, Kolossä und [Aphrodisias](https://turkeireisen.de/reiseziele/aphrodisias/) sieben bis acht.

Ein möglicher Ablauf in sechs Tagen:

| Tag | Programm | Übernachtung |
|---|---|---|
| 1 | Ankunft İzmir, Agora von Smyrna, Kirche St. Polykarp | İzmir |
| 2 | Pergamon: Akropolis, Rote Halle, Asklepieion | Bergama oder İzmir |
| 3 | Thyatira (Akhisar), Sardes | Salihli oder Manisa |
| 4 | Philadelphia (Alaşehir), Weiterfahrt nach Laodizea | Pamukkale |
| 5 | Hierapolis und Pamukkale, Blick auf Kolossä | Pamukkale |
| 6 | Fahrt nach Selçuk, Ephesus, Johannesbasilika | Selçuk oder [Kuşadası](https://turkeireisen.de/reiseziele/kusadasi/) |

Diese Variante beginnt in İzmir, dessen Flughafen rund 18 Kilometer vom Zentrum liegt, und spart Ephesus als Höhepunkt für den Schluss auf. Wer die biblische Reihenfolge einhalten möchte, beginnt in Ephesus. Unsere ausgearbeitete [Reise zu den sieben Gemeinden](https://turkeireisen.de/rundreisen/sieben-gemeinden-reise/) folgt diesem Ring mit festen Übernachtungsorten.

## Pamukkale, Kolossä und Aphrodisias ergänzen

Im Lykostal lässt sich die Reise um zwei weitere biblische Orte und die Ruinenstadt Aphrodisias ergänzen, alle weniger als eineinhalb Stunden von Laodizea entfernt.

**Hierapolis und Pamukkale:** Hierapolis liegt nur etwa 18 Straßenkilometer nördlich von Laodizea über den weißen Kalksinterterrassen. Die Stätte ist seit 1988 UNESCO-Welterbe. Für christliche Reisende ist besonders das Martyrium des Apostels Philippus interessant, ein achteckiger Bau außerhalb der Stadtmauer; Hierapolis wird auch in Kol 4,13 genannt. Praktisches zu Terrassen, Thermalbecken und Eintritt steht in unserem Porträt von [Pamukkale](https://turkeireisen.de/reiseziele/pamukkale/).

**Kolossä bei Honaz:** An die Gemeinde in Kolossä richtet sich der Kolosserbrief. Die Stadt liegt rund 19 Straßenkilometer östlich von Laodizea am Fuß des Honaz-Bergs und war lange nur ein unausgegrabener Siedlungshügel. Nach Geländebegehungen seit 2021 begann die Pamukkale-Universität 2025 erstmals mit Ausgrabungen; in der Nordnekropole wurden 60 in den Fels gehauene Gräber freigelegt. Zu sehen sind bisher vor allem der Hügel und verstreute Steine; 30 Minuten genügen.

**Aphrodisias:** Die Stadt der Aphrodite liegt rund 100 Kilometer westlich von Laodizea und ist seit 2017 UNESCO-Welterbe. Sehenswert sind das Stadion, das Tetrapylon, das Sebasteion und der Aphrodite-Tempel, der um 500 n. Chr. zur Kathedrale umgebaut wurde. Aphrodisias liegt gut auf dem Rückweg von Laodizea nach Ephesus, die Fahrt dauert dann insgesamt eine Stunde länger.

## Wann ist die beste Reisezeit für die sieben Gemeinden?

Am besten reisen Sie von April bis Anfang Juni und von Mitte September bis Ende Oktober. Die Stätten liegen bis auf İzmir und Ephesus im Binnenland, wo der Sommer deutlich heißer ist als an der Küste.

Nach den Klimanormalwerten 1991–2020 des türkischen Wetterdienstes erreichen Manisa und Denizli [im Juli](https://turkeireisen.de/ratgeber/tuerkei-im-juli/) und August im Mittel fast 36 °C am Tag. Im April liegen die Höchstwerte bei rund 21–22 °C, [im Mai](https://turkeireisen.de/ratgeber/tuerkei-im-mai/) bei 27 °C, im Oktober bei knapp 25 °C. Regen fällt vor allem von November bis März, an zehn bis zwölf Tagen pro Monat. Im Winter schließen die Stätten meist um 17 Uhr.

Prüfen Sie für Ihren Termin auch die türkischen Feiertage, etwa im Ratgeber zur [besten Reisezeit für die Türkei](https://turkeireisen.de/ratgeber/beste-reisezeit-tuerkei/).

## Gemeindereise zu den sieben Gemeinden: Was wir für Gruppen organisieren

Die sieben Gemeinden sind ein klassisches Ziel für [Kirchengemeinden](https://turkeireisen.de/rundreisen/gemeindereise-tuerkei/), Bibel- und Studienkreise, Volkshochschulen und Vereine. Weil Thyatira und Philadelphia mit öffentlichen Verkehrsmitteln umständlich zu erreichen sind, lohnt sich hier ein eigener Bus besonders.

Für Gruppen stellen wir zusammen:

- einen eigenen Reisebus mit Fahrer, abgestimmt auf die Gruppengröße,
- eine deutschsprachige Reiseleitung mit fundierter Kenntnis der Archäologie und der biblischen Texte,
- Andachten an den Stätten und, nach Absprache mit der Gemeinde vor Ort, einen Gottesdienst in İzmir,
- Fachführungen mit Schwerpunkt Apostelgeschichte oder Frühchristentum,
- flexible Termine, auch außerhalb der Ferien, und Hotels nahe an den Stätten.

Viele Gruppen verbinden die sieben Gemeinden mit einer [Paulus-Reise](https://turkeireisen.de/rundreisen/paulus-reise-tuerkei/) durch Kleinasien oder mit [Troja](https://turkeireisen.de/reiseziele/canakkale-troja/) und Assos auf einer [Westküsten-Rundreise](https://turkeireisen.de/rundreisen/westkueste-ephesus-troja/). Für Paare und Familien gibt es dieselbe Route als [Privatreise](https://turkeireisen.de/privatreisen/). Nennen Sie uns über das [Anfrageformular](https://turkeireisen.de/anfrage/) Gruppengröße, Wunschtermine und Schwerpunkte.

## Praktische Hinweise für den Besuch

Die Eintrittspreise der staatlichen Stätten legt das türkische Kulturministerium fest und passt sie regelmäßig an; die hier genannten Beträge stammen von den offiziellen Seiten (Stand: Herbst 2026). Für Ephesus, Pergamon und Smyrna gilt der [Museumspass](https://turkeireisen.de/ratgeber/museen-tuerkei/) Ägäis, für Laodizea der Museumspass Mittelmeer. Bezahlt wird vor Ort per Karte oder in [Lira](https://turkeireisen.de/ratgeber/waehrung-geld-tuerkei/).

Die Wege in den Ruinen sind uneben und wenig schattig; festes Schuhwerk, Sonnenschutz und Wasser gehören dazu. In Kirchen und Moscheen sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Mehr dazu in unseren [Türkei-Reisetipps](https://turkeireisen.de/ratgeber/tuerkei-reise-tipps/).

## Häufige Fragen
**Welche sind die sieben Gemeinden der Offenbarung?**

In der Reihenfolge von Offenbarung 1,11: Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea. Heute heißen die Orte Selçuk (bei Ephesus), İzmir, Bergama, Akhisar, Sart bei Salihli, Alaşehir und Denizli. Alle liegen in der römischen Provinz Asia, der heutigen Westtürkei.

**Kann man alle sieben Gemeinden auf einer Reise besuchen?**

Ja. Die Orte liegen auf einem Ring, den schon die römischen Straßen vorgaben, und die einzelnen Etappen sind 50 bis 110 Kilometer lang. Mit eigenem Fahrzeug und Fahrer schaffen Sie alle sieben in fünf bis sechs Tagen, ohne täglich mehr als drei Stunden im Bus zu sitzen.

**Wo ist die Gemeinde Laodizea heute?**

Laodizea liegt am nördlichen Rand der Stadt Denizli im Südwesten der Türkei. Die Ruinenstadt ist ganzjährig geöffnet, der Eintritt für ausländische Erwachsene beträgt laut Kulturministerium 12 Euro. Pamukkale mit dem antiken Hierapolis liegt nur etwa 18 Straßenkilometer entfernt.

**Was bedeutet „lau“ im Sendschreiben an Laodizea?**

In Offenbarung 3,15–16 wird die Gemeinde als „weder kalt noch warm“ getadelt. Lange galt die Deutung, gemeint sei das lauwarme Wasser der Stadt im Vergleich zu den heißen Quellen von Hierapolis und dem kalten Wasser von Kolossä. Neuere Arbeiten, etwa von Mark Wilson (2025), halten diese Wasser-Deutung nach den Ausgrabungen für fraglich und schlagen andere Bezüge vor, etwa die Räume römischer Thermen.

**Wo ist der „Thron des Satans“ in Pergamon?**

Offenbarung 2,13 spricht von dem Ort, „wo der Thron des Satans ist“, ohne ein Bauwerk zu nennen. Viele Ausleger denken an den großen Zeusaltar, andere an den Kaiserkult, das Asklepios-Heiligtum oder die Stadt als Sitz der römischen Macht. Das Fundament des Altars sehen Sie auf der Akropolis, die Reliefs im Pergamonmuseum in Berlin.

**Gibt es in den sieben Städten heute noch christliche Gemeinden?**

Nur in İzmir gibt es heute nennenswertes Gemeindeleben, unter anderem in der römisch-katholischen Kirche St. Polykarp. Die orthodoxen Gemeinden der übrigen Orte endeten spätestens mit dem Bevölkerungsaustausch von 1922/23. Andachten und Gottesdienste von Reisegruppen in den Ruinenstätten sind nur nach Absprache und in ruhiger Form möglich.

## Quellen
- [Wikipedia: Seven churches of Asia (Liste, Bibelstellen)](https://en.wikipedia.org/wiki/Seven_churches_of_Asia)
- [W. M. Ramsay: The Letters to the Seven Churches of Asia, Kap. XV (Postroute), CCEL](https://www.ccel.org/ccel/ramsay/letters.xvii.html)
- [UNESCO World Heritage Centre: Ephesus (2015)](https://whc.unesco.org/en/list/1018)
- [Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): İzmir Ephesus – Öffnungszeiten und Eintritt](https://turkishmuseums.com/museum/detail/2094-izmir-bergama-akropol-oren-yeri/2094/4)
- [Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): İzmir Agora Archaeological Site](https://turkishmuseums.com/museum/detail/2090-izmir-agora-archaeological-site/2090/4)
- [İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü İzmir: Saint Polycarpe Church](https://izmir.ktb.gov.tr/EN-242295/saint-polycarpe-church.html)
- [Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): İzmir Bergama Pergamon Acropolis](https://www.turkishmuseums.com/museum/detail/2093-izmir-pergamon-acropolis/2093/4)
- [UNESCO World Heritage Centre: Pergamon and its Multi-Layered Cultural Landscape (2014)](https://whc.unesco.org/en/list/1457)
- [Wikipedia: Pergamonaltar (Bauzeit, Humann, Deutung als „Thron des Satans“)](https://en.wikipedia.org/wiki/Pergamon_Altar)
- [Staatliche Museen zu Berlin: Das Pergamonmuseum kehrt zurück – Eröffnung am 4. Juni 2027](https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/antikensammlung/ueber-uns/nachrichten/detail/das-pergamonmuseum-kehrt-zurueck-eroeffnung-am-4-juni-2027/)
- [Turkey Travel Planner: Bergama (Pergamum) – Entfernungen, Rote Halle, Seilbahn](https://turkeytravelplanner.com/go/Aegean/Bergama/index.html)
- [Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Manisa Akhisar Hill Tombs (Thyateira)](https://www.turkishmuseums.com/museum/detail/2145-manisa-akhisar-tepe-mezarlari/2145/4)
- [Wikipedia: Thyatira (Geschichte, Purpurhandel, Zünfte)](https://en.wikipedia.org/wiki/Thyatira)
- [Daily Sabah: Excavations unearth Hellenistic-era temple in western Turkey (Thyateira, 2019)](https://www.dailysabah.com/history/2019/09/05/excavations-unearth-hellenistic-era-temple-in-western-turkey/amp)
- [Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Manisa Sardes Archaeological Site](https://turkishmuseums.kprod.kultur.gov.tr/museum/detail/2147-manisa-sardes-archaeological-site/2147/4)
- [Wikipedia: Sardis (Geschichte, Ausgrabungen seit 1958)](https://en.wikipedia.org/wiki/Sardis)
- [Wikipedia: Sardis Synagogue](https://en.wikipedia.org/wiki/Sardis_Synagogue)
- [Wikipedia: Philadelphia (Lydia)](https://en.wikipedia.org/wiki/Philadelphia_(Lydia))
- [Küre Ansiklopedisi: Alaşehir Örenyeri (St.-Jean-Kirche)](https://kureansiklopedi.com/tr/detay/alasehir-orenyeri-47093)
- [Türkiye Müzeleri (Kulturministerium): Denizli Laodikeia Archeological Site](https://turkishmuseums.com/museum/detail/2031-denizli-laodikeia-archeological-site/2031/4)
- [Wikipedia: Laodicea on the Lycus (Entfernungen, Wasserleitung, Kol 4,16)](https://en.wikipedia.org/wiki/Laodicea_on_the_Lycus)
- [Mark Wilson: Neither Cold nor Hot but Lukewarm, Tyndale Bulletin 76 (2025)](https://www.tyndalebulletin.org/article/132253-neither-cold-nor-hot-but-lukewarm-rethinking-the-temperature-metaphor-in-revelation-3-15-16.pdf)
- [Pamukkale Üniversitesi: Kolossai Research and Excavation Project](https://www.pau.edu.tr/kolossai/en/sayfa/research-and-excavation-project)
- [Habertürk/AA: Kolossai antik kentinde 60 Felsgräber gefunden (Oktober 2025)](https://yerel-haberler.haberturk.com/denizli-haberleri/kolossai-antik-kentinde-yan-yana-kaya-tekne-tipi-60-mezar-bulundu-39324423)
- [UNESCO World Heritage Centre: Hierapolis-Pamukkale (1988)](https://whc.unesco.org/en/list/485)
- [UNESCO World Heritage Centre: Aphrodisias (2017)](https://whc.unesco.org/en/list/1519)
- [Wikipedia: Denizli – Klimadaten 1991–2020 (Türkischer Wetterdienst)](https://en.wikipedia.org/wiki/Denizli)
- [Wikipedia: Manisa – Klimadaten 1991–2020 (Türkischer Wetterdienst)](https://en.wikipedia.org/wiki/Manisa)
- [OSRM-Routenberechnung (OpenStreetMap): Straßenentfernungen zwischen den sieben Orten](https://router.project-osrm.org/route/v1/driving/27.3417,37.9394;27.1405,38.4189;27.1840,39.1215;27.8370,38.9200;28.0400,38.4880;28.5150,38.3500;29.1080,37.8360?overview=false)

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